Was warten, Erwartungen und Warzen gemeinsam haben.

Vor ein paar Tagen bin ich, nach langer Zeit wieder einmal, in eine selbst gestellte Falle getappt. Das Ergebnis war zu erst Frust, dann Ärger … bis ich mich befreit hatte. Und dann war wieder alles paletti.

  • Was war geschehen?
  • Welche Falle hatte ich mir da gestellt?
  • Und wieso bin ich voll reingestiegen, statt sie rechtzeitig zu erkennen und zu entschärfen?

Alles der Reihe nach:

Die Falle hieß Erwartung!

Ich hatte sie selber scharf gemacht, in dem ich beschlossen hatte, unsere Holzterrasse gründlich und schonend mit dem Kärcher zu reinigen. Danach war es klarerweise auch nötig, sie mit geeignetem Holzöl einzulassen, um sie wieder witterungsbeständig zu machen.

So weit, so gut.

Nach zwei Stunden Reinigung war ich ziemlich geschafft und ging zurück ins Haus. Die Terrasse musste ja vor dem Einölen einige Zeit trocknen. Mein Liebster saß während dessen gemütlich vor dem Fernseher und bemerkte – richtig – absolut nichts!

Rumms! Die Erwartungs-Falle war zu!

Ich war in vollem Bewusstsein und mit aller Kraft hineingesprungen!

Schon während der Reinigung hatte ich er-wartet, dass mein Partner zwischenzeitlich in den Garten kommt, um zu sehen, was ich mache. Aber er kam natürlich nicht. Wie denn auch? Er wusste ja gar nichts von meiner Reinigungsarbeit, denn ich hatte ihm davor nichts gesagt.

Da hätte ich lange warten können!

Ich hatte mir also diese Falle selber gestellt. Und anstatt sie rechtzeitig zu erkennen und sie gleich wieder zu entschärfen, bin ich hinein gestiegen. Hinein gesprungen trifft es noch besser, denn ich war zunächst ziemlich frustriert. Da rackerte ich mich zwei Stunden lang ab und erwartete mir entsprechendes Lob. Und als von seiner Seite dann auch noch die, natürlich berechtigte, Bemerkung kam, nichts von meiner Arbeit gewusst zu haben, kam auch noch der Ärger dazu – über mich selber.

Da wurde mir nämlich bewusst, was da schief gelaufen war. Schauen wir uns gemeinsam die Zusammenhänge genauer an:

Erwartung hat dem Wortsinn nach etwas mit warten zu tun. Du wartest darauf, dass etwas Bestimmtes geschieht. Es ist DEINE Erwartung und hat mit deinem Gegenüber nichts zu tun.
Wird deine Erwartung nicht erfüllt, bist du enttäuscht. Was wiederum mit DIR zu tun hat. DU hast dich selber getäuscht. Du hast etwas erwartet oder erhofft, das möglicherweise gar nicht eintreten konnte. Entweder, weil es nicht in deinem unmittelbaren Einflussbereich gelegen hat, oder weil der Andere nichts von deinem Wunsch gewusst hat.

Jetzt könnte man sagen:
Erwarte nichts, dann kannst du nicht enttäuscht werden.

Ich formuliere es anders:

Du bekommst vom Anderen nur das, was du dir selber gibst und bereit bist, anzunehmen.

  • Lobe dich immer wieder selber für das, was du bist!

Dein persönlicher Wert resultiert nicht aus dem, was du geleistet hast. Du bist wertvoll, weil du bist, wie du bist! Nimm dir ein Blatt Papier und notiere, was du alles BIST! Nicht was du kannst, steht hier im Vordergrund, sondern du als menschliches Wesen. Was macht dich als Mensch aus? Welche Eigenschaften zeichnen dich aus? Füge deiner Liste jeden Tag einen Wesenszug von dir hinzu und du wirst erkennen, wie unendlich wertvoll du in Wahrheit bist.

  • Lobe dich immer wieder selber für das, was du tust!

Anerkenne deine eigene Arbeit und sieh sie nicht als selbstverständlich an. Wertschätze sie, denn sie ist ein wichtiger Beitrag für andere Menschen. Schreib auf, was du alles tust – und vergiss dabei nicht auf die so genannten „selbstverständlichen Dinge“. Du wirst staunen, wie lange deine Liste nach und nach wird.

  • Kommuniziere klar und deutlich, was du von der anderen Person willst.

„Sag, was du meinst, und du bekommst, was du willst“

So lautet der Titel eines sehr interessanten Buches von George Walther.
Niemand kann Gedanken lesen, also liegt es an dir, klar zu sagen, was du von deinem Gegenüber willst.

  • Erlaube dir, Lob und Anerkennung anzunehmen!

Wie oft hast du ein Kompliment für dein Aussehen, deine modische Kleidung, ein gelungenes Abendessen bekommen… und du hast es zurück gewiesen mit den Worten: „Das ist nichts besonderes, das war doch ganz einfach“ etc. obwohl du viel Zeit dafür aufgewendet hast? Erlaube dir von nun an, diese Komplimente mit einem einfachen „Danke“ anzunehmen. Du gibst dir damit die Wertschätzung die dir zusteht und gehst damit in Resonanz mit den Menschen, die dich ebenfalls zu schätzen wissen.

