Der Wollmützenengel

Hast du schon einmal einen Wollmützenengel getroffen? Nein? Ich schon, vor ein paar Tagen. Und das kam so: Tiefgarage Einkaufszentrum: Vor der Ausfahrt stauen sich die Autos. Es geht nichts weiter. Ein Hupkonzert beginnt, es wird immer heftiger. Doch es nützt nichts. Der Schranken bleibt zu. Der Grund dafür: Der Lenker des ersten Fahrzeuges hatte vergessen, die Parkkarte am Kassenautomaten zu entwerten.

Die Fahrer der hinter ihm stehenden Autos mussten also ein Stück zurück fahren und die daneben liegende, zweite Ausfahrt benutzen. Die gab es zum Glück, dennoch war es recht mühsam. Das Geschimpfe der Betroffenen will ich hier nicht wiedergeben, doch du kannst es dir sicher lebhaft vorstellen.

Nur am Rande bemerkt war der vergessliche Fahrer ein Mann! Ich mag mir gar nicht vorstellen, wenn das eine Frau gewesen wäre… vielleicht auch noch blond…

Wie auch immer. Grundsätzlich kann das jedem passieren – ja, mir auch! Heute zum Beispiel. Ich war schon bei meinem Auto, alle Einkäufe waren bereits im Kofferraum und ich wollte grade einsteigen. Da kam ein Engel vorbei. Einer im  Wintermantel und  mit Wollmütze, und frage mich, wo sie (der Engel war eine Sie) denn nach dem Einkauf die Parkkarte entwerten kann. Ich erklärte ihr freundlich, wo der Kassenautomat zu finden ist. Sie drehte sich um und  verschwand im Stiegenhaus. Im selben Augenblick machte es bei mir „Klick“.

Ich hatte die Karte ja selber noch nicht entwertet, könnte also in die gleiche unangenehme Situation kommen, wie die oben beschriebene. Rasch eilte ich meinem Engel hinterher, um das Vergessene nachzuholen und mich zu bedanken. Doch mein Engel war nirgendwo mehr zu sehen. Trotzdem:

Danke, lieber Wollmützenengel, dass du mich auf das Fehlende aufmerksam gemacht hast!

Achte auf die Zeichen!

Diesen Satz hab ich vor langer Zeit in einem von Paulo Coelhos Büchern gelesen und er blieb mir in Erinnerung. Genau darum geht es nämlich – in jeder Situation… auf die Zeichen, die Botschaft achten.

Der Wollmützenengel gab mir ein Zeichen durch seine Frage, eine Botschaft. Ich war in dem Moment (davor offenbar nicht, sonst wär ich gar nicht erst in diese Situation gekommen) achtsam  und ganz bei mir.  So konnte ich die Botschaft auch wahrnehmen und entsprechend handeln. Zugegeben eine simple Situation, die aber sehr unangenehm hätte werden können, hätte ich dieses Zeichen nicht beachtet.

Solche Hinweise und Botschaften liefert uns aber das Leben ununterbrochen und es liegt an dir, an mir, an jedem einzelnen, ob wir sie beachten oder eben nicht. Allerdings dürfen wir uns dann auch mit den Konsequenzen herumschlagen.

  • Was kannst du also tun, um achtsamer zu werden?
  • Was kann dir dabei helfen, die Botschaften deiner Spiegelbilder zu erkennen?
  • Wo findest du deinen Wollmützenengel, der dir ein Zeichen gibt?

Werde langsamer!

Besonders dann, wenn du glaubst, keine Zeit zu haben. Ein japanisches Sprichwort sagt:

„Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Wenn du es noch eiliger hast, mach einen Umweg“

Deine Achtsamkeit und deine Wahrnehmung werden dadurch intensiviert. Unterwegs auf der Autobahn siehst du ja auch kaum Details an den umliegenden Häusern (wenn du überhaupt welche sehen kannst). Fährst du aber gemütlich durch die Dörfer und Landschaften, siehst du erst, wie schön sie sind und was sie alles zu bieten haben.

