Rosen und Dornen

Welch ein Empfang! Bei meiner Rückkehr aus dem Urlaub begrüßte mich dieser Rosenbogen – voll mit herrlich duftenden, rosa Kletterrosen. Bienen summten und flogen von einer Blüte zur nächsten… ein Paradies!

Im Laufe der folgenden Tage ging ich immer wieder in den Garten und betrachtete diese herrliche Blütenpracht. Beim Binden einzelner abstehender Ranken allerdings verloren etliche Blüten ihre Blätter und ich holte mir recht schmerzhafte Dornenstiche.

Diese Rosenranken mit ihren spitzen Dornen waren für mich ein Symbol für Gegenwehr. Sie wollten einfach grade abstehen und hatten absolut keine Lust darauf, sich zu verbiegen oder gar festgebunden zu werden. Je fester ich sie an den schmiedeeisernen Bogen drückte, um sie mit Blumendraht daran festzubinden, um so heftiger bekam ich ihre Dornen zu spüren. Dafür entschädigten sie mich, nachdem ich sie endlich in Ruhe gelassen hatte, einige Tage danach wieder mit vielen zahllosen Blüten.

Dabei kam mir wieder einer meiner letzten Blogbeiträge zum Thema Chaos in den Sinn.  Da einige Räume im Haus neu ausgemalt wurden und das Wohnzimmer auch eine neue Einrichtung bekam, blieb absolut nichts an seinem gewohnten Platz. Und da manche Dinge grade dann „dringendst“ gebraucht wurden, wenn sie nicht greifbar waren, stieg der Frustlevel zunehmend ins Unermessliche.

Je heftiger ich jedoch die Unordnung in unserem Haus zu bekämpfen versuchte, desto schlimmer wurde sie nach meinem Gefühl. Je dringender mein Bedürfnis nach Ordnung wurde, desto frustrierter wurde ich.

Waffenstillstand war angesagt! Denn Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck.

Raus aus dem Endloskreisverkehr!

Ich nahm also gleich die erste Ausfahrt: Unser Urlaub stand vor der Tür. Also ab in den Süden zum süßen Nichtstun und Relaxen. Mein Chaos von zuhause würde mir dort hoffentlich so was von egal sein… Nun, ganz klappte das nicht – zumindest die ersten paar Tage. Aber je länger ich weg war, desto klarer wurde mir:

„Es ist, wie es ist – NOCH. Und nach meiner Heimkehr kommt ohnehin alles wieder in geordnete Bahnen.“

Und siehe da:

Schon drei Tage nach unserer Rückkehr wurden die Möbel geliefert und ein Wochenende später war wieder alles an seinem, wenn auch neuen, Platz.

Was aber haben nun meine Rosenranken mit dem Chaos in meinem Haus zu tun?

Die Unordnung, das Chaos, entsprach den abstehenden Rosenranken. Je intensiver ich es zu bekämpfen versuchte, umso mehr wurde ich gestochen und verletzt. Erst als ich damit aufhörte und die Ranken sich so entfalten konnten, wie es ihrer Art entsprach, beschenkten sie mich mit übervollen, wundervoll duftenden Blüten.

Es geht hier also um das Loslassen und Vertrauen in den Lauf des Lebens und der Natur.

Wie sieht es denn in deinem Leben aus?

  • In welchem Lebensbereich versuchst du grade, „abstehende Ranken“ nieder zu binden?
  • Möchtest du sie am liebsten abschneiden, um sie endlich weg zu haben?
  • Könnte es auch einen anderen, sanfteren Weg geben, um zu deinem Ziel zu kommen?
  • Was könntest du tun, damit sie dich nicht mehr verletzen?
  • Was würde passieren, wenn du sie einfach wachsen lässt?

Nimm dir Zeit für die Beantwortung dieser Fragen und wenn du magst, schreib sie einfach ins Kommentarfeld.

Ich freue mich auf dich, bis bald…

 

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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17 Kommentare, sei der nächste!

  1. servus Christine,
    JA und ob ich „Ranken“ habe. Sie sind meine derzeitige Jobsituation. Am liebsten möchte ich sofort kündigen, aber …
    Und je mehr ich versuche eine Alternative zu finden, oder möglichst entspannt zu bleiben, um so heftiger und vehementer drängt es sich auf.
    (dabei bin ich selber SGC, aber ich nehme mir die Zeit nicht für mich…)
    Schön dich gerade heute gelesen zu haben, vor 2 Tagen hab ich dein Buch ausgelesen (wieder einmal) aus der Hand gelegt.
    Danke für den Schubbser

    1. Liebe Sophie,
      sich Zeit für sich selber zu nehmen ist sooooooo unendlich wichtig!! Mein Vorschlag: Mach einen Spaziergang in die Natur – allein. Halte deinen Fokus auf die Lösung deiner Situation und lass einfach kommen, was kommt. Dein Herz weiß den richtigen Weg längst! Vertrau auf deine innere Stimme.
      Und wenn du Hilfe brauchst, schreib mir einfach eine private E-Mail.
      liebe Grüße
      Christine

  2. Wenn du mich sehen könntest, liebe Christine 🙂 🙂 :-)….

    …. breit grinsend, weil ich die Botschaft hinter deinem Artikel gerade verstanden habe….

    … nun ich bin momentan auch gerade in einem großen Chaos, allerdings nicht direkt in der Wohnung sondern in meinem Leben und versuche das mal wieder in neue Bahnen zu lenken… beruflich, privat und partnerschaftlich….. eben auf allen Fronten…..

    Ich habe mir zwei Wochen Facebook-frei genommen und auch so mache ich für meinen Blog nur das Allernötigste, um einen neuen Weg zu finden, der zu mir passt…..

