Der 2einhalb Hürden-Lauf zur Akzeptanz

Hilfen beim Entschlüsseln von Spiegelbildern Teil 2

Du kennst das sicher auch: Dein Einkaufwagen ist gut gefüllt, du eilst zur Kassa, hast es ziemlich eilig, weil du ohnehin schon spät dran bist und egal, bei welcher Kassa du dich auch anstellen würdest… die Schlange der zahlungswilligen Kunden ist überall ziemlich lang. Also heißt es warten… und dann passiert das!

Da kommt doch so ein Ekelpaket von Kerl daher und glaubt, er kann sich an der ganzen Warteschlange von Leuten vorbei schwindeln und ganz vorne reinquetschen. Es gelingt ihm noch dazu! Frechheit siegt!

Und sowas passiert dir nicht zum ersten Mal – ganz im Gegenteil. Das erlebst du immer wieder, ärgerst dich jedes Mal drüber… doch es ändert sich nichts daran. Immer bist du diejenige, die auf elendslange Warteschlangen an den Kassen trifft, ausgetrickst wird, nach hinten geschoben wird, einfach ignoriert wird.

Ärgerlich, nicht? Und doch hast du genau diese Situation durch deine eigenen Gedanken und Überzeugungen in dein Leben „eingeladen“.

Das glaubst du nicht? Gratulation! Du stehst schon vor der ersten Hürde, die du meistern musst, (und das schaffst du ganz bestimmt!) wenn du aus deinem Spiegelbild etwas für dein Leben lernen möchtest. Nur wenn du bereit bist, die Verantwortung für deine eigenen Gedanken und Überzeugungen zu übernehmen, kannst du sie auch ändern.
Akzeptieren und Annehmen dessen, was grade jetzt da ist – ohne geht’s nicht! Ablehnen und ärgern drüber ändert die Situation jedenfalls nicht.

Hürde Nr. 1: Die Ich-war’s-bestimmt-nicht-Hürde

Sowas wünsch ich mir doch nicht! Sowas denk ich bestimmt nicht! Sowas will ich keinesfalls! Das kann daher sicher nicht von mir sein!

Glaub mir, das hab ich alles selber durchgemacht und mittlerweile auch oft genug von WorkshopteilnehmerInnen oder KlientInnen gehört oder gelesen. Und doch ist keiner der Einwände richtig! Du hast dir genau diese Situation in dein Leben geholt durch Gedanken wie:

  • Immer, wenn ich einkaufen gehe, muss ich an der Kassa ewig lang warten.
  • Ich bin ohnehin nicht wichtig.
  • Mich lässt ja bestimmt keiner vor.
  • Keiner nimmt mich zur Kenntnis… usw.

Es sind also immer DEINE eigenen lieblosen Bewertungen und somit DEINE EIGENEN Gedanken und die kannst du ändern (ist ja auch kein anderer in deinem Kopf. Wär ja noch schöner…)

Also ran an die Hürde, Anlauf nehmen und drüber! Doch wie am besten?

Hier ein paar Tipps dazu:

Nimm dir die zwei, drei Dinge her, die dich am meisten ärgern. In meinem Beispiel wären das folgende Dinge:
elendslange Warteschlangen an den Kassen, ausgetrickst werden, nach hinten geschoben werden, ignoriert werden.
Und nun schreibst du einfach eine kleine Geschichte dazu. Ein paar Sätze, in denen du so richtig maßlos übertreibst. Du schreibst z.B. wie seeehr du es liebst, ewig an der Kassa anzustehen, dass du richtig begeistert darüber bist, ausgetrickst zu werden, wie sehr du es magst, nach hinten geschoben zu werden und dass du es so richtig genießt, vollkommen ignoriert zu werden.

Wenn du dir danach die Sätze durchliest, fällt dir bestimmt eine ähnliche Bemerkung dazu ein, wie mir, als ich sowas zum ersten Mal gemacht habe. Ich hab ganz spontan gerufen:
Das hab ich mir in mein Leben geholt? Ja bin ich denn blöd?

War ich natürlich nicht und du bist ist natürlich ebenfalls nicht. Doch solche Übertreibungen helfen dabei, dir die Absurdität der Situation bewusst zu machen, die du durch deine Gedanken verursacht hast und sie erleichtern dir damit das Akzeptieren. Wie ein einfaches Sprungbrett vor der Hürde. So kommst du ganz leicht drüber und darum geht es doch!
Es gibt aber noch eine andere Hürde:

Hürde Nr. 2: Die Da-kann-doch-ich-nichts-dafür-Hürde

Die Situation ist halt so, das kann ich nicht beeinflussen. Und deswegen kann ich dafür auch nicht die Verantwortung übernehmen.

Das stimmt manchmal tatsächlich – aber nur zum Teil. Ab und an lässt sich eine Situation tatsächlich nicht ändern, was du jedoch immer ändern kannst ist die eigene Sichtweise dazu. Deine eigenen Bewertungen machen eine Situation erst zu einer angenehmen oder unangenehmen.
Und schon sind wir wieder bei DEINEN EIGENEN GEDANKEN.

