Ärger macht alles nur ärger

Ärger macht alles nur ärger! Den Satz hast du sicher einmal gehört, stimmt‘s? Ist ja auch irgendwo klar, denn Ärger über etwas oder jemanden ändert ja genau gar nichts am Auslöser dieser Emotion. Und dennoch: Manchmal hab ich das Gefühl, dass es richtig gut tut, sich zu ärgern, seinen Unmut auszudrücken und Dampf abzulassen – auch wenn ich an den Umständen dadurch nichts ändern kann.

Danach geht es mir dann meistens richtig gut. Der Kopf ist wieder frei, der Druck ist weg und ich kann mich an die Lösung des Problems machen. Eines ist mir jedoch dabei immer klar: Es ist meine eigene Entscheidung mich zu ärgern. Ich kann es genauso gut sein lassen  (auch wenn das nicht immer ganz leicht ist 😉  Übung macht den Meister)

Doch da gibt es noch Steigerungspotential. Bei meinem Liebsten hörte ich unlängst den Satz: „Ich muss mich schon wieder ärgern!“  Wie verrückt ist das denn? Ärgern müssen? (Da is wohl nix mit der Wahlfreiheit) Wir saßen zu der Zeit im Auto und vor uns fuhr Einer oder Eine ziemlich gemütlich dahin. Überholen war auf dem Straßenabschnitt nicht so einfach.

Ich beging den Fehler ihn zu fragen, warum er sich denn ärgern müsse. Die Antwort kam prompt: „Weil der da vorne fährt wie der erste Mensch. Das ist sicher eine Frau!“ (Typisch Macho!) Irgendwann war es dann doch möglich zu überholen, mein Liebster stieg voll aufs Gaspedal und flitzte vorbei. Erwähnen möchte ich noch am Rande, dass es keine Frau war, sondern ein älterer Herr, der es eben nicht so eilig hatte. (Noch dazu ein Mann mit Hut, und der war ebenfalls ein rotes Tuch für meinen Liebsten.)

An der nächsten Kreuzung stand der Überholte direkt hinter uns und wir mussten beide Warten. Fazit: Es hat genau nichts gebracht – weder das Überholen, noch das Ärgern. Wozu also das ganze?

Zugegeben, ich bin auch nicht frei von der Emotion des Ärgerns. Tief in mir schlummert auch so ein Ärgerschlingel und wartet bloß auf die Gelegenheit, mir wieder einmal zu zeigen, dass es ihn auch noch gibt und dass ich ihn – trotz allen Wissens um die Zusammenhänge – immer noch nicht besiegt habe.

Doch geht es wirklich darum, ihn zu besiegen? Ihn voll Kampfeslust eins über die Nuss zu geben? Nein, denn in diesem Fall würde ich Negatives mit Negativem bekämpfen und das funktioniert bekanntlich nicht.

Dieser Ärgerschlingel zeigt mir bloß, dass ich meine Aufmerksamkeit in der auslösenden Situation stärker auf die negative, statt auf die positive Seite gerichtet habe. Er hilft mir also in Wahrheit, und dafür sollte ich ihm dankbar sein, statt ihn zu verurteilen und damit zugleich auch mich selber.

Falls sich auch bei dir so ein Ableger eines Ärgerschlingels eingenistet hat, hab ich ein paar Tipps für dich, wie du ihn ganz schnell wieder beruhigen kannst, bevor er es sich allzu gemütlich bei dir macht.

Genau hinschauen

Worüber genau ärgerst du dich? Was ist es wirklich, was dich aktuell aus deiner Ruhe bringt? Je genauer du es auf den Punkt bringst, umso besser gelingt dir die Umsetzung des nächsten Tipps.

Aus der Position des Anderen betrachten.

Schlupf symbolisch in die Schuhe des vermeintlichen Ärger-Verursachers. Du kannst nicht wissen, warum der Andere sich so verhält, wie er es grade tut. Doch er macht es aus seiner Sicht immer richtig und vor allem so gut, wie er eben kann.

