Vom Suchen und Finden

Wer suchet, der findet… und sei es bloß die Erkenntnis, dass keine Suche notwendig gewesen wäre, weil es erstens nichts zu finden gab und weil zweitens ohnehin immer alles da ist, was grade gebraucht wird. Diese Erkenntnis durfte  ich mir heute wieder einmal ins Gedächtnis rufen.

Der Auslöser dafür war eine – nicht vorhandene, weil gar nicht benötigte – Radsicherungsmutter. Ich will dich nicht mit Details langweilen, nur so viel zum besseren Verständnis: Der zweimal im Jahr fällige Räderwechsel bei meinem Auto stand wieder auf dem Kalender. Beim Auto meines Liebsten ist bei jedem Rad eine der fünf Radschrauben nur mit einer speziellen Radsicherungsmutter zu lösen. Das soll den möglichen Diebstahl von Rad und Felge verhindern. Diese Spezialmutter ist natürlich beim Radwechsel mit zur Werkstatt zu bringen, sonst ist der Weg dorthin umsonst. Die Sicherungsmutter passt nur für das jeweilige Fahrzeug und ist daher in der Werkstatt nicht vorhanden.

Nach dem Einladen der Winterräder in meinen Kofferraum  begann also die Suche nach dieser Sicherungsmutter. Ich hatte keine Ahnung, wie das Ding überhaupt genau aussehen sollte, denn ich hatte nicht in Erinnerung, sowas schon in Händen gehalten zu haben. (Trotz zweimaligem Reifenwechsel in den vergangenen Saisonen) Alle Fächer und Taschen an allen möglichen und unmöglichen Stellen in meinem Auto wurden geleert und untersucht. Ich lag halb am Bauch, um auch unter die Sitze schauen zu können… nichts. Unnötig zu erwähnen, dass diese vermaledeite Mutter auch nicht im Bordwerkzeug zu finden war.

Mein Liebster war schon ziemlich sauer und beschwerte sich lautstark über meine Unordnung (und das mir, wo die Ordnung mein zweiter Vorname ist). So holte er einen Schraubenschlüssel und versuchte selber, alle fünf Radmuttern zu lockern… und siehe da: Das funktionierte problemlos! Es gab also bei meinem Auto gar keine spezielle Sicherungsschraube, die diese Radsicherungsmutter zum Öffnen benötigt hätte!! Wir hatten also ganz umsonst nach etwas gesucht, was gar nicht vorhanden war!

Und die Moral von der Geschicht‘: Was du nicht brauchst, das such auch nicht!

Doch zurück zum eigentlichen Kern dieser Geschichte.

  • Wie oft suchst du nach etwas, obwohl du – im Nachhinein besehen – feststellst, dass du es ohnehin nicht wirklich gebraucht hättest?
  • Wie oft lässt du dich von jemandem beeinflussen, der dir etwas einreden will? Der dich davon überzeugen möchte, dass du etwas ganz bestimmtes unbedingt brauchst, weil dir sonst etwas fehlen würde.
  • Wie oft suchst du einen bestimmten Gegenstand, von dem du fest überzeugt bist, dass er doch da sein müsste, und doch ist es nicht.
  • Wie oft bist du sogar auf der Suche nach etwas, das du möglicherweise nicht genau benennen kannst. Doch du hast einfach das unbestimmte Gefühl, dass etwas fehlt.

All das ist nicht ungewöhnlich, geht es doch vielen Menschen manchmal so. Und doch gibt es in all diesen Suchbeispielen eine Gemeinsamkeit:

Deine subjektive Wahrnehmung.

Worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, das verstärkst du im gleichen Augenblick. Warum? Weil die Energie deiner Aufmerksamkeit folgt! Deine Aufmerksamkeit liegt jedoch aktuell beim Suchen und nicht beim Finden des gesuchten Gegenstandes. Dazu kommen meist noch ärgerliche Gefühle über dein eigenes Unvermögen oder über jemand anderen, der den Gesuchten Gegenstand möglicherweise verräumt hat. Damit verstärkst du die Energie zusätzlich und schon rückt der gesuchte Gegenstand noch weiter in die unergründlichen Tiefen deines Schrank-, Wohnungs- oder Hausuniversums.

