Umgerannt

Ist dir schon einmal passiert, dass dich jemand umgerannt hat? Und damit mein ich: So richtig umgerannt, nicht nur angerempelt? Nein? Mir auch nicht – bis gestern! Ich war mit meinem Schatz in der Innenstadt unterwegs Richtung U-Bahnstation Karlsplatz. Auf dem Weg dahin geht’s durch einen Park. Mein Blick war auf den voraus liegenden Eingang der U-Bahnstation gerichtet. Plötzlich nahm ich einen Schatten auf meiner rechten Seite wahr und schon war es passiert. Wie ein Käfer auf dem Rücken, alle Viere in der Luft, lag ich plötzlich da. Keine Ahnung, wie das gelaufen ist. (Nein, ich hab nichts getrunken! Schelm, der Böses denkt!)

Vor lauter Schreck war ich zunächst ein paar Sekunden sprachlos. Nicht einmal schimpfen konnte ich! Dann erst realisierte ich, dass ich von einer Frau gerammt worden bin.  Sie hatte – wohin auch immer – nur nicht auf mich und den Weg, der vor ihr lag, geschaut. Offenbar sowas wie eine „Hans-eline guck in die Luft“, oder so ähnlich. Sie und mein Schatz halfen mir beim Aufstehen. Der war drei Schritte vor mir und konnte mich auch nicht vorwarnen. Die Frau entschuldigte sich mehrmals und war mindestens so erschrocken, wie ich. Sie ist allerdings nicht gestürzt. Außer einer Abschürfung an der linken Handfläche ist mir, Gott sei’s gedankt, nichts passiert.

Was ist das für ein Spiegelbild?

Ja, was war das für ein Spiegelbild? Das hab ich mich dann, zuhause angekommen, auch gefragt. Nach dem ich meine Hand verarztet hatte, ging es ans Entschlüsseln: Also man nehme Zettel und Bleistift, eine Tasse Tee oder auch ein Glas Wein (alles, was beruhigt und entspannt, ist erlaubt) und los geht’s.

Viele Möglichkeiten der Beschreibung

  • Ich wurde gerammt,
  • ich wurde umgerannt,
  • ich bin gestürzt,
  • der Boden und den Füßen war weg,
  • ich lag auf dem Rücken,
  • ich wurde am weiter gehen gehindert,
  • ich wurde nicht wahrgenommen….

Na da tut sich ja eine Menge!

Du siehst also, dass es da mehrere Möglichkeiten gibt. Unterschiedliche Bedeutungen und Bewertungen einer Situation.

Achtung, Falle

Ich könnte aber genauso gut sagen:

Die blöde Tussi hat überhaupt nicht geschaut. Die hat alles niedergerannt, was ihr im Weg war. Es war ihr völlig wurscht, ob dabei jemand zu Schaden kommt. Ja Himmel, A… und Zwirn, sowas von rücksichtslos! Wie komm ich denn dazu! Usw…..

Doch diese Beschreibung würde – aus meiner Sicht – nicht stimmen. Andernfalls hätte sie sich nicht mehrmals entschuldigt. Und noch ein wichtiger Hinweis, warum die zweite Variante nicht stimmen kann:

Immer die Frage stellen

Auf die Frage „was hat mich am meisten gestört bzw. geärgert“ kam als intuitive Antwort  nicht das Verhalten der Frau, im Gegenteil. Obwohl sie sicherlich die Auslöserin der Situation war, spürte ich keinerlei Ärger ihr gegenüber. Schrecken, ja. Verwunderung, Erstaunen darüber, dass ich sie nicht früher wahrgenommen hatte und sie mich, aber kein Ärger.

Du siehst also, wie wichtig es ist, schon in der Beschreibung der Situation genau darauf zu achten, was dich aus deiner Mitte geholt hat (so du vorher überhaupt drin warst 😉  Ich war es offensichtlich nicht, sonst hätte sie mich nicht von jetzt auf gleich umrennen können.)

