Ja, aber….

Ja, aber was ist, wenn das so nicht funktioniert?

Na ganz einfach: Dann machst du …..

Ja, das versteh ich schon, aber was mach ich, wenn…

Dann gehst du den anderen Weg.

Ja klar, aber wenn… da könnte doch dann….

Und so ging es weiter. Es folgten noch ein paar „Ja, aber-Einwände“. Oder waren es Gegenargumente? Egal. Mir platzte dann jedenfalls endgültig der Kragen. „Wenn der Wenn nicht wär’, wär’ Kuhdreck schon längst Schminke!“ rief ich völlig entnervt. Und stürmte aus dem Raum.

Das war vor vielen Jahren bei einem heftiger Disput mit einer Kollegin. Damals hatte ich noch keine Ahnung, was ein Spiegelbild ist und schon gar nicht, was diese mehrmals in ähnlichen Worten wiederholten Sätze wohl mit mir zu tun haben könnten.
Heute, im Rückblick, weiß ich natürlich, dass ihre Worte, die voll von Zweifel, Unsicherheit und Ängstlichkeit waren, in Wahrheit MEINE damaligen Zweifel, MEINE Unsicherheit und MEINE Ängstlichkeit waren. Ich befand mich damals in einer schwierigen, beruflichen Situation und war sehr unsicher, welchen Weg ich wählen sollte. Ich hatte Angst vor einer klaren Entscheidung, war unsicher, ob es wohl die richtige Entscheidung wäre. Angst vor dem, was danach kommen könnte.

„Unsere Zweifel sind Verräter. Sie halten uns davon zurück, einen Versuch zu wagen, und damit machen sie uns oft dort zum Verlierer, wo wir gewinnen könnten.“

William Shakespeare.

Eine weise Aussage, doch wie gelingt es, diese Zweifel, Unsicherheiten und Ängste zu besiegen? Gegen sie ankämpfen? Sie einfach ignorieren? Sich Mut antrinken?

Nein, nichts von alldem – im Gegenteil. Der Schlüssel dazu heißt

Liebevoll annehmen und bejahend fühlen!

Gefühle und Emotionen haben eine Ursache und die liegt tief verborgen in unseren Kindheitserfahrungen. Wir haben gelernt, uns anzupassen. Haben gelernt, dass Liebe meistens an Bedingungen geknüpft ist und wenn wir diese Bedingungen nicht erfüllt haben, folgten entsprechende Konsequenzen. Aus diesen Erfahrungen entstanden Denkmuster und Glaubenssätze, die uns durch unser Leben bis heute begleiten. Durchleben wir eine Situation mit ähnlichen Voraussetzungen wie in unserer Kindheit, kommen wie auf Knopfdruck die selben Emotionen hoch, wie damals.

Sie lassen sich daher nicht „besiegen“. Aber wir können sie liebevoll annehmen. Akzeptieren, dass sie jetzt da sind und das kleine Kind in uns, das diese Gefühle grade empfindet, liebevoll in den Arm nehmen. Es trösten und ihm die Gewissheit und Sicherheit geben, dass die/der Große jetzt und in Zukunft für es da ist. Es beschützt und begleitet auf all seinen Wegen. Zeig dem kleinen Kind in dir, dass du es ernst nimmst und wertschätzt. Dass du bereit bist, seinen Kummer und all seinen Schmerz jetzt wahrzunehmen.

Wenn du grade Zweifel, Unsicherheit oder gar Angst in einem Bereich deines Lebens fühlst, dann nimm ein Blatt Papier und schreib auf, wie du diese Situation oder die Person wahrnimmst. Was genau ist es, was dich so sehr stört, verletzt oder ängstigt. Schreib es so, als würdest du einen Brief an deine beste Freundin, deinen besten Freund schreiben. Wenn du dir alles von der Seele geschrieben hast, leg das Blatt zur Seite und lass es ruhen.

Am nächsten oder übernächsten Tag nimm das Blatt wieder zur Hand und markiere dir alle Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die du darin beschrieben und entsprechend verurteilt hast. Schreib diese auf ein extra Blatt Papier. Den „Brief“ aus dem du diese Eigenschaften und Verhaltensweisen entnommen hast, leg danach irgendwo hin, wo du ihn nicht sehen kannst. Und nun nimm dir jede einzelne Eigenschaft bzw. Verhaltensweise her und bewerte sie neu. Entdecke darin eine Fähigkeit, ein besonderes Talent, etwas, das du positiv siehst und daher auch magst. Beispiele:

Negativ: unsicher –  positiv: wägt alle Für und Wider ab
Negativ: ängstlich – positiv: vorsichtig
Negativ: zweifeln  –  positiv: sich eine eigene Meinung bilden

Wohl gemerkt, das sind Beispiele und vor allem: Es sind MEINE positiven Bewertungen.
Finde also DEINE positiven Bewertungen zu deinen, im „Brief“ niedergeschriebenen Eigenschaften und Verhaltensweisen, die dich ängstigen, stören, verletzten…

Alle von dir neu und positiv bewerteten Eigenschaften sind die Botschaften deines aktuellen Spiegelbildes. Sie sind

DEIN POTENTIAL, DEINE IN DIR SCHLUMMERNDEN FÄHIGKEITEN UND TALENTE

Eigenschaften und Verhaltensweisen, die von dir angenommen, akzeptiert und gelebt werden wollen.

In diesem Sinne:

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Alles Liebe
Christine

 

 

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ein sehr gut geschriebener Blog, liebe Christine! Einfach, klar und gut verständlich. Man merkt den Profi in dir und das dir alles wirklich ein Anliegen ist.
    Ach, ich kenne die Selbstzweifel sehr gut. Schon oft haben sie verhindert und tun es noch immer, dass ich in einem Bereich, der mir so am Herzen liegt (ein neues Buch schreiben) aktiv werde. „Wer soll es schon lesen wollen? Wen interessiert denn, was ich schreibe! Wenn sich nun keine Verlag findet oder niemand es kauft! Eigentlich kann ich mich nur blamieren!“ So oder ähnlich entmutigend melden sich die Zweifel in mir. Ich ignoriere vollkommen, dass die Bücher, die ich schon geschrieben habe sehr wohl von einem Verlag herausgegen wurden und dass mir viele versichert haben, wie sehr sie ihnen gefallen haben.
    Und dann beschließe ich nichts zu tun… doch glücklich und zufrieden bin ich nicht!

    1. „Unsere Zweifel sind Verräter und häufig die Ursache für den Verlust von Dingen, die wir gewinnen könnten, scheuten wir nicht den Versuch.“ Dieses Zitat von Shakespeare kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn wenn es mir ähnlich geht, wie dir. Sie erinnern mich daran, mir diese Zweifel bewusst zu machen und meine Antwort lautet dann – meistens laut:
      „Was soll’s? Hauptsache, mir macht es Spaß! Und alles andere wird sich finden!“

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