Vom Sturm umgeknickt

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind… so klingt es noch entfernt in meinem Ohren. Das Zitat stammt aus dem Märchen von Hänsel und Gretel und als Kind hat es mir meine Oma oft vorgelesen. Diesmal jedoch war es kein Märchen sondern traurige Realität: Der Wind, oder besser noch der Föhnsturm, hat meinen wunderschönen Rosenbogen einfach umgeknickt… und jenen in diesem Fall als „himmlisches Kind“ zu betrachten, ist mir nicht leicht gefallen, das kannst du mir glauben.

Vielleicht erinnerst du dich ja noch an meinen Beitrag vom letzten Jahr zum Thema Rosenbogen. Wenn nicht, kannst du ihn hier nochmals nachlesen. Er diente damals schon als wunderschönes Spiegelbild… und muss es wohl oder übel nochmals tun. Diesmal allerdings ist der Spiegel ein ganz anderer.

Der Rosenbogen aus schwarz lackiertem Metall war heuer noch dichter überwachsen und voll mit herrlichen rosaroten Blüten. Die verzweigten Rosenranken waren kaum noch zu bändigen und der komplette Eisenbogen schwankte daher heftig im starken Wind. Kein Wunder, bot er doch genügend Angriffsfläche.

Nun hat es sich ausgeschwankt. Das komplette Metallgerüst liegt verbogen und an den Verbindungsstellen teilweise gebrochen auf der Terrassentreppe. Den beiden Rosenstöcken ist, soweit zu erkennen, nur wenig geschehen. Sie sind ja sehr biegsam. Den Metallbogen allerdings kann ich zur Metallsammlung bringen. Der ist hinüber.

Dazu kommt, dass ich die Ranken nicht vom Metallgerüst lösen kann, ohne sie mindestens bis zu Hälfte abzuschneiden… Damit wäre die Blütenpracht wohl für das heurige Jahr dahin. Mir blutet das Herz!

Doch halt! Das mach ich auf keinen Fall! Da werd‘ ich mir noch was anderes einfallen lassen. Da gibt es bestimmt eine Lösung. (Widerstand!) Damit will ich dich jedoch jetzt keinesfalls langweilen. Geht es doch um den Rosenbogen als Spiegelbild. Schließlich willst du ja nicht wissen, wie man einen Rosenbogen repariert oder die Rosenstöcke retten kann, sondern dich interessiert bestimmt viel mehr, was dieses Spiegelbild für mich bedeutet oder besser welche Botschaft es für mich bereit hält.

Also, dann werfen wir doch am besten gleich gemeinsam einen genauen Blick auf meine Beschreibung dieses Spiegelbildes.

Die Eigenschaften des Rosenbogens hab ich kursiv geschrieben, damit sie leichter erkennbar sind. Es geht als um die Eigenschaften

Verbogen, teilweise gebrochen,  genügend Angriffsfläche  und Blütenpracht ist dahin.

Doch Achtung: Folgewirkung!

Dass die Blütenpracht dahin wäre, ist eine Folgewirkung, und sie tritt erst ein, nachdem ich die Rosenstöcke niedergeschnitten habe. Es ist daher NICHT das aktuelle Spiegelbild! Das ist ein sehr wichtiger Hinweis für dich, wenn du selber ein Spiegelbild entschlüsseln möchtest!

Da ja bekanntlich jedes Spiegelbild den eigenen Bewusstseinsinhalt zum aktuellen Zeitpunkt widerspiegelt, kann es ganz einfach durch das Wort ICH ersetzt werden. In meinem Fall also:

Rosenbogen = ICH

  • ICH biete genügend Angriffsfläche
  • ICH bin verbogen
  • ICH bin teilweise gebrochen.

Hm…  Ich bin doch nicht verbogen oder gar gebrochen. Angriffsfläche lass ich mir noch einreden, aber alles andere…..Da rührt sich so gar nichts in meinem Inneren. Und das ist immer ein sehr guter Indikator dafür, ob ich auf der richtigen Spur bin.

