Vom Selbst-Wert zur Selbst-Liebe

Vielleicht erinnerst du dich an eine Autofahrt in den Urlaub, bei der die Kinder immer wieder die Frage stellten: Sind wir bald da? Meine taten das jedenfalls und fielen uns damit nach einiger Zeit ziemlich auf den Wecker (das war noch die Zeit VOR Smartphone und ipad – ja, die gab’s tatsächlich).

Um sie abzulenken, spielten wir verschiedene Wortspiele. Eines davon ging so: Ich wählte ein Wort – z.B. Haus – und jeder musste mit diesem Wort ein zusammengesetzten Hauptwort bilden. Also Haus-Frau, Haus-Tür, Haus-Dach etc. Wem nichts mehr einfiel, der suchte einen anderen Begriff und das Spiel begann von Neuem.

Durch einen Artikel in einer Zeitung wurde ich an dieses Spiel erinnert. Ich überlegte, wie viele Wörter es wohl geben mag, die mit dem Wort “Selbst…” beginnen und welche Bedeutung sie im Allgemeinen haben.

Da gibt es z.B.:

  • Selbst-Wert
  • Selbst-Liebe
  • Selbst-Zufriedenheit
  • Selbst-Überschätzung
  • Selbst-Sicherheit
  • Selbst-Bewusstheit
  • Selbst-Herrlichkeit
  • Selbst-Verliebtheit
  • Selbst-Achtung…..

Mir fielen noch einige mehr ein und ich lade dich herzlich dazu ein, die Liste fortzusetzen.

Doch es geht vor allem auch darum, welche Bedeutung wir all diesen Worten beimessen.

  • Bewerten wir diese Begriffe positiv oder eher negativ?
  • Was tragen wir dazu bei, um diese verschiedenen Eigenschaften bzw. Verhaltensweisen auch zu leben?
  • Warum lehnen wir manche Selbst-Wörter ab?

Mit den einzelnen Begriffen werde ich mich in unregelmäßigen Abständen immer wieder beschäftigen und ich würde mich sehr freuen, wenn du auch deine Gedanken und Bewertungen zu den verschiedenen Begriffen schreibst.

Bist du einverstanden, wenn ich heute gleich mit dem ersten Begriff Selbst-Wert beginne?

Mein SELBST-Wert jedenfalls war lange Zeit gekoppelt mit dem Gefühl, etwas TUN zu müssen – beruflich wie privat. Ich glaubte, nur dann das Recht zu haben gelobt und erst recht geliebt zu werden, wenn ich auf verschiedene Weise „nachweisen“ konnte, was ich alles in Haus und Garten und auch in meinem Beruf geschafft hatte.

Das Ergebnis war vorprogrammiert:
Je mehr ich aktiv etwas getan hatte, um so weniger wurde ich gelobt – warum auch. Hatte ich doch tief drinnen in mir die feste Überzeugung, dass das ohnehin zu wenig ist und vor allem, dass es selbstverständlich ist, was ich alles mache und dass das keiner besonderen Erwähnung bedarf.

Erst als es mir gelang den Zusammenhang zu erkennen und das Denkmuster dahinter mit Hilfe der Spiegelgesetz-Methode von Christa Kössner® aufzugeben, konnte ich mich von dieser Lieblosigkeit mir selbst gegenüber befreien. Vor allem war ein wunderbares Geschenk dahinter verborgen:

Ich bin wertvoll und werde geliebt – unabhängig davon, ob ich fleißig oder untätig bin.

Ich erkannte, dass ich nicht ständig was tun musste, um Bestätigung, Anerkennung und Lob zu verdienen. Und ich erkannte auch, dass ich nicht ständig fleißig sein, mich nach Arbeit umsehen oder mich schlecht fühlen musste, wenn es grade nichts zu tun gab. Es wird mir ohnehin vom Leben gezeigt, was zu tun ist bzw. ob überhaupt etwas zu tun ist.

Einzige Voraussetzung dazu: Meine Achtsamkeit!

Heute fühle ich mich endlich frei in dem Wissen, dass ich ein wertvolles Wesen bin… ein herrliches Gefühl.

  • Wie geht es dir, wenn du das Wort Selbst-Wert liest?
  • Welchen Wert gibst du dir selber? Ganz ehrlich…
  • Definierst du deinen Wert über deinen Beruf?
  • Bist du auch wertvoll, wenn du nur Hausfrau, zuhause bist und keinen Beruf ausübst?
  • Bemisst du deinen Wert danach, wie viel Geld du verdienst?
  • Fühlst du dich nur dann wertvoll, wenn du in einer Partnerschaft lebst?
  • Bist du als Frau nur dann wertvoll, wenn du Kinder hast?

Viele Fragen, doch ich denke, es lohnt sich, einmal in Ruhe und ernsthaft drüber nachzudenken und diese Fragen ehrlich zu beantworten. Vielleicht erkennst auch du ein Denkmuster, das sich lohnt, über Bord geworfen zu werden.

Deine Anregungen zum Thema werde ich selbstverständlich gerne kommentieren.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!
Liebe Grüße
Christine

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15 Kommentare, sei der nächste!

