Konfrontieren oder vermeiden?

Provisorien mag ich überhaupt nicht, denn meiner Erfahrung nach sind das meist halbfertige und unbefriedigende Lösungen bzw. Reparaturen. Sie geraten danach bald in Vergessenheit – es funktioniert ja nun alles wieder (zumindest scheinbar). Sie bleiben dann so lange bestehen, bis sie irgendwann endgültig den Geist aufgeben. Und dann beginnt die Geschichte wieder von vorne zu nerven. Also warum nicht gleich eine ordentliche Reparatur, statt einer halbherzigen Pfuscherei?

Das war ein Spiegelbild, mit dem ich mich lange Zeit herumgeschlagen habe und glaubte, es gelöst zu haben. Doch es war wie bei der Lotterie. Ich hab wieder ein Los gezogen, geöffnet und drauf stand „Leider nein“. So ein Mist!

Also zurück an den Start – das Leben wäre ja richtig langweilig, ohne Probleme. Sorry: ohne AUFGABEN muss es natürlich heißen!

Ich hatte mich also in der letzten Zeit scheinbar erfolgreich drum herumgeschwindelt. Hatte es vermieden, mich damit zu konfrontieren. Und damit sind wir auch schon beim Thema:

Konfrontieren oder vermeiden?

Ich hatte es also vermieden, mich mit einem bestimmten Thema zu konfrontieren.

Hätte ich mich besser mit dem Vermeiden konfrontieren sollen? Oder hätte ich das Vermeiden vermeiden sollen? Oder mit dem Konfrontieren konfrontieren?…

Du bist verwirrt? Versteh ich gut.

Schauen wir also gemeinsam genauer hin und sehen uns die unterschiedlichen Bedeutungen der beiden Wörter an.

Verschiedene Bedeutungen von Vermeiden sind z.B.

Ausweichen, davonlaufen, verschweigen, verhindern, verhüten, umgehen, vorbeugen usw.
Die meisten davon sind eher negativ besetzt und die entsprechenden Emotionen entspringen der Angst – wovor auch immer.

Verschiedene Bedeutungen von Konfrontieren sind z.B.
Entgegenstellen, gegenüberstellen, die Stirn bieten…
Kon (aus dem Lateinischen) bedeutet: zusammen, mit. Frons (ebenfalls Latein) bedeutet: Stirn.

In weitestem Sinne geht es also darum, sich den Gegebenheiten zu stellen, anstatt sich davor zu drücken. Sich dem vermeintlichen Gegner in den Weg stellen und ihm mutig ins Angesicht schauen! Die gefühlte Angst wird ja nicht kleiner, wenn wir uns seitlich in die Büsche schlagen und hoffen, dass er uns nicht entdeckt.

Glaub mir: Er „entdeckt“ dich garantiert und dann beginnt alles wieder von vorne. Und zwar so lange, bis du dich deiner eigenen Ängste liebevoll annimmst. Sie sind ein Teil von dir – zumindest bis jetzt. Es hat also keinen Sinn, ihnen davonlaufen zu wollen. Sie laufen mit dir mit, ganz gleich, wohin du dich auch wendest. Sie wollen wahrgenommen, akzeptiert und liebevoll fühlend durchlebt werden. Sie sind wie kleine Kinder, die Aufmerksamkeit und Liebe brauchen.

Was kannst du tun, um dich mit dem Vermeiden zu konfrontieren?

Dazu beantworte ganz für dich allein ein paar Fragen:

  • Welchem Konflikt bin ich in letzter Zeit ausgewichen?
  • Wovor bin ich davongelaufen und in welchem Bereich?
  • Was habe ich (dem Partner, der Freundin, dem Chef…) verschwiegen um Streit aus dem Weg zu gehen?
  • Wo habe ich mich zuletzt „verbogen“, um es anderen recht zu machen?
  • Welche Veränderung möchte ich dadurch vermeiden?
  • Was könnte passieren, wenn ich mich dem Konflikt stelle?
  • Was wäre geschehen, wenn ich in jener Situation (siehe 2. Frage oben) nicht davongelaufen wäre?
  • Was wäre so schlimm daran, wenn ich (Partner, Freundin, Chef…) die Wahrheit sagen würde?
  • Was wäre die Konsequenz, wenn ich es zuerst mir selber recht mache und mir selber treu bleibe?
  • Welche Veränderung könnte sich daraus ergeben?

