Total daneben und doch mitten drin…

„Total daneben“ war ich vor einigen Tagen lt. Aussage meines „besten Ehemannes von allen“. Stellt sich wohl die Frage neben wem oder was?

Neben mir? Gut möglich. Oder neben ihm? Stimmte auf jeden Fall.

Standen wir doch gemeinsam an der Kassa eines Möbelhauses, bei dem wir grade zwei Artikel gekauft hatten. Einen wollte er bezahlen, den anderen sollte ich übernehmen. Dazu noch die Ausbezahlung einer Warenbestellung von vor zwei Wochen, die wir heute abholen wollten.

Ich sollte die Kundenkarte und beide Rechnungen an der Kassa vorlegen, hatte aber nur eine in der Hand – die meines Liebsten. Er bezahlte sie und dann begann die Suche nach der zweiten Rechnung. Ich wusste, sie war vorhanden. Irgendwo in den unergründlichen Tiefen meiner Tasche, aber wo genau?

Erstes Fach meiner Handtasche – nichts. Zweites Fach – auch nicht. Zippfach innen – wieder nicht. Die Bemerkungen meines lieben Mannes wurden immer spitzer und ungehaltener.

(Das Problem mit den Handtaschen werden Männer wohl nie verstehen..)

Endlich fand sich dieser blöde Zettel im Außenfach meiner Tasche – dort, wo sich die andere Rechnung ursprünglich auch befunden hatte. Bloß hatte ich sie an der Kassa nicht beide gemeinsam rausgefischt, sondern eben leider nur eine.

Warum erzähle ich dir das eigentlich?

Weil es ein herrliches Spiegelbild ist und weil ich dich davor warnen möchte, wie ich, in die Harmoniefalle zu stolpern. Ich war in sehr guter Stimmung und die wollte ich um jeden Preis erhalten. (Bei logischer Überlegung wäre mir klar gewesen, dass das so nicht funktionieren kann). Daher fühlte sich, zumindest für mich, jede kritische Bemerkung an wie ein Schlag ins Gesicht.

Grundsätzlich hätten mich die Sticheleien meines Liebsten kalt lassen können, war ich mir doch sicher, dass ich die Rechnung bei mir hatte. Sie ließen mich aber nicht kalt – im Gegenteil. Wär’ ich schlagfertiger gewesen, wäre mir bestimmt eine passende Antwort eingefallen, aber nicht einmal das ist mir an jenem Tag gelungen.

So aber zerstörten ein paar bestimmt nicht böse gemeinten Bemerkungen mein Bedürfnis nach fort bestehender Harmonie.

Das war also eindeutig MEIN Spiegelbild.

Alles, was dich trifft, betrifft dich!

Natürlich konnte ich in der Emotion des Ärgers über sein Verhalten nicht „in den Spiegel schauen“. Ich war wütend! Wie konnte er einfach daneben stehen und so fiese Bemerkungen machen, statt in Ruhe abzuwarten, bis ich die Rechnung gefunden hatte! Noch dazu vor anderen Leuten!

Ein guter Tipp:

Falls du in so einer Situation ähnlich emotional reagieren würdest, wie ich, oder es sogar schon einmal getan hast, empfehle ich dir folgendes:

Setze dich nach ein paar Stunden Abstand von der Situation zuhause hin und  und schreib auf, was genau dich am Verhalten deines Partner in dieser Situation verletzt hat.

ACHTUNG: An seinem Verhalten, nicht an ihm als Person!

Diese Unterscheidung ist sehr wichtig, denn allein dadurch kannst du nachher wieder mit ihm reden. Verurteilst du jedoch gleich die ganze Person und nicht nur das Verhalten, ist es sehr schwierig, später wieder ein normales Gespräch zu führen.

Schreib also die Eigenschaften auf, die dich besonders gestört, verärgert oder verletzt haben.

In meinem Fall war das „verletzend, verurteilend, beleidigend…“ Doch das war es alles noch nicht. Das passende Wort – aus meiner Sicht – war, nach genauerem Hinfühlen, „abwertend“.

