Stopp, es ist genug! Mut zum Nein

Serie JA ZU MIR / Teil 4     

Vielleicht hast du dich ja schon gefragt, wieso der neue Blogartikel nicht – wie bisher immer – an einem Dienstag erschienen ist. Ganz einfach: Ich war mutig und hab mich, entsprechend des heutigen Artikeltitels, zu einem Nein durchgerungen. Mutig deswegen, weil es noch nicht so lange her ist, dass ich (verlässliche Seele) einem bestimmten Zeitplan beim Schreiben gefolgt bin. Den wollte ich nun hinterfragen.

Und zusätzlich verfolgte mich auf leisen Sohlen der Gedanke, was denn meine Leserinnen und Leser darüber denken könnten, wenn der Artikel samt newsletter plötzlich nicht mehr an einem Dienstag käme, sondern ein, zwei Tage später… oder manchmal vielleicht ganz ausfiele.

Dazu kommt noch ein weiterer Punkt:

Ich hatte mir diesen Artikel-Titel schon vor ein paar Jahren ausgesucht, als ich diese „Ja zu Mir-Serie“ noch persönlich als Abend-Workshopreihe angeboten habe. Doch wie von Geisterhand sind die damaligen Unterlagen dazu verschwunden. Also musste ich mich auf meinen Allerwertesten setzen und mir zum Thema was Neues und vor allem Nützliches für dich überlegen.

Und mir fiel einfach nichts Schlaues ein. Ich kam über ein paar Zeilen nicht hinaus. Und so wurde mir anschaulich vor Augen geführt, dass die Kernaussage des heutigen Artikels genau jetzt passt!

Stopp, es ist genug (mit Nachdenken, in den PC klappern und wieder löschen, weil unbefriedigend)! Mut zum Nein war jetzt gefragt. Und aus diesem Grund erscheint der Artikel erst heute mit einer ganz wichtigen Aussage:

Fort mit Zeitdruck und Stress! Trau dich Nein zu sagen, wenn es für dich nicht passt. Du allein entscheidest über Deine Zeit und darüber, was Du tun möchtest und was nicht.

Das sagt sich so einfach, aber wie sieht es denn in deiner Realität aus?

  • Entscheidest wirklich ausschließlich du allein, was du tun willst und was nicht?
  • Wie schaut es denn mit den so genannten „Umständen“ aus?
  • Sagst du oft Ja, obwohl du in Wahrheit Nein sagen willst?
  • Ärgerst du dich dann hinterher darüber?

Ich höre dich förmlich sagen: „ Ja klar ärgere ich mich drüber – und wie!“

Verständlich, doch Ärger zeigt nur auf, dass du mit dir und deinem Umfeld nicht im Einklang bist. Auf das Thema Ärger und Gefühle werde ich in einer späteren Folge dieser Artikelserie noch genauer eingehen.

Fest steht jedenfalls: Ärger erzeugt Stress… und der lässt sich oft vermeiden.

Mögliche Ursachen für Stress sind zum Beispiel:

Schlechtes Zeitmanagement

Es ist wichtig, zwischen wichtig und dringend zu unterscheiden. Dringendes sollte sofort erledigt werden, für Wichtiges ist auch später noch Zeit.

Eine To-do-Liste kann dabei helfen, die Übersicht zu behalten. Die dringenden Punkte z.B. rot markieren, die wichtigen gelb und der Rest ist möglicherweise gar nicht wichtig genug.

Nicht im eigenen Lebenstempo leben

Zwischen Lerchen und Nachteulen ist ein riesiger Unterschied – nicht nur im Tierreich, sondern auch unter uns Menschen. Als Nachteule um 7h früh schon Höchstleistungen erbringen wird nicht funktionieren. Die Lerche wird um 23h abends auch nichts mehr zuwege bringen. Der eigene Lebensrhythmus entscheidet daher mit, wie du dich fühlst und wie viel Energie du für deine Arbeit hast. Lebst du ständig gegen dein Lebenstempo, erzeugt das ebenfalls Stress und wirkt sich auf Dauer negativ auf deine Gesundheit aus.

Petra Schuseil hat in ihrem Buch „Finde dein Lebenstempo“ diese Zusammenhänge anschaulich erklärt und viele erkenntnisreiche Übungen dazu hineingepackt.