In meinem Fall ging es nach genauen Hinsehen und Hinfühlen darum, am weiter gehen gehindert worden zu sein. Ich sollte also aufhören, mit einer bestimmten Sache weiter zu machen. Es gab nämlich ein paar Tage zuvor ein Ereignis, das mich ziemlich beschäftigte und das ich in meinem Hirnkastel immer und immer wieder hin und her gewälzt hatte. Sogar am raschen Einschlafen hat es mich gehindert.

Dazu übrigens ein sehr hilfreicher Blog von Barbara Schönfeld. Sehr empfehlenswert.

Danke, liebes Spiegelbild, kann ich dazu nur sagen.

Manchmal braucht es wohl einen deutlichen und leider auch schmerzhaften Hinweis, um etwas zu erkennen. Vorausgesetzt allerdings, man ist wenigstens dann bereit, ehrlich und kritisch hinzuschauen.

Du siehst also, dass sich auch hinter Unfällen, Stürzen etc. Botschaften verbergen, die enttarnt und dankend angenommen werden wollen. Doch dabei ist immer genaues Hinschauen und ehrliches Fühlen erforderlich. Andernfalls wirst du auf eine falsche Fährte geführt, die dir in deiner aktuellen Situation kaum helfen kann.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

 

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7 Kommentare, sei der nächste!

  1. Oh ja, diese lieben Spiegelbilder, liebe Christine,

    gerade heute habe ich darüber mal wieder nachgedacht, was mir der Verfasser meines aktuell plötzlich aufgetretenen Problemes wohl sagen will. Da musste ich an dich denken.

    Und jetzt finde ich deinen neuen Artikel im Mail-Kasten…..

    Hat das also doch so seine Bewandtnis…. doch was???

    Versuche ich mal, nach deinem Muster vorzugehen:

    Heute morgen habe ich einen Schlaf-Letter geschrieben. Wie immer schicke ich ihn mir selbst zu, um zu testen ob alles in Ordnung ist.

    Es kam aber nichts an meine email-Adresse von meinem Blog.

    Hmmmm….. dreimal versucht …. nix im Kasten ….. komisch ….. dann meine normale Mail-Adresse genommen…. der Letter war sofort da.

    Um das Ganze abzukürzen, ich habe geschlagene 1 1/2 Stunden mit meinem Webhoster Strato und meinem Email-Anbieter Web.de wechselseitig immer wieder telefoniert, mit dem Ergebnis, dass sich nichts geändert hat. Es ist alles in Ordnung

    Mails an meine Blog-Adresse kommen an, bleiben bei Strato, werden aber nicht weitergeleitet. Ich kann selbst die Mail an mein web.de-Postfach schicken. Wenn ich die Weiterleitung an ein anderes Postfach schicke, funktioniert alles…..

    Ich habe immer noch großes Fragezeichen…..

    Na ja, irgendwann wird der Groschen wohl noch fallen.

    Herzliche Grüße
    Barbara
    p.s. herzlichen Dank für die Verlinkung auf meinen Blog

    1. Liebe Barbara,
      das ist allerdings sehr verzwickt… und doch wieder nicht:
      Kurzfassung:
      Die Umleitung funktioniert nicht – es geht also nur auf dem direkten Weg. Die Botschaften (Mails, Hinweise) landen an falscher Adresse, werden nicht berücksichtigt, einfach ignoriert. Kann es sein, dass du Hilfe anbietest, die zwar gehört/gelesen aber nicht wirklich angenommen wird? Dass Hinweise deinerseits einfach ignoriert werden?….

      Liebe Grüße
      Christine

      1. Liebe Christine,

        danke dir für diese Antwort. Könnte sein…. muss ich mal beobachten, auch was ich damit anfangen will…

        Nachtrag zu der Geschichte: nachdem ich den obigen Kommentar abgeschickt hatte, schaute ich in mein Postfach….. tadaaaaa….. sämtliche Mails von heute vormittag und noch ein paar mehr waren plötzlich alle auf einen Schlag angekommen….

        Es bleibt spannend…..

        Herzliche Grüße
        Barbara

  2. Danke Christine für diesen Artikel! Ich bin mir sicher, dass er noch mehr Fans für die Spiegelgesetz-Methode begeistern kann! Super geschrieben, wie immer deine Blogs und vor allem so ehrlich. Das gefällt mir!

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