Du verstehst mich nicht

Du verstehst mich nicht, obwohl ich dir schon unzählige Male erklärt habe, warum ich die Dinge anders angehe, als du. Das kann doch, verflixt noch einmal, nicht so schwer sein, zu kapieren. Ich bin ich, und eben nicht du. Du könntest zumindest versuchen, mich zu verstehen…

Hattest du solche Diskussionen auch schon des öfteren? Meisten finden sie zwischen Männlein und Weiblein statt. Männer ticken nun einmal anders – Frauen übrigens auch – und so sind solche Streitgespräche wohl vorprogrammiert.

Aber muss dich der andere denn verstehen? Ist das überhaupt seine Aufgabe?

Ich habe vor vielen Jahren von meiner Schwägerin einen Kühlschrankmagneten geschenkt bekommen. Auf dem ist eine Giraffe abgebildet und als Text:

Don‘t  try to understand me – just love me!

(Versuche nicht, mich zu verstehen – liebe mich einfach!)

Ist das nicht eine wundervolle Aussage? Doch leider fehlt es uns oft an der Umsetzung dieses Spruches.

Jeder möchte von seinem Gegenüber und besonders von Menschen, die uns nahe stehen, verstanden und geliebt werden. Doch oft fehlt es schon am Grundlegendsten: Der nötigen Akzeptanz und der Wertschätzung der anderen Person. Und zwar unabhängig davon, ob sie unser Denken und Tun versteht und mit uns einer Meinung ist – oder eben nicht.

Aktives Zuhören und Empathie sind in solchen Diskussionen besonders gefragt. Eine große Herausforderung, vor allem dann, wenn der jeweilige Zuhörer auf Grund eigener Erfahrungen in der Vergangenheit alles völlig anders wahrnimmt und daher auch ganz anders handeln würde.

Solche Situationen kenn ich auch aus meiner Partnerschaft sehr gut und nicht immer gelingt es, die Diskussionswogen in kurzer Zeit wieder zu glätten. Von Du-hast-aber über Du-bist-ja-auch bis hin zu Du-verstehst-mich-einfach-nicht wird es dann oft immer lauter. Da hilft dann nur mehr tiefes und langsames Ein- und Ausatmen, von 21 rückwärts zählen etc.

Und vor allem in den Spiegel schauen!

Na dann… Oh, ich glaub, mein Spiegel hat einen Fleck! Oder liegt das doch an mir? Sowas wie ein „blinder Fleck“ wahrscheinlich 😉  Werd‘ gleich einmal das passende Putztuch holen und den Schlingel wegwischen – nicht am Spiegel, sondern bei mir. (Das Spiegelbild lässt sich ja bekanntlich nicht einfach so wegwischen oder ändern)

Und los geht’s:

DU (Spiegelbild Partner) bist ICH – was so viel heißt wie (statt du verstehst mich nicht) ICH verstehe MICH nicht.

Na klar, tu ich oft auch nicht und das macht mich unlustig. Schließlich bin ich ein Verstandesmensch und als solcher ist es meine Aufgabe, alles und vor allem mich selber zu verstehen!

  • Tatsächlich?
  • Muss ich alles verstehen?
  • Muss ich mich denn immer selber verstehen?

Wenn ich das versuche, bin ich zwangsweise unzufrieden mit mir selber, weil ich eben nicht alles verstehe. Aus diesem Grund fühle ich mich nicht gut genug. Außerdem bin ich verärgert und frustriert, weil mich mein Liebster grade nicht versteht.

Hab ich dich jetzt verwirrt? Das allerdings kann ich jetzt sehr gut verstehen!

Denn im Grunde ist doch alles sooo einfach (wir machen es uns nur selber oft kompliziert):

Liebe, was grade da ist – vor allem dich selbst!

Menschen, die Andere nicht verstehen (wollen), können nicht nachvollziehen, warum diese so sind, wie sie sind. Warum sie z.B. um 10 Ecken denken, statt einfach drauf los zu marschieren. Einfach loslegen – und basta! Falls dir z.B. genau das von deinem Partner oder einer anderen, dir nahe stehenden Person deutlich gezeigt wird, dann ist das eine Botschaft an dich! Vor allem dann, wenn dich dieses Unverständnis ärgert oder verletzt. Du solltest dir das auch erlauben oder zumindest zutrauen: Einfach loszulegen! Du kannst das auch, diese Fähigkeit ist auch in dir angelegt.

