Der falsche Schlüssel – und die Tür bleibt zu

Hilfen beim Entschlüsseln von Spiegelbildern Teil 3

Das mit den Schlüsseln ist so eine Sache. Du kannst noch so viele auf deinem Schlüsselbund mit dir herumtragen. Wenn der richtige nicht dabei ist, den du grade jetzt und für eine ganz bestimmte Tür brauchst (oder sich beharrlich weigert, „hier bin ich“ zu schreien), helfen dir all die anderen herzlich wenig.

So ging es mir vor einiger Zeit, als ich erstmals im Haus einer lieben Freundin während ihres Urlaubes die Blumen gießen, den Postkasten leeren und nach dem Rechten sehen sollte. Obwohl sie mir gezeigt hatte, welcher Schlüssel ihres übervollen Schlüsselbundes zu welchem Schloss passte und mit welchem davon ich am besten zuerst beginnen sollte hatte ich es natürlich wieder vergessen. (Wie kann man auch nur so viele Schlösser haben? Das ist ja schlimmer als Fort Knox)

Mir blieb also nichts anderes übrig, als einen nach dem anderen aus zu probieren bis ich den jeweils passenden Schlüssel gefunden hatte. Das war ziemlich mühsam und brauchte einige Zeit. Weniger – Schlüssel nämlich – wäre viel einfacher gewesen, denn es stellte sich heraus, dass ich ohnehin nur drei davon gebraucht hätte, um ins Haus zu kommen.

Beim Entschlüsseln der Botschaft eines Spiegelbildes ist es ähnlich.
Du brauchst hier sogar nur einen – aber es sollte der richtige Schlüssel sein. Die drei falschen Schlüssel kannst du am besten gleich entsorgen. Sie sperren nämlich nicht die so unendlich wichtige Tür auf, an der das Türschild Mein Potential befestigt ist.

Zur Erinnerung:

Die Eigenschaft, die dich an deinem Spiegelbild stört, fällt dir nur deshalb immer wieder auf, weil sie auch in dir vorhanden ist. Noch lehnst du sie ab, verurteilst sie unbewusst auch an dir. Würdest dich niemals so verhalten. Damit du sie aber letztlich doch annehmen und leben kannst – schließlich ist es eine wichtige und von dir lange unterdrückte Fähigkeit – braucht es die positive Entsprechung, also die positive Essenz, die in dieser Eigenschaft verborgen ist. Sie ist dein Potential. Eine Fähigkeit, ein Talent, das auch ein Teil von dir ist und voll Freude bejaht und gelebt werden möchte.

Damit es dir einfacher und schneller gelingt, diese positive Essenz zu entdecken, also die Tür zu deinem Potential zu öffnen, solltest du die falschen Schlüssel von deinem Schlüsselbund entfernen. Sie führen dich bloß in die Irre, zu einer anderen Tür, die dann letztlich erst nicht aufgeht.

Der erste falsche Schlüssel ist der Gegenteil – Schlüssel

Ich gebe dir ein einfaches Beispiel:
Dein unliebsames Spiegelbild – Partner, Kind, Kollege – ist aus deiner Sicht faul, tut nicht, was ihm gesagt wird, bringt nichts rechtzeitig zu Ende, vertrödelt die Zeit etc. Diese Eigenschaft schlummert auch in dir

Ich hör dein „Ich doch nicht!“ bis hierher zu mir.

Um sie annehmen und auch leben zu können, braucht es die positive Essenz dieser Eigenschaft. Versuchst du nun den Gegenteil – Schlüssel so wird er die Tür zu deinem Potential nicht öffnen. Warum?

Ganz einfach:

Das Gegenteil von faul ist z.B. fleissig. Doch das bist du ja ohnehin, richtig? Was also sollst du dann noch annehmen und in dein Leben einbauen, wenn du diese Eigenschaft ohnehin lebst.

Es geht also nicht um das Gegenteil, sondern um eine andere – positive – Bedeutung der selben Eigenschaft. Nimm eine Münze: Sie hat zwei Seiten. Eine mit der Zahl und eine mit einem Bild drauf. Wenn dir das Bild nicht gefällt, dann dreh sie einfach um – es ist dennoch die selbe Münze nur anders betrachtet.

Die positive Essenz von faul wäre z.B. gemütlich, nimmt sich Zeit, genießt, träumt… und noch vieles mehr, je nach dem, was es für dich bedeutet. Ist ja immer eine individuelle Lösung.

Der zweite falsche Schlüssel ist der Negativ – Schlüssel

Der Gegenteil-Schlüssel ist also nicht passend, das hast du erkannt und ihn gleich entsorgt. Doch was ist mit dem Negativ-Schlüssel? Wieso passt der auch nicht? Das tut er deswegen nicht, weil du möglicherweise eine negative Bedeutung durch eine andere, ebenfalls negative, ersetzt hast.