Sich ständig für das Wohl der Anderen zuständig fühlen (sich ausgenutzt fühlen – als ständiges Opfer)

Ursachen dafür sind oft in der Kindheit zu finden. Falls du dich in diesem Punkt angesprochen fühlst, kann es sein, dass du dir ein Lob und Zuwendung durch Wohlverhalten und brav sein „verdienen“ musstest. Ändere deinen Blickwinkel! Du bist nun erwachsen und brauchst nicht mehr „brav“ sein um geliebt zu werden.

Wie das gelingen kann erfährst du in meiner Artikelserie „Was ist ein Spiegelbild“.

Fehlendes Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen (Die Gute sein „wollen“)

Wenn dir auffällt, dass ständig du diejenige bist (das kann natürlich auch auf Männer zutreffen), die z.B….

  • …als erste anruft, um Kontakt zu halten – obwohl das auch der/die andere tun könnte
  • …mit einem Berg von Arbeit als letzte im Büro sitzt – obwohl auch andere mithelfen könnten
  • …im Haushalt für alles zuständig ist – obwohl Partner und Kinder auch ihren Teil leisten könnten…

…dann ist dringendes Umdenken notwendig. Hinterfrage dazu deine Einstellung zum Thema Geben und Nehmen.

Stimmt das Gleichgewicht? Werde ich genug wertgeschätzt?

Bei einem Nein ist es höchste Zeit, auch einmal Nein zu anderen zu sagen.

Voraussetzung dafür ist, sich selber die eigenen Gefühle ehrlich einzugestehen und im Anschluss daran über die eigenen Bedürfnisse zu reden. Sage klar,  was du willst oder nicht willst. Kommen deine Aussage ehrlich und aus dem Herzen, dann kommen sie auch beim anderen an.

Nein sagen lässt sich lernen… und tut unendlich gut! Aber nicht um seiner selbst willen, sondern weil dieses Nein – wenn es aus tiefstem Herzen kommt – gleichzeitig ein JA ZU DIR bedeutet!

Zusammenfassung

Ursachen für Stress sind

  • schlechtes Zeitmanagement,
  • Nicht im eigenen Lebenstempo leben,
  • sich ausgenutzt fühlen,
  • fehlendes Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen.

Erkennen der wahren Ursachen und den Blickwinkel ändern.

Nein zum anderen bedeutet gleichzeitig ein JA ZU DIR

Was hilft:

Das Leben öfter als Spiel sehen. Was immer du tust – tu es mit Freude und Liebe oder lass es sein.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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13 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Christine,

    danke für diesen Artikel. Oh ja, gerade das nein-sagen-lernen ist momentan meine Aufgabe. Bei Menschen, die mir nicht nahestehen ist das kein Problem mehr, aber bei meiner Familie. Und ich habe es geschafft. Ich hab es gemacht, obwohl da diese dusselige Stimme im Hintergrund mich immer wieder antreiben wollte und mir ein schlechtes Gewissen eintrichtern wollte. Es hat einfach nicht gepasst. Und ich hab es durchgehalten. Und es war gut. Auch wenn ich dafür erst einmal „abgestraft“ wurde mit Schweigen. Aber dann war gut.
    Und ich werde es jetzt immer so machen. Wenn es einfach nicht passt werde ich mich nicht mehr verbiegen. Es sei denn es ist wirklich wichtig. Ich denke, ich habe es jetzt endlich gelernt, dass ich nicht mehr brav sein muss um geliebt zu werden und das ist ein tolles Gefühl 🙂

    herzliche Grüße
    Barbara

    1. Ja, das ist wirklich ein tolles Gefühl… einfach weil man spürt, dass es stimmig ist. Und das etwaige motzen des/der anderen ist nicht mehr meine Sache. (in dein meisten Fällen jedenfalls – falls ich nicht wieder einmal die Harmoniefalle tappe)
      alles Liebe – Christine

  2. Angeregt durch deinen neuen Blog fällt mir ein, dass ich im Laufe der Jahre schon viele NEIN`s zu anderen Menschen ausgesprochen habe, auch zu vermeintlichen Freunden. Und deshalb bin ich jetzt nur noch von echten Freunden umgeben. Die echten, wahren Freunde … die bleiben, auch wenn man selbst bisweilen ein Ja zu sich selbst ausspricht!