Falls da ein „Nein, das kann ich nicht, das trau ich mich nicht“ in dir hochkommen sollte, dann schau dir einfach an, was im schlimmsten Fall passieren könnte, wenn du dennoch genau das tust und du wirst erkennen, dass es immer einen Ausweg, eine Lösung gibt. Es sind immer die Hilfen  da, die du grade brauchst.

Unsere Zweifel sind Verräter. Sie halten uns davor zurück, einen Versuch zu wagen, und damit machen sie uns oft dort zum Verlierer, wo wir gewinnen könnten. (William Shakespeare)

Bist du jedoch von deinem Weg fest überzeugt, dann mach dir klar: Die Erwartungen deiner Mitmenschen an dich sind nicht wichtig, es geht  darum, wie und was Du in deinem Leben willst. Wenn du das Gefühl hast, dass dich der andere dabei nicht versteht oder deinen Weg nicht nachvollziehen kann, so ist das seine Sache. Es geht um dich und deinen Weg. Lass dich nicht davon abbringen, nur weil der andere einen anderen Weg wählen würde. Folge einfach deinem Herzen.

Der Verstand weiß, was nicht geht, dein Herz aber sagt dir immer, was du tun sollst.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Wunderbare Zeilen , gefällt mir sehr gut. !! Sehr verständlich geschrieben, danke. weiter so.
    Aber machmal komme ich einfach nicht drauf was das Spiegelbild mir jetzt sagt.
    Z.B. bei meiner Schwester, sie findet das ihr Partner , sie ist krank, ihr nicht genug Verständnis zeigt. Was spiegelt sie sich ?. Zu grosse Erwartungshaltung von ihm oder von ihr ?

    1. Liebe Bernadette,
      danke für deine netten Worte! Betr. Spiegelbild deiner Schwester – und das ist auch schon der Knackpunkt – es ist nicht dein Spiegelbild, sondern das deiner Schwester. Spiegelbilder lassen sich immer nur ganz individuell lösen, da ja jeden etwas anderes ärgert, stört oder verletzt. Wenn du von deinem Standpunkt, also von außen, drauf schaust und die Situation interpretierst, ist es eben DEINE Interpretation und nicht ihre.
      Grundsätzlich aber stimmt immer der Spiegel DU bist ICH. Was mich am anderen stört etc. ist, was ich mir – im positiven Sinne – erlauben bzw. eingestehen sollte, dass es ein Anteil meines Wesens ist und daher zu mir gehört.
      liebe Grüße
      Christine

  2. Liebe Christine,

    wie immer sehr schön auf den Punkt gebracht. Gott sei Dank habe ich solche Probleme gaaaanz selten mit meinem Schatz, irgendwie bekommen wir immer die Kurve. Ich denke es ist tatsächlich so wie du sagst, wir bringen uns gegenseitig sehr viel Respekt entgegen und das macht das Ganze so einfach.
    Aber mir fiel gerade eine Person ein, die mir zwar nicht nahe steht, aber mich – wenn ich nicht nachdenke 😉 doch schon ziemlich genervt hat – weil diese Person sehr, sehr umständlich ist. Wenn ich von dieser Person eine Mail bekomme oder gar mit ihm telefonieren muss, dann ist das immer wie eine never ending story. Er kommt von Hölzchen auf Stöckchen und muss alles begründen und bis ins detail erklären.
    Aber dann ändere ich die Sichtweise und denke mir, er ist sicherlich sehr einsam, sonst würde er nicht so viel und umständlich reden wollen. Ich vermute es zumindest, dass das der Hintergrund ist und schwupps nervt es mich schon weniger, weil er mir dann leid tut.

    Liebe Grüße
    Gabi

    1. Liebe Gabi,
      es ist so, wie du schreibst: Ändere die Sichtweise und alles sieht gleich ganz anders aus oder anders ausgedrückt:
      Nichts hat sich geändert, aber alles ist ganz anders!
      Alles Liebe
      Christine

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