Was dir hilft, richtig zu streiten!

Serie JA ZU MIR / Teil 5

Konflikte gehören zur Partnerschaft, genau so wie Kompromisse, Toleranz, Verstehen und Verzeihen. Aber wer lauter schreit, hat deswegen noch nicht Recht. Vor allem Frauen neigen oft dazu, um des lieben Friedens und der Harmonie willen, offenen Streit zu vermeiden.

Aggressiv auf einander loszugehen, in Worten oder gar in Taten, ist ebenfalls nicht die Lösung. Die Ursache – die WAHRE Ursache – des Konflikts ist deswegen noch immer nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Die Fronten verhärten sich bloß.

Also was nun?

  • Streit vermeiden ist nicht gut.
  • Drauf los schreien ist ebenfalls nicht ok.
  • Gleich hinhauen geht wohl auch nicht…

Schauen wir gemeinsam zurück zu unseren fernen Ahnen:

In den menschlichen Anfängen ging es ums Überleben. Die Frauen kümmerten sich um die Nachkommen und den Zusammenhalt in der Sippe. Die Männer kämpften gegen Naturgewalten, Raubtiere, Rivalen und gingen zur Jagd. Kampf und Aggression waren überlebenswichtig.

Im Laufe der Evolution hat der Mensch gelernt (die allermeisten zumindest), dass er nicht gleich hinhauen kann, wenn er etwas nicht sofort bekommt. Das ändert aber nichts an den grundsätzlich vorhandenen Verhaltensweisen wie Futterneid, Machtgier, Besitzdenken, etc. Es ist der ständige Kampf, etwas zu erreichen, einmal erreichtes zu behalten oder wieder zurückzuerobern.

Streit ist sozusagen vorprogrammiert.

In den gesellschaftlichen Umgangsformen von heute steckt noch immer jede Menge Aggressionspotential. Wir leben es bloß anders aus, als unsere Ur-Ur-Urahnen. Im heutigen Alltag entwickelt sich ein Konflikt meistens langsam über einen längeren Zeitraum. Es sammeln sich unterschiedliche „Zutaten“, samt „Gewürzen“ wohlmeinender Köche (Kollegen, Freunde, Eltern etc.) von neben an und wandern in den Beziehungs-Kochtopf bis er übervoll ist. Und weil dieser ohnehin schon lange nicht mehr auf Sparflamme kocht, ganz im Gegenteil,  und weil auch noch der Deckel fest drauf gedrückt wird (es soll ja niemand wissen, was sich da zusammenbraut) kocht er letztlich über. Das Ergebnis ist jede Menge angebranntes Zeug, das nur mühsam wieder entfernt werden kann.

Welche Zutaten solltest du also in deinem symbolischen Beziehungs-Kochtopf durch andere ersetzen oder überhaupt weglassen, damit letztlich darin eine köstliche und bekömmliche Beziehungs-Suppe entsteht?

Oberstes Prinzip:

Energiezufuhr zurück drehen! Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!

Also raus aus dem gegenseitigen Hochschaukeln und Angriff folgt auf Gegenangriff. Ich hab es das „Du-bist-Pingpong“  genannt.

Es geht auch anders!

Ich empfehle dir zwei mögliche Lösungswege, die sich aus meiner Erfahrung sehr gut bewährt haben. In beiden Fällen ist wichtig, dass du

  • Probleme möglichst sofort ansprichst. Darauf warten, dass sie sich von selber lösen, funktioniert kaum, im Gegenteil. Damit signalisierst du deinem Gegenüber nur, dass du einverstanden bist mit seinem Verhalten. Und so wird es sich wiederholen.
  • dich mutig zur offenen Auseinandersetzung stehst. Sag deinem Gegenüber, was dich stört und was du anders haben willst. Wie soll er das denn wissen, wenn du es nicht klar aussprichst?

„Sag, was du meinst, und du bekommst, was du willst“  ist ein sehr interessantes Buch über Powertalking von George Walther.

 

Lösungsweg 1 –  Gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg

Wichtig dabei ist immer die Fairness gegenüber deinem Streitpartner. Die erreichst du am leichtesten, wenn du während des Gespräches bei dir bleibst.

  • Sprich darüber, was du beobachtest ohne es zu bewerten. – Beobachtung
  • Erzähle, wie du dich dabei fühlst. – Gefühl
  • Sag dem anderen, was du brauchst und was dir wichtig ist. – Bedürfnis
  • Abschließend formulierst du klar und deutlich deinen Wunsch. – Bitte
  • Sag ihm, was du anders haben willst und suche gemeinsam mit ihn nach einer Lösung.

