Wenn einer eine Reise tut…

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, sagt ein altbekanntes Sprichwort. Oder anders ausgedrückt: Spiegelbilder ohne Ende – und nicht immer die angenehmsten. Selber schuld, könntest du jetzt berechtigterweise sagen. Wärst halt daheim geblieben. Stimmt auch wieder… doch reisen macht auch Spaß, und vor allem gibt es nicht nur viel zu entdecken sondern auch zu lernen.

Gelassenheit zum Beispiel, und Geduld.

Für mich als temperamentvollem Sternbild Widder nicht ganz einfach. Wenn es das wäre und ich diese Lektion schon verinnerlicht hätte, dann würd ich ja diese Spiegelbilder nicht kriegen, wie jenes gleich zu Beginn unserer Rundreise durch Kuba. Und es gab noch einige mehr im Laufe der Reise – alle mit demselben Grundthema. Doch der Reihe nach:

Spiegelbild Geduld

Abfahrt vom Hotel in Havanna um 10h – so stand es jedenfalls im Programm. Unser Reiseleiter war da, der Chauffeur jedoch nicht. (Und selbstfahrende Kleinbusse gibt es auch in Kuba noch nicht) Also warten… es wurde 10.15h, der gute Mann war noch nicht erschienen. Es wurde 10.30h und der Kerl war immer noch nicht da. Mein Unmut begann sich langsam aber sicher auch verbal Luft zu machen. Anruf durch den auch nicht sehr aktiven Reiseleiter… Er sei schon auf dem Weg hieß es da. Nach einer weiteren Viertelstunde – noch immer nichts. Es fehlte nicht viel und ich wär zurück aufs Zimmer gestürmt (hätt‘ natürlich auch nix gebracht. Schließlich wollten wir ja die Insel erkunden). Dann endlich… 10.45h, der Chauffeur war eingetrudelt. Er hätte noch so viel zu erledigen gehabt, entschuldigte er sich. Unser Mitgefühl hielt sich in Grenzen, wie du dir denken kannst. Ich strafte ihn während der nächsten Stunden mit völliger Missachtung seiner Person (was ihm wahrscheinlich ziemlich wurscht war).

Spiegelbild Gelassenheit

Leider war auch der Reiseleiter eine Herausforderung. Er war zwar recht pünktlich, doch seine Kenntnisse und Kompetenz waren ziemlich bescheiden. Und überanstrengt hat er sich die 10 Tage auch nicht. Er war kaum vorbereitet, die Reiserouten musste er sich erst während der Fahrt mittels fix gespeichertem Inselplan auf seinem Handy suchen… (das mit dem GPS klappte dort nicht) und wie alt der Plan war, will ich gar nicht so genau wissen. Wir landeten mehr als einmal mitten im Nirgendwo auf holprigen Feldwegen, die diesen Namen gar nicht verdienten, denn es gab rundum kein Feld, nur wilde Landschaft, Kühe und unglaublich viele Ziegen. Oft genug erreichten wir unser Ziel später, als geplant oder sogar so spät, dass keine Besichtigung mehr möglich war. Er nahm das alles ganz gelassen. Was ist schon Zeit?

Wie auch immer – Schluss mit dem Gejammer. Letztendlich  hat alles geklappt, es gab weder Reifenschäden noch Unfälle und wir kamen nach 10 Tagen in einem Stück wohl behalten wieder zurück an unseren Ausgangspunkt. (Die anschließenden drei Badetage in einer großartigen Hotelanlage direkt am Meer hatten wir uns redlich verdient) Der zu Beginn so unangenehm aufgefallene Chauffeur entpuppte sich jedenfalls auf unserer mehr als 3000km langen Fahrt  als sehr umsichtig, freundlich und hilfsbereit. Was will man mehr?

Es hat sich jedenfalls wieder einmal gezeigt, dass der so oft von Touristen mit den Worten begonnene Satz „Bei uns …“ in einem anderen Land völlig kontraproduktiv ist.  Was und wie etwas bei uns in unserem Land ist oder abläuft ist eben anders, als anderswo. Und wer das nicht akzeptieren kann oder will, der sollte besser zuhause bleiben. (Da findet er bestimmt auch genug zu meckern)

Fazit:

