Wie du man endlich los wirst

Hilfen beim Entschlüsseln von Spiegelbildern Teil 4

Nein, ich hab kein N vergessen und ich hab auch nicht den/deinen Mann gemeint – Schelmin, die solches gedacht hat 😉

Hier geht es um das allseits bekannte Wort man. Hast du schon einmal überlegt, wer das eigentlich ist, dieser bzw. dieses man?

Immer wenn ich einen Satz höre oder lese, in dem das Wort Man vorkommt, stell ich mir diese Frage… doch der Man (oder sag ich jetzt gendermäßig besser Manin? – egal) hat sich mir noch nicht zu erkennen gegeben.

Und doch verwenden wir es immer wieder. Ich hab im Duden nachgeschlagen: Es steht für

  • jemand (sofern er in einer bestimmten Situation stellvertretend für jedermann genommen werden kann)
  • irgendjemand oder eine bestimmte Gruppe von Personen (im Hinblick auf ein bestimmtes Verhalten, Tun)
  • die Leute (stellvertretend für die Öffentlichkeit)jemand, der sich an bestimmte gesellschaftliche Normen, Gepflogenheiten hält.

Es ist also immer eine Bezeichnung für nicht nur unbekannte sondern nicht greifbare Personen. Für einzelne oder mehrere Geister sozusagen.

Magst du mit mir zum Ghostbuster werden, zum Geisterjäger? Gemeinsam machen wir diese Geister deutlich sichtbar und somit auch dingfest – versprochen.

Doch was hat das mit dem Entschlüsseln deines Spiegelbildes zu tun? Kann es sein, dass dieses man eine Falle ist, die dich am Erkennen  deines negativen Glaubenssatzes  hindern will? Und wenn ja, ist es die einzige Falle oder gibt es da noch weitere?

Ja, es gibt noch eine weitere Falle! Doch sobald du den Artikel bis zum Ende gelesen hast, kennst du sie alle und kannst ihnen ganz leicht ausweichen.

Wirf zuvor nochmals einen kurzen Blick zurück auf die ersten drei Teile dieser Serie und du wirst erkennen, dass du schon einige Fallen erkannt und erfolgreich umrundet hast.

Im ersten Teil ging es um die richtige Beschreibung deines Spiegelbildes und was dich daran am meisten stört oder verletzt. Weiter ging es dann im Teil zwei  um deine Akzeptanz der aktuellen Situation. Im Teil drei haben wir uns auf die Suche nach der positiven Entsprechung gemacht, also um dein Potential, das hinter der ursprünglich von dir negativen bewerteten Eigenschaft verborgen war. Ein Potential, das du bisher abgelehnt und daher auch nicht gelebt hast.

Und schon sind wir bei unserem Geist – der ersten Falle im heutigen Thema man.

Falle 1: Der Man-Geist

Das tut man nicht.

Das darf man nicht.

Das sagt man nicht.

Stell dir einfach die folgenden Fragen:

  • Wer sagt das eigentlich?
  • Wer ist man?
  • Und wenn ich es doch tue oder sage?
  • Was passiert dann?
  • Was macht man dann mit mir?
  • Was sagt man dann über mich?

Spiele das mit mir gemeinsam am Beispiel vom letzten Blogbeitrag durch:

Da ging es um die negativ bewertete Eigenschaft faul. Nehmen wir an, deine positive Entsprechung dazu wäre z.B. gemütlich, nimmt sich Zeit, genießt, kommt zur Ruhe, konzentriert sich ganz auf sich, … All diese Eigenschaften möchtest du in dein Leben integrieren, findest sie ganz wunderbar. Doch da kommt nun dieser man daher, der Geist.

