Selbst-Erkenntnis

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Diesen Satz hörte ich oft in meiner Kindheit von… ja, von wem eigentlich? Wahrscheinlich hörte ich ihn so oft, dass ich ihn gar nicht mehr mit einer bestimmte Person in Verbindung bringen kann. Ich bekam ihn immer dann um die Ohren geknallt, wenn ich wieder einmal etwas verkehrt gemacht und – naiv, wie ich als Kind eben war – es auch noch frei weg eingestanden hatte. Es ging also darum, meine eigene Schuld zu bekennen und mich danach zu bessern.

Aber geht es in der Selbst-Erkenntnis wirklich darum? Um Schuldeingeständnis? Werden wir „besser“ im Sinne von braver, ordentlicher, folgsamer wenn wir unsere vermeintliche Schuld zugeben?

Wird ein Alkoholiker abstinent, weil er seine Sucht eingesteht? Wird ein notorischer Autoraser plötzlich zum gesetzestreuen Verkehrsteilnehmer, weil er seine Geschwindigkeitsübertretungen eingesteht? Wird eine übergewichtige, Süßigkeiten liebende Person plötzlich zum Gesundheitsapostel nur weil sie ihre Naschsucht eingesteht?

Sicher nicht. Da ist wohl der Begriff Selbst-Erkenntnis völlig falsch interpretiert worden.

Doch was bedeutet Selbst-Erkenntnis wirklich?

Die von mir oft verwendete Weisheit der Sprache gibt ja schon den entscheidenden Hinweis:

Die Erkenntnis des Selbst, also dessen, was wir wirklich sind.

Über das Selbst und seine eigentliche Bedeutung sind schon unzählige Bücher geschrieben worden, beginnend bei Marc Aurel

über Krishnamurtis Selbsterkenntnis

oder Andreas Salchers Buch Erkenne dich selbst, aber erschrick nicht 

Um nur drei zu nennen.

In der Essenz geht es letztlich immer um unser/dein wahres Selbst. Das, was dich wirklich  im Innersten ausmacht.

Oder einfacher ausgedrückt: Es geht um die Harmonie in dir und mit dir selber. Den liebevollen Umgang mit dir selber.

Zurück zu den angeführten  Beispielen:

Sobald der Alkoholiker erkennt, dass er süchtig nach Alkohol ist, was schon grundsätzlich nicht leicht fällt, hat er zwar sein Symptom erkannt. Doch hat er auch erkannt, welches Bedürfnis in seinem Leben unbefriedigt ist? Wofür seine Sucht als Ersatz herhalten muss?

Der notorische Autoraser gesteht bei der Polizei seine weit überhöhte Geschwindigkeit ein, bezahlt die Strafe und ist womöglich auch den Führerschein (für eine bestimmte Zeit) los. Aber da er ja nicht zum ersten Mal wie ein Verrückter durch die Gegend rast, wird er es wohl wieder tun. Seine Strafe hat er bekommen, sein Fehlverhalten eingestanden. Hat er auch erkannt, wofür seine Raserei steht und was in seinem Leben fehlt?

Die übergewichtige, Süßigkeiten liebende Person (Frau oder Mann) stellt sich gar nicht mehr auf die Waage, denn sie weiß, dass sie zu viel Süßes ist und ihr Übergewicht von da herrührt. Ihre vermeintliche Schuld hat sie erkannt, die Folgen auch. Doch ist ihr auch bewusst, dass die wahre Ursache für ihr Symptom in ihrer Disharmonie mit sich selber zu finden ist? Dass die Süßigkeiten nur Ersatz für ungestillte Bedürfnisse und sich selber verbotene Verhaltensweisen sind?

Es geht also immer um ein Ungleichgewicht zwischen dem, der du wirklich bist und der Rolle, die du in deinem Leben spielst. Vor allem geht es um die Rolle oder Verhaltensweise, von der du glaubst, dass sie von deinem Umfeld von dir gewünscht wird.

Selbsterkenntnis dient also auch dazu, zu erkennen, was in deinem realen Leben fehlt.

In deiner Essenz bist du immer ein vollkommenes, liebenswertes Wesen. Reine Liebe.  Da fehlt absolut nichts.

Doch als Mensch hier auf unserer Mutter Erde fehlt dir und uns allen meist sehr viel. Damit sind nicht materielle Dinge gemeint, sondern die Kraft und der Mut so zu sein und uns so zu zeigen, wie wir wirklich sind.

In diesem Licht besehen kann Selbst-Erkenntnis tatsächlich der erste Schritt auf dem Weg sein, den wir uns für dieses Leben vorgenommen haben.

Welcher Selbst-Erkenntnis bist du auf der Spur? Wo glaubst du, dich noch „bessern“ zu dürfen?

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzlichst

Christine

 

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3 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Christine,
    wo darf ich mich noch bessern? Da gäbe es wohl eine lange, sehr lange Liste.

    Die Fragen die sich mir stellen:
    – Wo fühle ich mich wohl und wo nicht?
    – Was mache ich gerne und was nicht?
    – Mit wem fühle ich mich wohl und mit wem nicht?
    – …

    Jeden Tag erlaube ich mir einen Einblick in meine Gefühle – war der Tag mehr als 20% unangenehm, hat etwas nicht gestimmt. Dann gehe ich auf die Suche nach dem Erkennen meines Selbst in diesem Tag. Wo habe ich mich verloren, wo war ich nicht ICH sondern eine gespielte Maske?
    Solange ich auf dieser Welt sein darf, werde ich auf der Spur des Erkennens meines Selbst sein. Die Essenz der reinen Liebe – ja die ist fühlbar, wenn mehrheitlich der 80% der Tagesgefühle angenehm waren und mir eine grosse Freude schenken.

    Vielen Dank für deinen Blogbeitrag.
    Herzlichst
    Patricia

    1. Liebe Patricia,
      danke für deine 3 sehr inspirierenden und vor allem essenziell wichtigsten Fragen. Rund um sie herum versammeln sich dann erst all die anderen. Wenn es gelingt, diese drei ausreichend zu beantworten und vor allem dann danach zu handeln sind wir auf dem richtigen Weg.
      Die kommenden Festtage und all die Feierlichkeiten rundherum sind wohl gute „Prüfungstage“, in denen sich jeder diese Fragen stellen und entsprechend beantworten kann.
      alles Liebe
      Christine

  2. Aus meiner Erfahrung gibt es viele Möglichkeiten, den reinen, liebenden Wesenskern zu spüren und erlebbar zu machen – der in allen (!) Menschen derselbe ist. Nur vergessen wir das manchmal … Danke für deinen Beitrag!

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