  • Der Umgang mit der Zeit ist, vor allem in südlichen Ländern, viel lockerer als hierzulande. Stell dich daher schon vor der Abreise darauf ein. Denk daran: Du bist auf Urlaub und nicht auf der Flucht 😉
  • Kompetenz und Genauigkeit wird in anderen Ländern oft lockerer gesehen, als in Mitteleuropa. Lege deinen Fokus auf die Leichtigkeit, mit der die Menschen dort ihr Leben führen.
  • Leben die Menschen am Urlaubsort in sehr einfachen Verhältnissen, dann schüttle nicht den Kopf drüber oder kritisiere sie sogar. Richte vielmehr deine Aufmerksamkeit auf die Fröhlichkeit und Zufriedenheit der Leute.
  • Sei dankbar für alles, was du hast und sei es aus deiner Sicht auch noch so wenig.
  • Sei dankbar für die Menschen, die dein Leben mit dir teilen.
  • Sei dankbar, dass du in einem Land lebst, in dem Frieden herrscht.
  • Dankbarkeit ist die beste Antwort auf alle Vergleiche – womit und mit wem auch immer.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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11 Kommentare, sei der nächste!

  1. Danke liebe Christine, dass du mir (oder darf ich sagen uns?) die Augen öffnest. Du hast ja so Recht.
    Möchte dir einmal „Danke“ sagen, für deine Beiträge.

  2. Liebe Christine!
    Ich kann dir nur zustimmen – dankbar zu sein für das Land in und den Kontinent auf dem wir leben! Tolle Spiegelbilder hast du da aus deinem Urlaub mitgebracht. Die Leichtigkeit und Lockerheit dieser Länder ist schon beachtungswürdig. Ich wünsche dir, dass dich vieles davon auch weiter durch dein Leben begleitet!
    Und danke auch für deine Blogs – sie sind aufbauend und bereichernd immer wieder!
    Grüße Doris

  3. Da hätten wir sie wieder, die Geduld und die Gelassenheit. Bei mir auch so ein Thema 🙂
    Aber im Urlaub läuft ja tatsächlich immer alles anders. Und da kann man dann richtig Geduld und Gelassenheit lernen.
    Schön, dass du deinen Urlaub genießen konntest und voller schöner, neuer Eindrücke zurück gekommen bist.
    Herzliche Grüße
    Barbara

    1. ja, dort kann man sie am besten lernen, die Gelassenheit – vor allem in den südlichen Ländern, deren Einwohner ja einen völlig anderen Zeitbegriff haben, als wir „Nordländer“. Doch in denke, dass sie dadurch viel mehr Leichtigkeit in ihrem Leben haben und das können wir durchaus von ihnen lernen.
      liebe Grüße
      Christine

  4. Dankbarkeit ist ein extrem wichtiges Thema. Ich selbst übe das schon jetzt mit meinen Kindern (3 und 6). Jedes Kind soll ab und an fünf Dinge nennen für die es an dem Tag dankbar ist.

    Das ist sehr sinnvoll und die Kinder lernen etwas sehr sinnvolles für die Zukunft. Vor allem die Wertschätzung für die kleinen Dinge.

    Beste Grüße,
    Gerd

    1. ja, so ist es… und man kann gar nicht früh genug damit beginnen. Vor allem das eigene Vorleben ist so wichtig. Kinder lernen doch am besten aus Vorbildern und in den ersten Lebensjahren sind das hauptsächlich die Eltern.
      Liebe Grüße
      Christine

    1. Ganz genau, lieber Matthias, so seh ich das auch. Obwohl sich dieses „bei uns..“ manchmal doch einschleicht – durch die Hintertür sozusagen (ich werd‘ die gleich ordentlich zusperren! Da könnt‘ ja sonst wer daherkommen 😉
      Liebe Grüße
      Christine

  5. Hallo, bei deinem Bericht werden Erinnerungen wahr… Cuba… Was für eine Erlebnisreise… Ich war dort mit einem Freund und wir haben 10 Tage auf eigene Faust bestritten…. Was für ein krasser Kulturschock… Letztendlich haben wir uns in Varadero niedergelassen und ausgehalten bis der Rückflug war. Nochmal würde ich nicht dort hin aber missen möchte ich diese Erfahrung (meist) nicht. Denn so schätze ich sehr oft, was ich hier habe.
    Danke für den Artikel! Liebe Grüße, Benedikt.

    1. geht mir genau so , lieber Benedikt. Da weiß man das eigene Heim und das ganze Umfeld noch viel mehr zu schätzen. Und das ewige Jammern und Raunzen über vergleichsweise Kleinigkeiten fällt dann auch zunehmend weg. Wie heißt es so schön: „Der Vergleich macht dich sicher“
      Liebe Grüße – Christine

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