Stell dir am besten einen Geist vor – du weißt sicher, wie der aussehen könnte. Denk an ein Faschingsfest mit Kindern: Ein großes Leintuch über dem Kopf, für die Augen zwei kleine Löcher ausgeschnitten… Uhuuuu…. Oder die weiße Frau/Person, die in verschiedenen Filmen, meist in schwarz-weiß, immer wieder vorkommt. Sie ist blass, durchsichtig, taucht kurz auf und ist gleich wieder weg. Aber diese Erscheinung macht dir Angst und hinterlässt auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck.

Jetzt kommt auch gleich die zweite Falle:

Falle 2: Die Das-mach-ich-doch-schon-Falle

Außerdem hat sein Erscheinen eine ganz seltsame Wirkung. Es lässt dich nämlich zunächst glauben, dass du die wunderbaren Eigenschaften ja ohnehin schon lebst. So kannst du dich schnell vor dem Geist verstecken. Der verschwindet dann wieder und du brauchst dich nicht mit den weiteren Fragen auseinander setzen, die da auf dich lauern.

Doch wie heißt es so schön? Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Nur Mut! Ist ja nur ein Geist!

Dieser Geist sagt dir nun betreffend der positiven Eigenschaften klar und deutlich:

Das tut man nicht.

Das darf man nicht.

Das sagt man nicht.

Das war’s dann wohl mit den wunderbaren Eigenschaften, die du im Grunde deines Herzens so gerne leben würdest… wenn er dich denn ließe, dieser Geist.

Und jetzt spielen wir gemeinsam Ghostbuster und fragen ihn einfach ganz direkt:

  • He, Geist: Wer bist du überhaupt?
  • Wer sagt das eigentlich?
  • Und wenn ich es doch tue oder sage?
  • Was passiert dann?
  • Was machst du dann mit mir?
  • Was sagst du dann über mich?

Dir ist bestimmt aufgefallen, worauf ich hinaus will. Dieses man ist ein Geisterwort. Irgendjemand hat irgendjemandem irgendwann einmal irgendwas gesagt, und dieses irgendwas wurde zum Gebot, zum Verbot, zum Gesetz und letztlich zu DEINER Überzeugung.

  • Stimmt es noch mit deinen heutigen Wertmaßstäben überein?
  • Passt es noch in dein heutiges Leben?
  • Brauchst du noch diesen Je-man-d, der dir sagt, was du darfst und was nicht?
  • Bist du nun bereit, die Verantwortung für dich selber zu übernehmen?
  • Bist du bereit, mögliche Konsequenzen zu tragen?

Na eben! Ich wusste doch, du bist mutig! Dann lass diesen Geist gehen. Er darf sich zurückziehen, sich in Nichts auflösen. Er kann dir keine Angst mehr machen. Nimm dieses symbolische Betttuch mit den zwei ausgeschnitten, kleinen Löchern, male unterhalb von ihnen mit dickem Filzstift einen riesigen Smilie und zieh es dir über deinen Kopf. Beim Blick in den Spiegel wirst du von nun an herzlich lachen, versprochen.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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17 Kommentare, sei der nächste!

  1. Es ist ein wirklicher verflixter Teufel, dieses „man“. Danke für das Bewusst-Machen! Ein Satz, eine Aussage, ein Statement oder eine Affirmation bekommt eine völlig andere Qualität, wenn wir statt dem Wort „man“ das Wort „ich“ einsetzen!
    Beispiel:
    Man übersieht mich immer in der Gruppe, man hört mir nicht zu ->
    ICH übersehe mich immer in der Gruppe, Ich höre MIR nicht zu!
    Liebe Grüße an Christine

  2. Liebe Christine! Wieder genial auf den Punkt gebracht. Ich finde die Idee mit dem Geist und der Geisterjagd einfach super!!! Wenn ich mir den Geist vorstelle wie eine Faschingsverkleidung bestehend aus einem Leintuch mit Augenschlitzen (meine beiden Enkelschätzchen waren zu Halloween so verkleidet) bringt mich das augenblicklich zum Schmunzeln und nimmt mir jegliche Angst vor dem Geisterspuk. Ich weiß, der Geist existiert nicht wirklich, er existiert nur in meiner Fantasie und ich kann ihm einen Smiley-Mund malen oder ihn demaskieren. So einfach ist das! Genial! Alles Liebe, Christa