Such dir dann die Eigenschaft heraus, die dich am meisten verletzt oder verärgert hat. Diese Eigenschaft ist ein Teil von dir – auch wenn du ihn vorerst noch ablehnst. Ein Teil deiner Persönlichkeit, die angenommen und gelebt werden will.

In meinem Fall also war es die Eigenschaft des Abwertens – und die soll ich nun annehmen und leben?

Nein, natürlich nicht! Nicht so!

Es geht doch um das Geschenk, das hinter jedem negativen Spiegelbild verborgen ist. Und das ist immer der positive Kern, das versteckte Potential, das angenommen und gelebt werden will.

Vorsicht, Falle!

Hier ist niemals das Gegenteil der negativen Eigenschaft gemeint, sondern eine andere – positive – Bedeutung der selben.

Ein Beispiel: Dickköpfig (negativ) – nachgiebig (Gegenteil) – konsequent, verlässlich, etc. (positiv)

Ich machte mich also auf die Suche nach diesem Geschenk, der Botschaft meines Spiegelbildes in der Person meines lieben Mannes.

Und plötzlich war alles klar: Hier ging es darum, die Dinge nicht so wichtig zu nehmen. Auch nicht die Meinung anderer. Der Kassiererin zum Beispiel, oder der hinter mir stehenden Kunden, die meinetwegen länger warten mussten.

Jemand, der andere Personen abwertet – wohlgemerkt: MEINE Interpretation –  der nimmt sie nicht so wichtig. Und genau das sollte ich mir erlauben. Der negative Glaubenssatz, warum ich das bisher noch nicht getan hatte, war bald gefunden und in Dankbarkeit in einem kleinen Ritual dem Feuer der Liebe überantwortet. (Meine Blumen freuen sich  immer über die Asche, die ich ihnen als Dünger auf die Erde streue)

Auf den Punkt gebracht:

  • Alles, was dich trifft, betrifft dich!
  • Unterscheide zwischen Verhalten und Person und trenne sie voneinander.
  • Das Verhalten deines Spiegelbildes ist eine Botschaft für dich.Es zeigt dir ein Verhalten, das du dir noch nicht erlaubst.
  • Finde das Positive des negativen Verhaltens und erlaube dir, es zu leben.

 

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Christine,
    ja diese Spiegelbilder… im Moment treffen sie wohl öfters als auch schon.
    Ich liege der Versuchung nahe, dass ich sie auch dem wundervollen Wetter zuschreibe.
    Deshalb nehme ich nach Spiegelbilder-„Hitze-Attacken“ gleich mal diverse Eis-Stengel aus dem Gefrierer und schwuppidiwupp wird in meinem Umfeld gegrinst 🙂
    Vielen Dank für deinen inspirierenden Blog-Beitrag – der Teil „Vorsicht Falle“ finde ich sehr wichtig.
    Herzlichst
    Patricia

    1. Liebe Patricia,
      wie heißt es so schön auf „neudeutsch“?
      cool down
      geht aber nur, wenn die Zufuhr von vorherigen Brennstoffen (in Form von nicht mehr gebrauchten Glaubenssätzen) gestoppt wird. 😉
      liebe Grüße – Christine

  2. Liebe Sophie,
    die Menschen, die uns am allernächsten stehen, sind die Spiegelbilder, von denen wir am meisten lernen können. Sie haben Geschenke ohne Ende für uns in petto!
    Alles Liebe – Christine

  3. Danke liebe Christine, dein heutiger Beitrag regt mich sehr zum Nachdebken an….. Hole mir bei meiner Schwiegertochter regelmäßig eine „blutige Nase“. Egal was ich tue oder nichttue…. nie ist es richtig. Werde mich jetzt hinsetzen und meine Hausaufgaben machen.
    Herzliche Grüße, Gila

    1. Liebe Gila,
      es ist leider so: die Hausaufgaben wollen erledigt werden – andernfalls schickt uns das Leben einen Verweis… und der kann manchmal auch recht schmerzhaft werden. Also nicht zu lange aufschieben, das mit den Hausaufgaben 😉
      alles Liebe – Christine

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