Das gilt im Übrigen auch für dich: Wann immer du ein Spiegelbild entschlüsselst, spür genau hin, ob sich da in dir etwas regt. Nur dann nämlich bist du auf der richtigen Spur. Andernfalls landest du ganz woanders und wunderst dich womöglich, warum du zu keiner Lösung kommst.

Was ich natürlich nicht berücksichtigt habe: Auch Widerstand ist ein wichtiger Hinweis und daher bin ich sehr wohl auf der richtigen Spur!

Zur Sicherheit stelle ich mir also noch die Frage, was mich denn am allermeisten stört bzw. mir am allermeisten weh tut. Und das ist eindeutig auch die Tatsache, dass ich meine beiden Rankrosen stark kürzen muss und sie daher im kommenden Jahr wahrscheinlich viel weniger Blüten haben werden.

Folgewirkung zwar, stimmt, aber es weist mich darauf hin, dass ich mich also von etwas verabschieden muss, das ich sehr mag. Etwas, das ich lieb gewonnen habe… Und das gilt es herauszufinden. Das kann ein Gegenstand sein, eine Person oder, wie in meinem Fall, ein Verhalten, das ich aufgeben sollte.

Es geht also darum, mir etwas einzugestehen und als Teil von mir anzunehmen, das ich bisher abgelehnt habe.

Ich ahne schon, worauf das hinausläuft. Das hat was mit meiner Hartnäckigkeit in manchen Dingen zu tun. Wenn ich davon überzeugt bin, im Recht zu sein, fällt es mir nicht immer leicht nachzugeben. Angriff wird oft mit Abwehr und Gegenangriff beantwortet, statt meinen vermeintlichen Gegner ins Leere laufen zu lassen. (Östliche Kampftechniken lehren oft genau das) Schließlich hat jeder ein Anrecht auf die eigene Meinung und sollte diese doch falsch sein, wird der Andere ohnehin die Konsequenzen tragen müssen.

„Willst du Recht haben oder glücklich sein?“

Dieses Zitat aus einem wundervollen Workshop und zahlreichen Büchern meiner Herzensfreundin Christa Kössner kommt mir grade in den Sinn.

Die Antwort darauf ist doch ganz einfach, oder?

Ich verrate dir jetzt etwas, aber du behältst es für dich, ja? Das mit der Antwort war bei mir oft nicht so einfach, denn ich wollte meistens beides: Recht haben UND glücklich sein.

Heute weiß ich, dass beides gleichzeitig möglich ist. Danke, lieber Rosenbogen, dass du mich, wenn auch auf ziemlich schmerzhafte Weise, wieder daran erinnert hast.

Ich hab ihn mittlerweile bis auf ca. Hüfthöhe zurückgeschnitten, den Metallbogen entfernt und zerlegt und beim Schneiden der Ranken zahlreiche Dornenstiche und Kratzer abbekommen. So wird mir dieses Spiegelbild noch eine Weile deutlich sichtbar in Erinnerung bleiben.

Du siehst also, dass selbst sowas wie die „höhere Gewalt“ eines Föhnsturms und dessen Auswirkungen einen deutlichen Hinweis geben können, was sich grade in deinem Bewusstsein so tut, und dass es sich lohnt, einen kritischen und ehrlichen Blick darauf zu werfen.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Christine,
    drei Tage lang durfte ich einen großen rosaroten Blütenzweig aus deinem Rosenbogen hier in meiner Vase am Wohnzimmertisch bewundern, danke nochmals dafür!
    Und kurz zu den abgeschnittenen Rosenzweigen … die womöglich nächstes Jahr nicht mehr so üppig blühen, wie du vermutest. Wirst sehen, die Pracht kommt wieder!

    1. Vielen Dank, liebe Gabi. Den Lösungsweg nachvollziehen zu können ist wichtig. Nur so kann es auch anderen Menschen beim Lösen von unliebsamen Spiegelbildern helfen.

      Liebe Grüße
      Christine

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