Von der Katz gefressen

Geht’s dir auch manchmal so, dass du etwas suchst und nicht und nicht findest? Du weißt genau, wo du das blöde Ding zuletzt gesehen hast, doch dort ist es nicht mehr. Es ist einfach von der Katz gefressen. Allerdings ist das nur mäßig lustig, vor allem dann, wenn es der Autoschlüssel ist, den du grade suchst. Eigentlich solltest du schon vor zehn Minuten das Haus verlassen haben, aber ohne Autoschlüssel kannst du nicht losfahren…

Mein Liebster hat es da jedenfalls einfach. Wenn er was sucht (und das kommt oft vor) dann fragt er einfach mich „Wo ist denn….“ Und  ich, liebendes Eheweib, sag ihm, wo er den gesuchten Gegenstand finden kann,  bzw. mach mich auf die Suche danach. Doch was mach ich in solchen Fällen? Richtig, ich gehe in mich (hoffentlich find‘ ich auch wieder aus mir raus 😉  und überlege, wo ich das verschwundene Etwas zuletzt gesehen oder in der Hand hatte.

Je nachdem,  ob und wie sehr mich das nervt, ärgert oder gar wütend macht, werfe ich dann einen kritischen Blick in den berühmten Spiegel. Manchmal folgt dann herzliches Lachen und der Ärger ist weg (den such ich dann aber nicht um zu schauen, wo er geblieben ist)

Ein einfaches und direktes Spiegelbild

Vor ein paar Tagen hatte ich so ein Erlebnis, das ich gerne mit dir teilen möchte um dir zu zeigen, wie einfach und direkt oft ein Spiegelbild gelöst werden kann.  Im Grunde ist es ein ganz banales Beispiel:

Ich habe unlängst meine Waschmaschine mit weißer Wäsche befüllt und damit die Trommel nur ja voll wird (soll man ja aus Energiespargründen auch tun) stopfte ich zum Abschluss noch einen hellen Deckenbezug mit hinein. Waschpulver rein, Weichspüler dazu, Deckel schließen und nach Temperatureinstellung von 60 Grad den Startknopf gedrückt. Alles bestens.

Nachdem der Waschvorgang beendet war, holte ich die Wäsche wieder heraus um sie aufzuhängen… Wollte ich, ging aber nicht! Alle Wäschestücke – ja, wirklich alle – waren im Deckenbezug drinnen! Ich bekam den dicken Knubbel natürlich nicht aus der Maschine heraus. Mühsam suchte ich die Öffnung des Deckenbezuges, um wenigstens einen Teil der Wäschestücke einzeln herauszufischen. Das dauerte eine Weile doch dann hatte ich es geschafft und die Wäsche hing endlich auf der Wäscheleine.

Am nächsten Tag wollte ich zum Weggehen eine ganz bestimmte, weiße Bluse anziehen. Doch im Kleiderschrank war sie nicht zu finden. Das gibt’s doch nicht, wo sollte sie denn sonst sein? Vielleicht war sie ja noch in der Schutzwäschetruhe. Ok, darüber hätte ich mich nicht sehr gefreut, wenn ich sie doch grade anziehen wollte. Doch auch dort war sie nicht zu finden. Hatte ich sie vielleicht zur Nähmaschine gelegt, weil etwas auszubessern war? Auch nicht! Also ein typischer Fall von „Katz gefressen“. (Das war so ein Stehsatz meiner Kindheit, wenn irgendetwas nicht zu finden war). Ok, es half nicht, mich zu ärgern, also schlüpfte ich notgedrungen rasch in eine andere Bluse, sonst wär ich noch zu spät zu meiner Verabredung gekommen.

Abends wollte ich es aber genau wissen und machte mich auf die Suche nach dem verschwundenen Kleidungsstück… und fand es letztendlich zusammengeknüllt, mit tausend Knitterfalten – richtig, im Deckenbezug, der noch auf der Wäscheleine hing. Ich hatte die Bluse beim rausfischen all der anderen Teile aus der Waschmaschine einfach übersehen.

Die Botschaft des Spiegelbildes

Doch was war jetzt die Botschaft des Spiegelbildes? Ich ging wieder in mich – und das passte jetzt tatsächlich im wörtlichen Sinne – denn genau das war die Botschaft:

In mich gehen, in meine Mitte gehen. Nicht im Außen nach etwas suchen sondern es in mir finden.

In den Tagen davor war ich irgendwie unrund. Mir war nicht ganz klar, wo ich eigentlich hin wollte, was meine nächste Aufgabe war, die ich in Angriff nehmen sollte bzw. könnte. Ich fühlte mich planlos – was übrigens so gar nicht zu mir passte. Ich wollte etwas tun, statt einfach nur herumzusitzen. Aber was genau? Welches Projekt sollte als nächstes getan werden? Von mir getan werden!

