Handtaschenchaos

In einer Damenhandtasche etwas zu finden, ist gar nicht so einfach. Da sind hunderttausend Dinge drin – lebenswichtige Dinge, versteht sich! Da finden sich mehrere Schlüssel, Papiertaschentücher, Sonnenbrillen, Lesebrillen, Geldbörse, Autoschlüssel, Parkticket, Haarbürste, Nagellack, Tücher um selbigen auch wieder zu entfernen, Lippenstift (mindestens zwei verschiedene Farben), Wimperntusche, Nagelfeile und das wichtigste Utensil der heutigen Zeit: Das Smartphone.

Und wenn man – nein, Frau – dann etwas in den unergründlichen Tiefen ihrer Handtasche zu suchen beginnt, dann kann das dauern, bis sie fündig wird… wenn überhaupt. Denn eines ist so sicher, wie das Amen im Gebet: Was immer sie sucht – es ist bestimmt der allerletzte, zuunterst  vergrabene Gegenstand, der zum Vorschein kommt. Und manchmal hilft nur eins: Die Tasche auf den Kopf stellen, alles herausfallen lassen und hoffen, dass sich der eine, so dringend gesuchte Gegenstand endlich zeigt.

Und wenn nicht? Wo ist das blöde Ding dann? Das hatte sie doch gestern noch in der Hand und ganz bestimmt auch in die Tasche gesteckt… aber in welche?

Fühlst du dich in dieser Beschreibung irgendwie ertappt? Geht es dir auch manchmal so?

Ich kann dir versichern, du bist ganz bestimmt in guter Gesellschaft und nicht die einzige Frau, die sowas schon erlebt hat. Mir ging es ja früher auch oft so. Ich hatte damals den Ehrgeiz, zu jedem Outfit eine passende Tasche zu tragen. Auch die Schuhe sollten möglichst in der gleichen Farbe sein. Da ich aber nicht jeden Tag im gleichen Farbton unterwegs war und auch nicht immer elegant sondern öfter auch sportlich oder leger, musste auch eine passende Tasche mit dabei sein.

Der Inhalt der zuletzt getragenen musste also in die neu gewählte übersiedeln… und dabei ist es oft passiert, dass eben nicht alles von A nach B gestopft wurde sondern irgendwas in einer Ecke oder einem Seitenfach der alten Tasche drin geblieben ist. Wenn es bloß der Lippenstift war oder die Haarbürste, war das nicht weiter schlimm und ist mir manchmal auch gar nicht aufgefallen.

Blöd wurde es erst – und das  hat mich unnütz Geld gekostet – als ich in meinem Taschenchaos vergeblich nach meinen Autopapieren gesucht hatte und feststellen musste, dass ich sie in der alten Tasche vergessen hatte. Dem Polizisten zu erklären, wie das passiert war und warum, hat bei ihm nur ein verständnisloses  Kopfschütteln hervorgerufen. Zahlen musste ich trotzdem.

Mich zu ärgern – über mich und meine damalige Taschenverrücktheit – hat mir zwar nicht unmittelbar geholfen. Doch ich hab daraus gelernt und mich gefragt, was ich da wohl ändern müsste, damit sowas nicht mehr passiert. Ein Blick in den Spiegel hat mir dabei geholfen.

Wie innen so außen

Du weißt ja: Wie innen, so außen. Herrscht also Chaos in deiner Tasche, so ist zeitgleich auch Chaos in deinem Bewusstsein, deinen Gedanken, deinen Gefühlen. Nimm dir Zeit für dich und schau dir an, in welchem Bereich deines Lebens zurzeit ein völliges Durcheinander herrscht. Sieh dir an, wo du grade auf der Suche nach etwas oder jemandem bist, obwohl du es dir möglicherweise nicht eingestehen willst. Vielleicht magst du ja auch gar nichts ändern, weil es, so wie es bisher war, sehr bequem ist.

Woran kann es liegen?

  • Angst vor Veränderung?
  • Angst vor Neuem, bei dem du nicht weißt, ob du es schaffen kannst?
  • Agierst du nach dem Prinzip „alte Besen kehren gut“? Was aber, wenn bei diesem alten Besen die Borsten immer weniger werden, das Aufkehren immer mühsamer und zeitraubender?
  • Was kann im schlimmsten Fall passieren, wenn ich diese Veränderung (in welchem Bereich meines Lebens auch immer) in Angriff nehme?