Was also kannst du tun, wenn du dich irgendwann wieder auf die Suche nach etwas machen willst oder musst, das sich grade deiner Wahrnehmung beharrlich entzieht?

4 Tipps, damit du dich statt auf Suchen auf Finden programmierst:

  1. Schließ kurz die Augen und fokussiere deine Gedanken ganz auf den gesuchten Gegenstand. Stell dir dabei das Gesuchte bildlich vor.
  2. Erinnere dich, wann und wo du den Gegenstand zuletzt gesehen oder in der Hand gehabt hast.
  3. Falls du das Gesuchte nur kurzzeitig verlegt hast, z.B. in einem anderen Raum, in einer anderen Tasche, Mantelsack, Schrank etc. dann geh dahin zurück, wo du den Gegenstand zuletzt in Händen gehalten hast.
  4. Bleib mit deinem Fokus weiter im Finden-Modus und du wirst ganz schnell auch wirklich fündig werden.

Falls es dir jedoch so geht wie mir bei der Suche nach der Radsicherungsmutter, dann vertrau deiner Intuition. Was nicht da ist, kannst du auch nicht finden. Dann allerdings brauchst du es auch nicht, denn:

Es ist immer alles da, was du grade brauchst!

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Köstlich! Vielen Dank, liebe Christine! Das ist herzerfrischend! Wie du schreibst fühlt sich dein Leser gleich mit dir in deine Suche hineinversetzt!
    Der Schlüssel „Intuition“ ist immer eine gute Wahl….grossartig!

  2. Suchen wir nicht alle immer zu viele unnötige Dinge? Und dabei vergessen wir dann doch oft, zu finden, weil wir eben mit dem Suchen beschäftigt sind. Wie oft ist mir das schon so gegangen, dass ich nach etwas gesucht und nicht gefunden habe. Und dann, als ich gar nicht mehr daran gedacht habe, tauchte das gesuchte unverhofft auf.
    Was ich damit sagen will: Wenn wir nach etwas suchen, sollten wir unseren Fokus darauf legen, das gesuchte auch zu finden. Dann läuft es oft von ganz alleine.
    Das ist jedenfalls meine Erfahrung und aus diesem Grund heißt mein Blog ja auch „Finde Dich Selbst“

    1. Genau so ist es, lieber Frank. Bei Namen geht es mir manchmal so. Das Bild bzw. Gesicht hat ich deutlich vor Augen, aber der Namen dazu will sich nicht gleich zeigen. Dann mach ich einfach was ganz anderes und siehe da: plötzlich taucht der Name wie aus dem Nichts auf. Bei Prüfungen passiert das ja auch immer wieder, ganz gleich, wie viel gelernt und was alles zuvor auf Knopfdruck gewusst wurde… die Nervosität und der Druck, etwas auf Abruf parat zu haben, spielt da ja auch eine Rolle.

      Ein Blog mit dem Titel „Auf der Suche nach dir“ wäre übrigens auch ziemlich seltsam 😉
      liebe Grüße
      Christine

  3. Liebe Christine,

    toll: „Was du nicht brauchst, das suche auch nicht“ hat mir echt zu Denken gegeben. Eigendlich die ideale Frage, die man sich stellen sollte, bevor einem das Bedürfnis übermannt sich auf die Suche zu begeben: „Brauche ich das überhaupt?“

    Auch sich innerlich das Gesuchte bildlich vorzustellen spricht mir als Selbstbildner natürlich total aus der Seele, denn Bilder aktiviert unser Unterbewusstsein so dass es das Finden unterstützt.

    Liebe Grüße
    Diana

    1. Liebe Diana,
      ja, so ist es. In meinem Fall mit den Radsicherheitsmuttern hat das mit dem bildlich vorstellen ja auch nicht funktioniert, da ich das Ding ja zuvor noch nie gesehen hatte. Grundsätzlich jedoch klappt das jedoch sehr gut, vor allem, weil der Fokus dann ja auf das Finden des Gegenstandes gerichtet ist. Er „materialisiert“ sich sozusagen, je mehr Gedankenenergie auf diesem Bild liegt.
      Liebe Grüße
      Christine

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