Bei der Beantwortung dieser Fragen wird dir – vor allem im zweiten Teil – auffallen, dass du verschiedene Konsequenzen befürchtest, wenn du dich mit den diversen unangenehmen Situationen konfrontierst. Sie haben ihren Ursprung in deiner Vergangenheit. Es sind deine Denkmuster und Glaubenssätze, denen du seit deiner Kindheit folgst. Sie lehrten dich, und tun es noch immer, dich auf eine ganz bestimmte Art zu verhalten.

Andernfalls gibt es sowas wie Liebesentzug. Und wer will das schon? Wir wollen doch alle geliebt werden!

Aber lieben wir uns eigentlich selber? Wirklich? Ausreichend und bedingungslos?

Eben! Ist also noch eine Menge an „Arbeit“ die wir da vor uns haben. Also dann los! Prüfe deine Denkmuster auf ihre aktuelle Gültigkeit. Gehe auf Konfrontation! Es heißt ja – siehe oben – zusammen, mit. Also bilde zusammen mit dir eine Front und verwandle sie in einen Spiegel. Schau hinein und konfrontiere dich mir DIR.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Wie wahr! Jeder von uns hat Baustellen, die er tunlichst meidet und an denen er nichts ändert, obwohl er in seinem Inneren spürt, da stimmt etwas nicht, da passt etwas nicht mehr. Mir geht es ebenso. Und ich denke: „Ich sollte, ich müsste…….,aber…..! Ich tu also nichts, doch es macht mich unrund. Warum handle ich nicht und lass alles, wie es ist? Es sind alte Ängste, die hochkommen. Ich habe Angst, dass….geschieht. Ich habe Angst, weil ich glaube……! Ist das wirklich wahr? Im Kurs in Wundern heißt es: Angst ist eine Illusion und nicht die Wirklichkeit. „Ich sehe nichts, wie es wirklich ist“, lautet ein Zitat aus dem Kurs. was kann ich also tun? Ich beschließe, zu vertrauen. Einfach zu vertrauen, dass in dieser und jener Situation das Richtige geschieht. Und dazu braucht es nur meine ehrliche Bereitschaft. Lieber Gott (Universum, höchste Kraft, heiliger Geist) ich bin bereit…., übernimm du´s. Du weißt, was die Lösung.

    1. Ja, liebe Christa, genau so ist es. Oft hindert uns auch die Angst vor Veränderungen, dem Unbekannten. Lieber Bekanntes, wenn auch unliebsames, in Kauf nehmen, als sich dem Unbekannten stellen.
      Mut ist gefragt! Und, wie du richtig schreibst, das Vertrauen, dass das, was nachher kommt, genau das Richtige für mich ist.
      Liebe Grüße
      Christine

  2. Super Artikel liebe Christine! Für mich persönlich klingt das Wort „konfrontieren“ ein bisschen zu hart, weil ja da die FRONT drinnen ist, und die könnte so manchen an Krieg erinnern. Besser gefällt mir ->
    dem Gegenüber in die „Augen“ sehen …
    einen Spiegelbild-Freund begrüßen …
    plaudern mit einem Freund namens „Provisorium“ …
    einfach lachen und dann entspiegeln ..
    und so weiter und so fort …

    1. Liebe Christa,
      es geht ja um „vermeintliche Gegner“, also um Situationen oder Personen, von denen wir bloß glauben, dass sie „gegen“ uns sind. In Wahrheit sind sie das ja gar nicht, wie wir ja wissen. Wir glauben ja zunächst nur, „in den Krieg“ ziehen zu müssen. In Wahrheit jedoch geht es um genau die Bedeutungen, die du angegeben hast. Ich kann ja dem Gegenüber nur dann in die Augen sehen, wenn ich mich ihm gegenüber stelle. Ich kann nur dann in den Spiegel schauen, wenn ich bereit bin, mich vor ihn hinzustellen und reinzuschauen.
      Das Lachen folgt danach, meistens jedenfalls.
      Alles Liebe – Christine

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