Bei diesem Lösungsweg beziehst du dich im Streitgespräch immer auf das, was grade ist, also auf die Gegenwart und sprichst über DICH. Eine Verurteilung des Streitpartners fällt dadurch weg. Dieser braucht sich daher auch nicht mehr zu verteidigen. So kannst du dich sofort gemeinsam mit ihm auf die Lösung des Problems konzentrieren.

Auch dazu gibt es einige wunderbare Bücher von Marshall Rosenberg. Eines davon heißt: „Gewaltfreie Kommunikation“

 

Lösungsweg 2 – Die Spiegelgesetz-Methode von Christa Kössner®

Erkenne dich selbst im Verhalten des anderen. Sobald ein Problem sichtbar wird und du dich darüber ärgerst oder dich verletzt fühlst, ist es Zeit für einen Blick in den Spiegel.

Was genau zeigt dir sein/ihr Verhalten? Wie ist er oder sie? In dieser Eigenschaft steckt eine Botschaft, ein Geschenk für dich. Ein Potential, das auch in dir vorhanden ist und liebevoll angenommen werden will. Das Nein in dir, das noch dagegen spricht, ist dein negativer, liebloser Glaubenssatz, den du nun die Chance hast, los zu lassen und ihn durch einen neuen, liebevollen Leitgedanken zu ersetzen.

Dein Streitpartner zeigt dir durch sein Verhalten ein noch ungelebtes Potential in dir. Durch deine Akzeptanz und dein liebevolles Annehmen wird aus dem unliebsamen Streit letztlich ein Geschenk.

Mehr über die vier Schritte der Spiegelgesetz-Methode von Christa Kössner® kannst du in meiner Artikelserie „Was ist ein Spiegelbild?“  nachlesen.

So betrachtet ist jeder Streitpartner ein Geschenk für die eigene Weiterentwicklung.

Zusammenfassung

  • Probleme möglichst sofort ansprechen
  • Mut zur offenen Auseinandersetzung
  • Fairness gegenüber dem anderen
  • Erkennen des eigenen Spiegelbildes im Verhalten des Gegenübers
  • Zwei Lösungswege: Gewaltfreie Kommunikation und Spiegelgesetz-Methode von Christa Kössner®

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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9 Kommentare, sei der nächste!

  1. Das war mal wieder ein ganz toller Artikel, liebe Christine,

    und er kam wie immer genau zum richtigen Zeitpunkt. Gerade wurde mir eine meiner Verhaltensweisen, die ich früher immer so praktiziert habe nochmal in aller Deutlichkeit von einem netten Mann gespiegelt.

    Und nachdem mir das bewusst geworden ist, wars vorbei, da hat er sich nicht mehr gemeldet 😉 denn ich habe verstanden. Ist doch ein tolles Spiel hier mit den Spiegeln 🙂

    Herzliche Grüße
    Barbara

    1. Da hast du völlig Recht, liebe Christa. Doch manchmal kommen dennoch spontan Emotionen hoch, die zeigen, dass es noch ungeöffnete Geschenke gibt. Und dann braucht es ein wenig Abstand, um in den Spiegel zu schauen.
      alles Liebe – Christine

  2. Liebe Christine,

    von deiner so schön beschriebenen Streitkultur – also ohne zu verletzen, zu streiten – habe ich bereits vor Jahren einmal gelesen und mir dies schon damals sehr zu Herzen genommen.

    Ich praktiziere jedoch auch aktive Dankbarkeit und seitdem ich das tue, gibt es fast kein Thema mehr, worüber es sich zu streiten lohnt.

    Liebe Grüße
    Gabi

    1. Liebe Gabi,
      aktive Dankbarkeit finde ich großartig! Dankbar zu sein für alles, was uns das Leben beschert, lässt erst gar keinen Streit aufkommen. Doch das ist ein längerer Weg, der für viele Menschen recht steinig und unwegsam ist.
      Alles Liebe – Christine

  3. Liebe Christine
    Vielen Dank für deinen Artikel.
    Gewaltfreie Kommunikation ist wundervoll, wenn die Emotionen wieder unten sind. Eine Nacht darüber schlafen und dann Schritte 1 – 5 – funktioniert wundervoll.
    Das Spiegelgesetz finde ich ebenso eine gute Möglichkeit – doch manche Spiegel sind einfacher anzunehmen als die anderen.
    Herzlichst
    Patricia

    1. Liebe Patricia,
      damit hast du wohl recht… wobei ich dazu ergänzen möchte, dass das Annehmen gar nicht so schwierig ist: Du bist ich, zumindest irgendwo tief in mir drinnen. Die weniger leichte Übung ist oft das Entschlüsseln. Also das Herausfinden der positiven Essenz. Dieses Geschenk ist es ja, das uns das Spiegelbild durch sein/ihr Verhalten macht.
      liebe Grüße – Christine

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