Und wenn es grade keine Schuhe gibt, in die du reinschlüpfen könntest – bei Defekten an Geräten oder am Auto z.B. – dann konzentriere dich auf das Positive der Situation, den Nutzen, der sich plötzlich unerwartet für dich daraus ergibt. Es gibt ihn. Wenn du ganz ehrlich zu dir selber bist, kannst du ihn erkennen… bestimmt.

 

Erkenne das Positive der aktuellen Situation

Mach dich auf die Suche nach den positiven Seiten der ärgerlichen Situation. Es gibt immer etwas, dass dir nützt. Etwas, das dich wieder ein Stück näher zu dir selber bringt. Etwas, das du dir bisher nicht erlaubt und erfolgreich verdrängt hast. Nichts ist nur negativ. Es liegt immer an deiner Interpretation und Wahrnehmung.

Vermeide Verallgemeinerungen.

Immer, wenn… oder Die (Männer/Frauen etc.) sind alle… usw. Solche Verallgemeinerungen bringen dich nicht weiter. Sie vernebeln eher deinen Blick auf das Wesentliche der jeweiligen Situation.

Erst die Abkühlung, dann die Erkenntnis und Umsetzung.

Nicht immer gelingt die Umsetzung gleich und sofort. Solange du noch auf 180 bist, wirst du das Positive nicht gleich finden. Gib dir nötige Zeit, komm runter, atme ein paar Mal tief durch. Vielleicht braucht es ja auch einige Minuten oder gar eine Stunde oder auch länger, bis du dich wieder beruhigt hast. Macht nichts. Dann schau dir die Sache eben im Rückblick an. Geh einen Punkt nach dem anderen durch.

Am Ende wirst du deinem Ärgerschlingel  dankbar sein, dass er dich durch sein überbordendes Temperament auf Eigenschaften und Verhaltensweisen aufmerksam gemacht hat, die du bisher verurteilt hast, statt sie als Teil deines eigenen Wesens zu erkennen und liebevoll anzunehmen.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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8 Kommentare, sei der nächste!

    1. so soll es ja auch sein, liebe Mary. Wir lachen ohnehin meistens viel zu wenig. Auf die Art lässt lassen sich nützliche Tipps mit Humor verbinden 😉
      alles Liebe
      Christine

  1. Ich schließe mich den beiden da oben an. Super geschrieben mit Humor liebe Christine! Allerdings finde ich DREImal „Liebster“ für mein persönliches Empfinden übertrieben. Du sprichst doch von deinem Mann, oder?

  2. Oh ja, dieser Ärger macht oft eine Menge Probleme, liebe Christine,

    ich kenne das genau und falle leider so ab und zu immer doch wieder drauf rein, auch wenn ich es oft auch schon gleich erkenne.

    Gerade ist mal wieder privat so ein wunderbares Thema aufgetaucht 🙁 …. aber was soll’s….

    …. wahrscheinlich mir zeigen, dass ich einfach loslassen soll….. so schwer es auch mal wieder fällt….

    Vielen Dank für die Erinnerung ….

    herzliche Grüße

    Barbara

    1. Liebe ‚Barbara, das Universum ist manchmal recht hinterlistig 😉 es „prüft“ uns immer wieder, um uns bewusst zu machen, ob wir die Lektion gelernt haben. Es ist wie bei einer Rechenaufgabe: Wenn am Ende die Gleichung nicht aufgeht, erkennen wir sofort, das da was falsch gerechnet wurde. Also ein paar Schritte zurück, den Rechenvorgang nochmals überprüfen und korrigieren. Bei der nächsten Aufgabe wissen wir’s schon besser.
      Und – ja – manchmal macht man den selben Fehler noch einmal… verflixt aber auch. Dann eben nochmal von vorne, statt sich über sich selber zu ärgern. Übung macht den Meister.
      alles Liebe
      Christine

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