Bleiben wir beim Beispiel einer faulen Person. Nehmen wir an, du ersetzt faul durch unbeweglich. Das mag zwar grundsätzlich stimmen. Ein fauler Mensch kann durchaus unbeweglich sein – körperlich, wie geistig. Doch ist diese Bedeutung für dich wirklich positiv? Kommt da ein Nein von deiner Seite, dann musst du weiter suchen.

Die Antwort auf die folgende Frage kann dabei helfen:

Was kann jemand besonders gut, der faul ist?
Achte dabei auf dein Gefühl: Was spürst du in dir, wenn du eine andere Bedeutung wählst? Erst wenn es sich richtig gut anfühlt, wenn du dir vorstellen kannst, so zu sein, wie die von dir neu gewählte Eigenschaft, dann hast du den Punkt getroffen und den passenden Schlüssel in der Hand.

Noch einen weiteren Schlüssel kannst du von deinem Schlüsselbund entfernen:

Den Keine-Ahnung-Schlüssel

Es kann durchaus vorkommen, dass dir so gar nichts an positiven Bedeutungen zu deinem Spiegelbild einfällt. Das liegt daran, dass du – ganz gleich, was du auch versuchst – immer nur dein negatives Spiegelbild vor Augen hast. Du siehst immer nur die Person, die dich so sehr ärgert oder verletzt. Wirf auch diesen Schlüssel weg, du brauchst ihn in dem Augenblick nicht mehr, in dem du dir eine Geschichte ausdenkst.

Erfinde eine fiktive Person (oder auch ein Tier, aus meiner Erfahrung sehr hilfreich). Überleg dir, wie sie aussieht, wie alt sie ist und in welchem Beruf sie genau diese von dir abgelehnte Eigenschaft erfolgreich einsetzt.
In unserem Beispiel faul könnte das z.B. jemand sein, der Hotels oder Restaurants testet. Der genießt richtig das tolle Ambiente, das köstliche Essen etc. lässt es sich richtig gut gehen.

Hast du ein Tier gewählt, z.B. eine Katze, dann fällt dir sicher auch sofort eine positive Entsprechung ein, die sich für dich großartig anfühlt.

Nachdem du alle ungeeigneten Schlüssel entsorgt hast, bleibt der einzig passende Schlüssel übrig:

Der Positive-Essenz-Schlüssel

Nur er öffnet die Tür zu deinem Potential. Was dich hinter dieser Tür erwartet und ob es da möglicherweise noch Hindernis gibt, kannst du dann im nächsten Beitrag lesen. Soviel kann ich dir schon verraten: Es ist nicht mehr weit zum Ziel!

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!
Herzlichst
Christine

Danke, dass du diesen Beitrag zu Ende gelesen hast. Wenn du regelmäßig Tipps haben möchtest, dann melde dich gleich für den kostenlosen newsletter an und hole dir dein gratis Danke-Extra

10 Empfehlungen für ein glückliches Leben.

Deine Daten sind bei mir absolut sicher und werden in keinem Fall an Dritte weitergegeben!

18 Kommentare, sei der nächste!

  1. Super, liebe Christine! Wie immer triffst du punktgenau ins Schwarze. Ich genieße es sehr, deine launigen und immer kompetenten Erklärungen zu lesen. Schon erstaunlich, wie viele Schlüssel wir unnötigerweise mit uns herumschleppen. Ich werde gleich ein paar Schlüssel von meinem Schlüsselbund entfernen, die ich bestenfalls brauche, wenn ich im Waldviertel bin. Glg Christa

    1. Recht hast du, liebe Christa. Zu viele Schlüssel ist gleichbedeutend mit zu viel Gewicht… und das brauchst du keinesfalls unnötig herumschleppen. Noch dazu, wo es gar keine Türen mehr dafür gibt 😉
      liebe Grüße
      Christine

    2. Liebe Christine!
      Ich kann mich Christas Worten nur anschliessen! Deine Blogs sind immer humorvoll formuliert und es macht richtig Spaß und Freude sie zu lesen…. und neugierig, welche erstaunlichen „Wendungen“ dir dabei immer einfallen!
      Ich für mich lege gerne alle Schlüssel ab … und behalte mir EINEN EINZIGEN Universal-schlüssel- die Erinnerung an das LICHT in mir…… und dass ich IMMER sofort urteilsfrei auf alle Situationen hinschauen kann! Ich bin jetzt „ganz faul“ und mache es mir ab sofort ganz leicht!
      Wie schön zu wissen, immer die WAHL zu haben!