Halte kurz inne, atme ein paar Mal tief durch und dann richte deine volle Aufmerksamkeit auf das, was du grade machen willst. So vermeidest du mögliche Fehler. Multitasking funktioniert nicht wirklich, auch wenn uns das viele Leute einreden wollen. Irgendwas fällt dann durch den Rost und schon hast du den Schlamassel.

Schlüpfe in die Schuhe deines Gegenübers.

Du erkennst erst dann das Gute, Positive im Verhalten des Anderen, wenn du die Situation von seinem Standpunkt und aus seiner Sicht heraus betrachtest. Hab den Mut, für einen Moment die aktuelle Situation aus der Position deines Gegenübers anzuschauen und fühl dich kurz in ihn hinein. Wenn du das offenen Herzens machst, wirst du erstaunt sein, welches Potential dabei plötzlich zum Vorschein kommt. Genau das ist die Botschaft an dich.

Jeder ist dein Engel.

Ja, jeder! Auch und besonders die Leute, die dich so richtig nerven. Robert Betz bezeichnet sie als Arschengel. Den Ausdruck finde ich richtig gut, denn jeder, der dir am A… geht, ist in Wahrheit ein Engel. Warum? Weil er dich auf etwas aufmerksam macht, das du in dir noch nicht liebevoll umarmt und als Teil von dir angenommen hast.

Und dann gibt es natürlich die Wollmützenengel, die dich einfach durch Fragen oder Bemerkungen auf etwas hinweisen und dich vor Unannehmlichkeiten und Ärger bewahren wollen.

Welche Engel hast du bisher kennen gelernt? Erzähl mir von ihnen… gleich unterhalb im Kommentarbereich.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Wollmützenengeln im Sinne des Wortes bin ich noch keinen begegnet, aber ZEICHEN für mich finde ich jeden Tag! Das Schöne daran ist, dass ich sie sofort als „Zeichen“ bemerke, dann inne halte und diese Zeichen im besten Fall sofort einordnen kann. Allein in den letzten 4 Tagen gab es einige solcher Zeichen: Mitten in der Unterhaltung mit einer Freundin, die mir von ihrem Liebsten erzählte … klingelte ihr Telefon – aber keiner war dran. Aha. Am 19. 1. hätte ich einen Spitalstermin gehabt, kleiner Eingriff. Ein paar Stunden davor Anruf, ich brauche nicht kommen, da die für mich erforderliche Maschine kaputt ist. Aha. Heute – zu ungewohnter Mittagsstunde in meinem Stammcafe … ungewohnt deswegen, weil ich mich dort früher oft mit einem Freund eher morgens getroffen hatte. Doch heute war auch er spät dran und es ergab sich nach fast vier Monaten Pause ein ungeplantes, nettes Plauderstündchen. All solche Zeichen sind keine Zufälle, auch wenn sie noch so unbedeutend erscheinen mögen – immer ist Gottes Management am Werk!

    1. Zufälle gibt es ja ohnehin nicht, liebe Christa. Es fällt einem zu, was fällig ist! Und selbst „negative“ Zeichen sind in Wahrheit einfach Hinweise, die dazu dienen, nochmals genau hinzuschauen und den positiven Kern zu entdecken – es gibt ihn… immer!
      Alles Liebe
      Christine

  2. Liebe Christine,

    ja Engel und Arschengel kenne ich auch so einige. Was nur immer so schwierig ist, das dahinterstehende, was ich lernen sollte zu übersetzen und somit zu erkennen. Dies gilt besonders für Arschengel.

    Aber ich bin ja lernfähig und pussel halt immer an solchen Situationen herum und das Universum wird ja glücklicherweise mit der Zeit auch immer deutlicher, wenn man es so gar nicht verstehen will.

    Liebe Grüße
    Gabi

    1. Liebe Gabi
      Deine Bereitschaft ist immer das allerwichtigste! Das Universum wird immer deutlicher – manchmal auch SEHR deutlich! Und spätestens dann betrifft es den eigenen Körper, damit wir endlich hinschauen. So weit muss es aber nicht kommen. Drum ist es ja so wichtig, auf die Hinweise zu achten und die Botschaft dahinter zu entschlüsseln. Wenn du dazu Hilfe brauchst:
      Details findest du in der Blog-Serie „Was ist ein Spiegelbild“
      Liebe Grüße
      Christine

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