    …. und da kommt dieser Artikel….. klasse, danke dir herzlich….

    Ich werde meine Rosen jetzt einfach mal wachsen lassen, ohne was abzuschneiden, ohne was abzubinden, ohne es irgendwie in eine Wuchsrichtung zu biegen…. einfach mal vertrauen, wohin mich das Ganze bringt….

    …. es bleibt spannend…..

    herzliche Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara,
      du hast scheinbar die gleiche Eigenschaft, wie ich: Alles ordnen und organisieren. Erst wenn ich es mache, ist es wirklich richtig und gut!
      Ach wie oft bin ich in diese Falle getappt – statt einfach zu vertrauen, dass es sich ohnehin richtig fügt.
      „Pfusch dem lieben Gott nicht immer ins Handwerk“ hat eine liebe Freundin vor langer Zeit zu mir gesagt.
      Wie recht sie doch damit hat!

      Alles Liebe und hab Vertrauen!
      Christine

  3. Liebe Christine,
    Ordnung halten, alles an seinen Platz legen, hilft uns viel Zeit zu sparen. Ich weiss es und doch fällt es mir persönlich sehr schwer.
    Ich bin von Natur aus ein großer Chaot. Das kostet mich oft viel Zeit, weil ich dann Dinge suchen muss.

    Den Dingen Ihren Lauf lassen hilft mir leider nur bedingt. Dafür hilft mir dann aber wieder eine große Portion Gelassenheit, mit den Unwägbarkeiten des Alltags klar zu kommen.

    Wir haben eben alle unsere Baustellen.

    Lieben Dank für den Artikel
    HG
    Frank

    1. Lieber Frank,
      stimmt, wir haben alle unsere Baustellen, verwilderte Gärten und abstehende Rosenranken. Manches Mal ist das passende Werkzeug nicht gleich zur Hand, um es in Ordnung zu bringen. Ein anderes Mal fehlt die nötige Kenntnis und das Gewusst wie oder einfach nur die Lust, es zu ändern.
      Und letztlich sehen auch abstehende Rosenranken und verwilderte Gärten wunderschön und geheimnisvoll aus 😉
      Liebe Grüße
      Christine

  4. Liebe Christine,

    auch mir ist bewusst, dass alles Starre nicht gut ist und dennoch versuche ich so oft, alles zu beeinflussen, wie ich es gerne hätte und logischerweise steche ich mich dann.
    Bei mir ist es zum einen die Ungeduld und zum anderen – immer noch – ein Rest meines bereits in großen Teilen abgelegten Perfektionismus.

    Aber ich arbeite dran. Gerade in letzter Zeit kommen viele Hinweise auf mich zu, das Leben mehr zu genießen und nicht mehr nur noch zu arbeiten. Ich kann es dadurch ja offensichtlich eh nicht beschleunigen.

    Danke für deinen wundervollen Artikel.

    Liebe Grüße
    Gabi

    1. Liebe Gabi,
      Ungeduld ist mein zweiter Vorname 😉 und wenn ich merke, dass sie sich wieder einmal in den Vordergrund spielen möchte, dann sage ich – meistens laut, wenn niemand in der Nähe ist – STOPP! Und es wirkt. Meine Achtsamkeit und Bewusstheit ist wieder da. Ich atme ein paar Mal tief durch und dann seh ich die Dinge gleich mit anderen Augen.
      Liebe Grüße – christine

  5. Liebe Christine,
    bei mir ist auch grad ein sehr verwilderter Garten. Aber ich lasse ihn jetzt einfach mal so, weil ich JETZT SOFORT einfach nichts dran ändern kann. Ich bin auf Wohnungssuche und schau halt regelmäßig, was angeboten wird, aber lasse es dann auch wieder sein, wenn nichts drin steht und widme mich ein paar schönen Blüten, um den Sinn der Wartezeit zu erfüllen. So lebt es sich viel gemütlicher.
    Konnte ich früher auch nicht, da wäre ich glatt in Panik verfallen, aber wie ich auch immer wieder erleben durfte, richtet sich alles nach einiger Zeit von selber. Jetzt bin ich einfach gespannt, was sich bei mir richten wird. Und da will ich mal nicht hereinpfuschen.
    LG
    Sybille

    1. Liebe Sybille,
      manche Dinge erledigen sich tatsächlich von selber. Das musste ich auch erst lernen – war nicht ganz leicht für mich. Doch meistens funktioniert es schon recht gut 🙂
      Liebe Grüße
      Christine

  6. Liebe Christine,
    auf meiner Pinwand hängt folgender Spruch:
    „Eine Rose mit Dornen verletzt Dich nicht.
    Du verletzt Dich an den Dornen.“
    Das hat mich schon mehrmals an die „Übersetzung“ erinnert:
    Es liegt nicht am Spiegel, es liegt an mir ;O)

    Alles Liebe und herzliche Grüße,
    Sabine

    1. Liebe Sabine,
      ja, genau so ist es! Rosen ohne Dornen gibt es nicht (ich kenne jedenfalls keine). Daher ist es besser sich an ihrer Schönheit zu erfreuen, statt sich an ihren Dornen zu stören.
      Ein schönes Wochenende und alles Liebe
      Christine

  7. Liebe Christine,

    ein sehr schöner Vergleich mit den Rosen. Die Natur zeigt uns doch immer wieder eindrucksvoll, wo wir die Lösungen für so manches Problem finden. Auf den richtigen Lauf der Dinge zu vertrauen ist auch für mich immer wieder eine große Herausforderung. Besonders, wenn ich mich in einem Gefühlschaos befinde und mich dabei in den Dornen und Ausläufern verfange.

    Dann werde ich mich bewusst an dein Rosenbild erinnern, vielen Dank dafür!

    Liebe Grüße
    Diana

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