  3. Liebe Christine,
    danke für deinen Beitrag, ja m a n hat es schwer mit seinen Spiegelbildern… ;-)))) Ich gebe noch eines drauf und werfe das Wörtchen „müssen“ in den selben Topf, das ist auch schräg… und in einem Gespann mit dem „man“ wird es unheimlich.
    lg
    Eva

    1. da hast du absolut Recht, liebe Eva. MAN MUSS .. gar nix muss man – und ich schon gar nicht. Außer irgendwann das Zeitliche segnen, doch davon ist ja nie-man-d… – auch wieder so ein Man-Wort – ausgenommen. Ich liebe Sprache und ihre Weisheit bei genauer Betrachtung 🙂
      liebe Grüße
      Christine

  4. Liebe Christa, gut wie immer und viel besser zu lesen, DANKE!
    Raimund Stellmach sagt in seinen Seminaren immer: „Als Kind hab ich mir immer gedacht: „Wenn ich den „man“ einmal erwische, dann aber…“

    Liebe Grüße
    Edeltraud

  5. Liebe Christine,

    endlich komme ich auch mal wieder zum Lesen deines interessanten Blogs. Ja dieses „man“ ist schon ein ganz schön verflixtes Ding. Ich vermute mal das ist durch so ein Spiel namens „stille Post“ entstanden. Deshalb weiß auch keiner mehr wer das in die Welt gesetzt hat.

    Aber du bringst das so schön auf den Punkt, sodass ich es nun ganz sicher erkenne, wenn sich „man“ mal wieder einschleicht.

    Herzliche Grüße
    Gabi

    1. Liebe Gabi,
      man schleicht sich oft ganz unauffällig herein… wie das ein Gespenst auch tut. Manchmal fällt es uns auf und leider oft auch nicht. Es sich bewusst zu machen, was man in Wahrheit ist, hilft in jedem Fall.
      liebe Grüße
      Christine

  6. Liebe Christine,

    ja mit dieser schönen Ausrede kann MAN sich wirklich gut verstecken 😉 MAN braucht nicht zu sich und seinen Bedürfnissen zu stehen, denn dann ist MAN ja auch nicht zuständig für das Ergebnis und kann MAN dafür verwantwortlich machen, dass MAN nicht glücklich ist.

    Also, wird echt Zeit, dass MAN aufhört zu jammern und endlich anfängt sein eigenes Leben zu leben und dann ist aus mit dem Gespenst man….

    herzliche Grüße
    Barbara

    1. ja, liebe Barbara, genau so ist es. MAN ist wirklich sowas wie ein Geist… doch er löst sich einfach auf, sobald MAN enttarnt ist. Ein Leben ohne MAN ist doch viel schöner!
      liebe Grüße
      Christine

  7. Liebe Christine,

    in den Coachingausbildungen bekam ich das so oft um die Ohren, dass ich nun schon kein normales Gespräch mehr führen kann, ohne diesen Geist nicht immer verbannen zu wollen, was im regulären Alltag manchmal eine echte Herausforderung ist.

    Schön, dass Du das mal als eigenes Thema aufgegriffen hast. Und das, wie ich finde, auf wunderbare Weise 😄👍.

    Ganz herzliche Grüße
    Tanja Manuela Falge

    1. Danke, liebe Tanja!
      MAN ist in unserem Sprachgebrauch leider allgegenwärtig und viel zu selten manchen wir uns Gedanken darüber, was damit in Wahrheit gemeint ist. Im Gespräch könntest du einfach die Frage stellen: Wen meinst du mit Man? Und dann würde sich meist schnell herausstellen, dass es fiktive Personen – Geister – sind.
      liebe Grüße
      Christine

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