      1. Liebe Mary,
        wir sollten in jedem Fall öfter richtig „faul“ sein und das Leben wäre viiiel einfacher und leichter. Voraussetzung dafür ist natürlich, den Fokus auf die Liebe niemals zu verlieren.
        alles Liebe – Christine

  2. Ist das wieder ein guter Beitrag, der Vergleich mit einem übervollen Schlüsselbund – genial! Gratuliere Christine!

    Liebste Grüße
    Doris

  3. Liebe Christine,

    die Erklärung mit dem Schlüsselbund ist super gelungen. Vor allem gibt es ja auch oft
    noch in einer Lade Schlüssel (welche natürlich nicht gekennzeichnet sind) wo sie sperren,
    aber wegwerfen? Vielleicht ist doch ein wichtger dabei ?
    Gehört der überhaupt mir, oder vielleicht doch meinem Ehemann? Man hat sie zwar die letzen Jahre nicht benöigt, aber ……Auch wenn wir vom Gefühl her fast sicher sind, den haben wir schon vor der Übersiedlung gehabt, die „keine Ahnung Schlüssel“ sind da und derzeit noch ein nicht gelüftetes Geheimnis. Das Gute mag sein, ich schleppe sie nicht mit mir rum, aber da sind sie noch, ganz unten in der tiefen Lade.

    Freue mich schon auf Deinen nächsten Beitrag.
    Liebe Grüße
    Christine

  4. Liebe Christine,

    wieder solch ein bildlicher Vergleich. Und witzig, ich habe eine Person gekannt, die hat auch einen übervollen Schlüsselbund immer mit sich rum getragen und im Nachhinein hat sie genauso viele ungelöste Themen bei sich gehabt.

    Danke für diesen tollen Beitrag.

    1. Liebe Birgit,
      das zeigt wieder einmal: Es passiert nichts zufällig. Jede symbolische Bedeutung kommt ja aus uns heraus… ein paar unbenützte Schlüssel bedeuten ungeöffnete Türen. Was auch immer sich dahinter verbirgt – es können Chancen sein oder eben auch ungelöste Probleme.
      liebe Grüße
      Christine

  5. Liebe Christine,

    da ist der nahende Frühling, in dem das Leben wieder neu erwacht der ideale Zeitpunkt, sich von unnötigem Ballast zu befreien. Frühjahrsputz am Schlüsselbund, mal wieder richtig „ausmisten“…toll!

    Werde ich gleich mal mit loslegen.
    Liebe Grüße
    Diana

  6. Ein wirklich anschauliches Bild, das die Sache klar auf den Punkt bringt.
    Wenn ich nach dem Motto: „Wie innen so außen.“ vorgehe, dann sollte ich vielleicht wieder mal meinen Schlüsselbund genauer ansehen. Vor einigen Jahren habe ich das gemacht und viele Schlüssel aussortiert. Jetzt sind es nicht mehr so viele und vielleicht kann ich noch ein paar entsorgen.

    Alles Liebe
    Ilse

    1. Liebe Ilse,
      ja, ab und an lohnt sich eine kurze Überprüfung… sind ja letztlich nutzlos, wenn es keine passenden Türen mehr dazu gibt. Unnötiger Ballast – fort damit!
      Liebe Grüße
      Christine

    1. Liebe Gabi, es geschieht immer alles zur rechten Zeit! Den passenden Schlüssel ins Türschloss, Vorhänge und Fenster auf und huiii – fort ist der Geist! Der nächste Blick in den Spiegel wird es dir zeigen (und falls nicht: Denk einfach an das Betttuch mit den zwei Löchern und mal den Smiley drunter. Nicht aufs Lachen vergessen!)
      Alles Liebe
      Christine

  7. Liebe Christine,

    und da sag mal einer, es hätte nicht alles seinen Sinn 😉 Ich bin heute mal wieder dabei, verschiedene Artikel zu lesen, die ich während meiner vom Leben verordneten Zwangspause verpasst habe.

    Und da kommt dieser Vergleich mit den Schlüsseln…. ja, stimmt, auch ich hatte verzweifelt versucht mit meinen verschiedenen Schlüsseln ENDLICH das nächste Tor aufzusperren, doch es hat einfach nicht gepasst, das Tor ging einfach nicht auf…. ich hatte einfach versucht, die falschen Türen zu öffnen…. es waren gar nicht meine eigenen.

    Drum hab ich jetzt den Schlüssel kurzerhand von meinem Schlüsselbund genommen, fühle mich wesentlich erleichtert und kann jetzt mit meinen eigenen Schlüsseln die nächsten für mich vorgesehenen Türen öffnen…. ist das Leben nicht wunderbar? und unsere Führung???

    Herzliche Grüße
    Barbara

    1. Ja, liebe Barbara, wir werden immer gut und liebevoll geführt. Doch manchmal wollen wir es nicht wahr haben und meinen, der eigene Weg bzw. die eine Tür ist die ausschließlich richtige. Da hilft nur eines: den falschen Schlüssel endgültig entsorgen. Und siehe da: unter den verbliebenen Schlüsseln findet sich ja dann doch der passende.
      Einer meiner Lieblingssätze jeden Morgen lautet: Das Leben ist schön!
      Liebe Grüße
      Christine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.