    1. Echte Freunde lassen sich durch ein Nein auch nicht verunsichern, denn sie spüren gleichzeitig, dass auch das Nein seine Berechtigung hat.
      alles Liebe – Christine

  3. Liebe Barbara,

    das kann ich nur bestätigen, ein „NEIN“ zum richtigen Zeitpunkt muss und darf sein. Früher habe ich auch immer alles getan, um jedem gerecht zu werden. Auch ich musste lernen, mich abzugrenzen und nicht mehr für jeden und alles verantwortlich zu sein und jedem die Kissen aufzuschütteln.

    Auch das mit dem Lebenstempo stimmt. Ich bin definitiv eine „Nachteule“, denn ich laufe erst so gegen 10 Uhr zu Höchstformen auf, kann aber dann bis weit in den Abend hinein arbeiten.

    Wieder ein toller Artikel, danke dafür.

    Herzliche Grüße und eine Umarmung aus der Ferne
    Gabi

    1. „Jedem Menschen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“ sagt schon ein altes Sprichwort. Drum sollten wir es erst gar nicht versuchen.
      Danke, liebe Gabriele und Umarmung zurück!
      alles Liebe – Christine

  4. Liebe Christine
    Gerade heute morgen um 07.00 gab es auf meiner FB-Seite folgende Afformation zur Tages-Zahlen-Schwingung 26: „Warum sage ich nein?“. Passend zu deinem Artikel 🙂
    Es ist so wichtig, immer wieder mal zu reflektieren: „Mache ich was mache, weil ich es will oder mache ich es nur zu Liebe für jemanden anderen?“. Oft geraten wir in die Routine des Machens und die sollten wir immer wieder einmal hinterfragen.
    Herzlichst
    Patricia

  5. Liebe Christine,
    Wunderbar, dass Du auch zu einem Nein gefunden hast. Aufmerksame Leser meines Blogs werden es vielleicht auch schon bemerkt haben, dass meine Artikel unregelmäßig erscheinen. Ursprünglich hatte ich mir zu Beginn des Jahres vorgenommen, jeweils Montags und Freitags einen Artikel zu veröfentlichen. Doch dann habe ich mir nach kurzer Zeit gesagt, Nein, ich setze mich nicht unter Druck. Ich tue es auch sonst nicht, in meinem Berufsleben, also warum sollte ich es jetzt tun.
    Sicher, es gibt Leser, die warten regelrecht auf die nächste Veröffentlichung.
    Aber jeder kann sich bei mir registrieren und erhält dann bei neuen Artikeln automatisch eine Mail.
    Ich schreibe also meine Artikel, wenn ich dazu bereit bin und veröffentliche diese dann, wenn es Zeit ist. Einzige Ausnahme bietet im Moment der Samstags erscheinende Artikel der Zahl der Woche, und das auch nur, weil ich bereits einige Artikel vorgeschrieben habe.
    So bin ich sehr entspannt, was ich ja wohl auch als Entspannungstrainer sein sollte.
    Danke für deinen Artikel, ich werde wohl zu meinem Nein auch mal einen schreiben.
    Liebe Grüße
    Frank

    1. Lieber Frank,
      das bestätigt mein Gefühl, sich auch beim Blogschreiben nicht unter Druck zu setzen, wenn auch eine gewisse Disziplin ganz hilfreich ist. Aber ich denke, wenn jemand gerne schreibt – und das tun ja die Blogger in den meisten Fällen – dann ergibt sich daraus ohnehin ein gewisser Rhythmus… aber der EIGENE! und nicht der, den andere erwarten!
      Danke für deinen Kommentar!
      liebe Grüße – Christine

  6. Liebe Christine,

    „NEIN“ zu sagen ist tatsächlich ein sehr schwieriges Unterfangen, da man ja bereits von Kindheit an gelernt hat, dass zu tun was andere von einem wollen. Und diese Programmierung aufzulösen ist gar nicht so einfach. Gerade wir Frauen tun uns oft schwer damit. Doch mit Deinen Artikel werden einem wieder mal die Augen geöffnet und einem bewusst gemacht, welch hohen Stressfaktor man mit einem einzigen NEIN ausschalten kann.
    Vielen Dank dafür.
    Birgit

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