    1. Liebe Eva,
      danke für deine Ergänzungen. Ich werde eine neue Kategorie eröffnen, in die ich all diese Selbst-Wort-Beiträge speichere und zu denen ich dann, eins nach dem anderen, einen Artikel schreibe.

    1. ja, so ist es. Ich hab es auch laange Zeit ignoriert, war mir selber nie gut genug, fleißig genug etc. Hat lange gedauert, aber diese Hürde hab ich geschafft!!
      liebe Grüße
      Christine

  1. Was du schreibst, liebe Christine, ist mir sooo vertraut. Auch ich habe meinen Wert lange Zeit über mein TUN definiert und ich war ein braves Kind, eine gute Schülerin, die beste Ehefrau von allen – frei nach Kishon – und natürlich DIE perfekte Mutter und in meiner beruflichen Tätigkeit hab ich mir die Latte ebenfalls ganz hoch gelegt. Ufff! Wenn ich das so lese, krieg ich jetzt noch Gänsehaut und zwar aus Mitgefühl für die Christa, die ich war. „Nur niemand Probleme machen“, war meine Devise und „Harmonie über alles“ ebenfalls.
    Ich bin so froh und dankbar, dass ich erkennen durfte, dass ich das alles nicht mehr sein MUSS, sondern einfach sein kann, wie ich bin. Ich bin ich – und das gern!
    Wie zitiert Christa Kössner aus dem Kurs in Wundern: Unser Wert hängt nicht davon ab, was wir tun und haben, sondern dass wir SIND, nämlich vollkommen und allzeit geliebt. Und deshalb ist mein Vorbild heute Pippi Langstrumpf, sie ist echt und ehrlich, und ich übe derzeit, ein wenig „durchgeknallt“ zu sein wie sie.

    1. Liebe Christa,
      „durchgeknallt“ gefällt mir!! Das werd ich auch versuchen.. muss nur noch überlegen, wo, wie und in welchem Bereich.
      Danke für den Tipp!
      alles Liebe – Christine

  2. Liebe Christine,
    zu dem Thema habe ich auch mal was geschrieben und weil der so schön passt, habe ich deinen Artikel dann mal gleich verlinkt.
    Danke Dir
    Herzliche Grüße
    Frank

    1. Danke lieber Frank, für den link. Egoismus und Selbstliebe wird ja leider oft verwechselt. Dabei sind sie zwei ganz verschiedene Verhaltensweisen.
      alles Liebe – Christine

  3. Liebe Christine,
    toller auf den Punkt gebrachten Blog-Beitrag. Vielen Dank.
    Dieses Muster ist wohl in uns allen und durch viele Erfahrungen und Lehrplätze (Kindheit, Schule Hobbys, Familie, Beruf…) dürfen wir erkennen, dass der Gradmesser für unseren Selbst-Wert in unserem Erkennen der Selbst-Liebe ist. Je öfters wir dies fühlen und und erlauben dies zu wertschätzen, desto freier werden wir uns im Aussen bewegen – gegenüber jenen, die unser Leben begleiten.
    Herzlichst,
    Patricia

  4. Ein sehr wichtiger und passender Artikel liebe Christine. Und das Spiel finde ich Klasse, das werde ich mal diese Tag selbst machen 🙂 Am besten mit meiner Tochter und ihrer Freundin.
    Denn Selbstwert, Selbstachtung, Selbstliebe und und und sind Wörter mit denen die Kiddies und Jugendlichen heute gar nichts mehr anzufangen wissen. Fatal, denn was für Folgen das für sie und die Gesellschaft hat, dass kann man heute schon erkennen.

    Man sollte sich immer wieder bewusst machen, nur wenn ich mich SELBST liebe, achte, wertschätze und und und nur dann kann ich auch meine Mitmenschen lieben, achten und wertschätzen.

    Ich bin schon auf deine Gedanken bzgl. der anderen Begriffe neugierig.

    Liebe Grüße

    Birgit

    1. Gute Idee, liebe Birgit, es mit den Kindern zu spielen. Es macht ihnen sicher Spaß und sie lernen auf diese Art spielerisch, was die Begriffe in Wahrheit bedeuten, wenn du sie im einzelnen näher erklärst. Manchmal fragen sie vielleicht auch oder erzählen von der Schule und ihren Erlebnissen im Bezug zu den Begriffen
      alles Liebe
      Christine

  5. Liebe Christine,

    auch ich kenne das nur zu genau. Gerade gestern hat es mich mal wieder deshalb aus der Bahn geworfen. Ich dachte, ich hätte es schon geschafft. Aber das Leben lehrt dich oft eben etwas anderes.

    Aber ist halt immer ein „wundervoller“ Lernprozess und irgendwann lerne auch ich es, meinen Wert wirklich nicht mehr von anderen Menschen abhängig zu machen.

    Herzliche Grüße
    Barbara

    1. Du hast Recht, es gelingt nicht immer. Sind wir doch Menschen und als solche lieben wir einfach die Anerkennung und das Lob. Doch es ist eben notwendig, auch hier sich all das, was wir uns von anderen wünschen, zu allererst uns selber zu schenken. Spricht ja schließlich nichts dagegen, sich selber zu loben – auch wenn ein ziemlich blödes Sprichwort sagt: Eigenlob stinkt! Meines tut es jedenfalls nicht!!
      alles Liebe – Christine

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