Hier wieder ein Tipp:

Bleiben wir bei dem Beispiel im Supermarkt und den langen Warteschlagen an den Kassen. Diese Situation lässt sich meist tatsächlich nicht ändern (mit Ausnahme, du hättest die Möglichkeit, zu einer ganz anderen Tageszeit einkaufen zu gehen). Du könntest jedoch eine andere Bewertung vornehmen.

Betrachte die Wartezeit als hilfreiche Pause. Nützen sie, um deinen Abend zu planen, dir ein Spiel für eine gemeinsame Stunde mit deinen Kindern ausdenken oder eine Geschichte, etc. Als zehnte Kundin in der Warteschlange wärst du damit bestimmt gefühlt viel schneller vorne an der Kassa und hättest die Zeit auch noch sinnvoll genützt.

Denk immer daran: DU allein entscheidest darüber, wie du eine Situation wahrnimmst und erlebst.

Nun hast du es schon fast geschafft. Es wartet nur mehr eine gaaanz kleine Hürde auf dich, obwohl ich fast sicher bin, dass du die längst überwunden hast, sonst wärst nicht bereit, in deinem Leben etwas zu ändern. Also erzähl ich dir über diese kleine Hürde nur der Vollständigkeit halber:

Hürde Nr. 2einhalb: Die Der-andere-muss-sich-ändern-Hürde

Da kann ich doch nichts dazu tun. Das liegt doch in dessen Verantwortungsbereich. Er/sie muss sich ändern usw.

Das scheint oft so zu sein. Z.B. könnte die Supermarktleitung noch ein paar Kassen zusätzlich öffnen, dann wären die Schlangen der einkaufenden Kunden nicht so lang und alles ginge viel schneller. Doch es gibt bestimmt viele Gründe, warum das eben nicht geschieht (und um das Warum brauchen wir uns beim Entschlüsseln von Spiegelbildern ja bekanntlich nicht zu kümmern).

Und es geht – wie schon bei den beiden anderen Hürden – um die DEINE Beurteilung und Bewertung der aktuellen Situation. Und die liegt IMMER in deiner Hand, in deiner Verantwortung. Du entscheidest, ob du eine Situation positiv, negativ oder zumindest neutral bewertest.

Du hast die Wahl: Du kannst dich ewig lang über die deiner Meinung nach unfähige Supermarktführung ärgern – und kannst trotzdem genau NICHTS daran ändern oder du lässt es sein und siehst deine Wartezeit als willkommene Nachdenkpause an. Deine Wahl entscheidet darüber, wie du dich den Rest des Tages oder Abends fühlen wirst.

In diesem Sinne…

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!
Herzliche Grüße
Christine

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8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Christine,

    man muss es sich einfach mal bewusst machen, wie alles, dann kapiert man auch, dass man auch etwas ändern kann, zumindest die Aufmerksamkeit.
    Gut finde ich deinen Vorschlag mit den Tätigkeiten vor der Kasse, das werde ich das nächste Mal machen.

    Herzliche Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara,
      allein das Ändern der Aufmerksamkeit hilft bereits enorm. Und jeder, der das ganz bewusst zum ersten Mal versucht, wird staunen, wieviel Potential sich hinter dem vordergründig Negativen verbirgt.
      An der Kasse könntest du ja z.B. auch andere Kundinnen beobachten, deren Verhalten, ihre Kleidung, den Inhalt ihrer Einkaufswagen und allein daraus ließen sich unendlich viele Geschichten erfinden, Verhaltensweisen erkennen usw.
      Liebe Grüße
      Christine

  2. Liebe Christine,

    eine wunderbare Erklärung. Ich kenne dieses Thema zur Zeit nur zu gut bei meiner Tochter. All meine Tipps und Erläuterungen zum Thema Sichtweise, Gedanken und Akzeptanz prallen wie an einer Wand ab. Aber mit Deiner Übungen dem Aufschreiben des Übertiebenen – das werde ich bei der nächsten Gelegenheit direkt mit ihr ausprobieren 🙂

    Herzliche Grüße
    Birgit

    1. Liebe Birgit,
      das mit der Wand erleb ich auch öfter. Ich tröste mich dann sofort damit, dass ich mir sage:
      Jeder hat ein Recht auf seine Meinung und seinen eigenen Weg. Schließlich ist nur er selber dafür verantwortlich. Welche Erfahrung seine Seele auf dieser Lebensreise machen möchte, kann ich nicht wissen.

      Liebe Grüße
      Christine

  3. Ein wunderschönes Beispiel. Der eigene Fokus macht den Unterschied.

    Eine Ergänzung habe ich noch. Wenn es dich wirklich sehr stört, dass sich jemand vorschwindelt, dann mach ihn einfach höflich darauf aufmerksam. Denn ich halte es für sehr wichtig, dass du auch zu dem stehst, was du wirklich willst.

    1. Damit hast du absolut Recht, liebe Ilse. Das funktioniert aber erst dann, wenn ich bereit bin, aus der Opferrolle auszusteigen und einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Solange das noch nicht geschehen ist, werd ich mich drüber ärgern – laut oder still in meinem nicht vorhandenen Bart.
      Liebe Grüße
      Christine

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