Du kannst im Außen immer nur das erfahren, was du auch in deinem Bewusstsein hast.

Ich tappe jedenfalls nicht mehr in diese Erwartungs-Falle, denn ab sofort warte ich nicht mehr auf das, was passieren soll. Ich beschenke mich selber damit!

Und falls du dich noch fragst, was das alles mit den Warzen im Titel des heutigen Artikels zu tun hat, hier die Erklärung:
Warze heißt in der englischen Sprache „Wart“… und die wollen wir ja nun wirklich nicht, oder?
In diesem Sinne:

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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14 Kommentare, sei der nächste!

  1. Das kommt mir so bekannt vor, liebe Christine,

    auch ich habe mir schon soooo oft damit ein Bein gestellt. Aber ich arbeite dran und versuche, nicht mehr in die Falle zu tappen.

    Gerade heute bin ich mal wieder in solch einer Situation und da kam der Artikel genau rechtzeitig. Ich WERDE heute da NICHT reinlaufen, das hab ich mir gerade versprochen.

    Herzliche Grüße und vielen Dank
    Barbara

    1. liebe Barbara, ich bin davon überzeugt, dass es vielen Frauen ähnlich geht. Doch es lässt sich ändern durch Achtsamkeit und Wertschätzung. Erst heute hat mich das Universum durch eine ähnliche Situation wieder „geprüft“, ob ich es verinnerlicht habe. ICH HABE!
      Und du sicher auch!
      alles Liebe – Christine

  2. Liebe Christine,
    ohja, das kenne ich auch. Da mach ich was und dann kommt kein Lob. Und ich denke mir „na toll“. Erst als mir das Lob selbst gegeben habe, konnte ich anders damit umgehen und mir denken „hm, dann halt nicht“ und es hat mich auch nicht mehr gestört.
    Das andere ist wirklich, dass man oft genug nicht mal gesagt hat, was man gerne hätte. Wie soll das der andere dann wissen? Im umgekehrten Fall hab ich das auch oft genug erlebt und dachte mir dann „hätteste halt was gesagt, woher soll wissen, was du gerade denkst?“.
    LG
    Sybille

    1. Ja, so ist es. Wir leben nun einmal nicht mit Gedankenlesern zusammen – wär ja auch schlimm, wenn es so wäre 😉 Stell dir vor, jeder wüsste, was du grade über ihn/sie denkst.
      LG – Christine

  3. Hallo Christine,

    Auch ich kenne das nur zu gut!

    Dann denkt man sich „hätteste ja mal fragen können“…so oder so ähnlich. Ich arbeite daran, weniger etwas zu erwarten, sondern Dinge auf mich zu kommen lassen. Es Menschen wissen lasse, wenn ich etwas von Ihnen möchte.
    Ich befinde mich in einem Prozeß, in dem ich immer öfter Komplimente bekomme und diese nun auch annehmen kann. Im Gegenzug gebe ich auch gerne Komplimente, allerdings auch nur dann, wenn sie ehrlich gemeint sind und von Herzen kommen…

    Es ist schon interessant, was diese ganzen gedankenmuster mit uns machen…

    Lieben Gruß
    Sandra

    1. Liebe Sandra, wir sollten uns immer bewusst sein, dass wir unsere Realität durch unsere Gedanken „erschaffen“ – immer wieder aufs Neue! Somit ist die aktuelle heutige Realität das Ergebnis unserer Gedanken von gestern, vorgestern, letzte Woche…
      Das Gute daran ist, dass wir unsere Gedanken jederzeit ändern können – auch wenn es nicht immer leicht ist. Doch wir sind alle hier auf dieser Welt um zu „üben“.
      Liebe Grüße
      Christine

  4. Liebe Christine,
    danke, dass du deine Erfahrung mit uns teilst! Irgendwann ist schon jede/r in »diese Falle« getappt. Und auch danke für deine Anleitung da wieder rauszukommen.
    Ich stimme deiner Äußerung »Du bekommst vom Anderen nur das, was du dir selber gibst und bereit bist, anzunehmen« 100% zu.
    Und ich gehe sogar noch weiter und behaupte »Du bekommst vom Universum / Leben (nur) das, was du dir selber gibst (schöpfst / denkst & fühlst) und was du bereit bist, anzunehmen«.
    Soweit die Theorie, in der Praxis komme ich doch noch an meine Grenzen… 😉 deshalb ist es auch mal erleichternd zu lesen, dass es den Menschen um mich rum auch nicht anders geht. Das relativiert 🙂
    Alles Liebe, Stefanie

    1. Klar doch, liebe Stefanie. Wir sind alle „Erdlinge“ und als solche auf dieser Welt um Erfahrungen zu machen. Es sollten halt bloß nicht immer die selben sein. Das wäre auf Dauer richtig langweilig 😉
      Alles Liebe – Christine

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