Meine Suche richtete sich nach außen, statt in mich hineinzuhören. Was will mein Inneres, mein Herz? Vor lauter Tun und Machen ist seine Stimme sehr leise geworden, fast unauffällig – genau wie meine Bluse im Deckenbezug. Sie war im Inneren – unauffällig und still.

Was für ein wunderbares Spiegelbild!

Wie du siehst, kann das aktuelle Spiegelbild ganz banal sein, absolut alltäglich.  Und doch kann es dir weiterhelfen, dich auf etwas hinweisen, das du im Alltagsgeschehen normalerweise leicht übersehen kannst. Mit genügend Achtsamkeit jedoch fällt es dir auf.

Wie innen so außen!

Es braucht gar nicht immer etwas extrem Unangenehmes passieren um zu erkennen, wo es grade im eigenen Leben hakt. Und das Tolle daran: Es lässt sich direkt eins zu eins auf deine eigene Situation übertragen. Die Voraussetzung ist jedoch immer Achtsamkeit und ein ehrlicher Blick in den Spiegel.

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Christine,

    wieder einmal eine tolle Darstellung eines Spiegelbildes.
    Das habe ich auch schon oft festgestellt, wenn ich in wilden Aktionismus verfalle. Einen Schritt zurücktreten und mich ausruhe, ist es sofort besser.

    Liebe Grüße
    Gabi

    1. Liebe Gabi, aus der Situation rausgehen – ganz gleich, worum es sich grade handelt – ist immer der beste Weg. Leider vergessen wir manchmal drauf, vor allem, wenn starke Emotionen im Spiel sind. Doch dann ist es besonders wichtig, wenigstens im Nachhinein in den Spiegel zu schauen.
      Alles Liebe
      Christine

  2. Wie schön, liebe Christine,

    dass du deine Bluse doch noch gefunden hast und auch, dass du bereit warst, dir das Spiegelbild anzuschauen und nach innen zu hören. Danke für deine bereichernde Geschichte.

    Ich hab noch einen ganz pragmatischen Tipp (ohne die wertvolle Spiegelbild-Methode zu vernachlässigen 😉 ) fürs Suchen und vor allem Finden:

    Oft kann ich meinen Lieben helfen auf die Frage: »Hast du mein/e … gesehen?«. Ich weiß dann meist genau, wo das gesuchte Teil liegt. Für andere kann ich das super. Nur für mich selber war es lange Zeit schwierig. Bis ich eines Tages auf die Idee kan, meine Frage im Kopf »Ich finde XYZ nicht, ich kann es nicht finden!« umzuformulieren. Heute frage ich: »Wo finde ich XYZ?«. Und wenn ich dann einige Sekunden entspannt(!) warte, habe ich plötzlich ein Bild des Gegenstandes vor Augen, der dann z.B. in der obersten Schublade der Kommode liegt. Oder »es zieht mich« unter meinem Bett nachzusehen. Meist finde ich das Gesuchte dann schnell.

    Alles Liebe,
    Stefanie

    1. Liebe Stefanie,
      danke für den ergänzenden Hinweis! Sich auf das Finden zu konzentrieren, statt auf das Suchen lenkt die Gedanken und somit die Energie sofort um in die richtige Richtung… und schwupps hat sich das gesuchte auch schon gefunden!
      Alles Liebe
      Christine

  3. Liebe Christine,

    ein wunderschönes Beispiel für das Spiegelbild.
    Lustigerweise war meine Waschmaschine gerade kaputt. Etwas hatte sich im Flusensieb verfangen und es war nicht mehr zu öffnen. Um nicht zu riskieren dass die Pumpe kaputt wird, habe ich meiner Waschmaschine bis zum Besuch des Technikers 2 Wochen Pause gegönnt.

    Ich habe seit einer Woche Husten … heute ist es so schlimm, dass ich mir auch eine Pause gönne. Vielleicht hätte ich es so wie bei der Waschmaschine schon am ersten Tag tun sollen?

    Alles Liebe
    Ilse

    Eine spannende Erkenntnis

    1. Liebe Ilse,
      so sieht es wohl aus. Deine Waschmaschine ist ja bloß die Projektionsfläche deines Bewusstseinsinhaltes. Es hat sich etwas in deinem inneren Gedankenfilter verfangen uns ließ sich nicht mehr entfernen. Also ist Pause angesagt um herauszufinden, welches Denkmuster das sein könnte, dass dich an deiner Pause – bisher – gehindert hat.
      Liebe Grüße – Christine

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