In den meisten Fällen wirst du erkennen, dass das ganze Leben aus andauernden Veränderungen besteht, ob du das nun magst oder nicht. Es gibt letztlich immer eine Lösung und oft ist das Ergebnis besser, als die bisherige Situation. Befürchtungen und Ängste stammen meist aus unserer Kindheit. Sie entstanden damals durch Verbote und die befürchteten Konsequenzen bei ihrer Übertretung. Sie haben sich tief in unser Unterbewusstsein eingebrannt. Und obwohl das meistens sehr viele Jahre zurück liegt, handeln wir in  entsprechenden Situationen immer noch gleich, wie damals. Es entstehen die selben Emotionen obwohl wir mittlerweile erwachsen sind und über unser Leben selbst bestimmen können.

Das Bewusstmachen dieser Zusammenhänge ist bereits der erste Schritt zur Veränderung.

Praktische Tipps

Zum Abschluss möchte ich noch einige praktische Tipps mit dir teilen, die mir geholfen haben, Ordnung in mein Handtaschenchaos zu bringen.

Leere deine Handtasche komplett bis auf den Grund. Nimm jeden Gegenstand einzeln in die Hand und überlege, ob du ihn wirklich jeden Tag mit dir herumschleppen willst. Sortiere gnadenlos aus. Schließlich bist du ja nicht auf einem Überlebenstrip im Urwald unterwegs. Besorg dir ein kleines Kosmetiktäschchen, ein einfaches auch selbst genähtes Stofftäschchen mit Zippverschluss tut es auch. Da gibst du alles hinein, was du wirklich jeden Tag bei dir haben willst. Wechselst du die Tasche, brauchst du nur das Stofftäschchen samt Inhalt von einer Tasche in die andere übersiedeln und alles Wichtige ist wieder mit dabei.

Ich habe seither jedenfalls nie mehr nach meinen Autopapieren gesucht, weil ich sie mit einem Griff in der Hand halte. Und falls das Smartphone läutet, finde ich es auch sofort… Augenblick, gleich hab ich’s… verflixt, in welchem Seitenfach steckt das denn schon wieder… ;-))

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

 

 

Danke, dass du diesen Beitrag zu Ende gelesen hast. Wenn du regelmäßig Tipps haben möchtest, dann melde dich gleich für den kostenlosen newsletter an und hole dir dein gratis Danke-Extra

10 Empfehlungen für ein glückliches Leben.

Deine Daten sind bei mir absolut sicher und werden in keinem Fall an Dritte weitergegeben!

6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Christine,
    da musste ich doch mal schmunzeln, auch wenn ich nicht viele Taschen habe. Aber ich konnte es mir bildlich vorstellen und es stimmt, denn meine Taschen sind meist ziemlich groß und da vergräbt sich immer mal was.
    Glücklicherweise habe ich bestimmte Bereiche, wo die Geldbörse, die Autopapiere und mein Mobiltelefon sowie der Haus- und Autoschlüssel reinkommen. Das sind dann die wichtigsten Dinge, die ich meist nicht suchen muss. Alles andere ist dann nicht so schlimm, wenn daraus gelegentlich eine Suchaktion wird.
    Alles Liebe
    Gabi

    1. Liebe Gabi, je größer die Tasche, um so schwieriger ist es, drin etwas zu finden. Ich hab gern Taschen mit mehreren Fächern, doch wo dann was drinnen ist…? Na lassen wir das 😉 Das kleine Täschchen – bagorganizer auf Neudeutsch – hat sich jedenfalls für die ganz wichtigen Dinge sehr bewährt.
      Alles Liebe
      Christine

  2. Nachdem ich ebenfalls alles Mögliche und Unmögliche in meiner Handtasche herumtrage, das ich wohl in etlichen Fächern aufbewahre, geht es mir auch manchmal so, dass ich erst alle Fächer durchsuchen muss bis ich im letzten den gesuchten Gegenstand finde. Das nervt! Ich finde deinen praktischen Tipp mit dem Täschchen genial, also besorge ich mir ein Täschchen für Kosmetik, ein Täschchen für Autoschlüssel und eines für Wohnungsschlüssel und eines……..Herjemine, wie weiß ich dann, in welchem was ist? Ob ich sie nummerieren soll? Oder soll ich auf das Chaos in meinem Inneren schauen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.