Wie du herausfindest, was du wirklich willst.

Serie Ja zu Mir / Teil 2

„Ich weiß nicht, was ich will, aber was ich nicht will, das weiß ich ganz genau“ meinte Marlies vor ein paar Tagen in einem Gespräch mit ihrer Freundin Ingrid. „Ich will in diesem Job nicht länger so weiterwursteln. Ich hab es satt, jeden Tag Überstunden zu machen und dann nichts dafür bezahlt zu bekommen. Und was dabei das Schlimmste ist: Es wird als völlig normal angesehen und in keiner Weise lobend anerkannt. Es reicht mir endgültig!“

„Ja was willst du denn tun?“ fragte Ingrid. „Hast du dich denn schon woanders beworben?“ „Nein“, entgegnete Marlies seufzend, „ ich weiß ja gar nicht, was ich statt dessen tun möchte.“

Wie sieht es bei dir aus? Weißt du auch ganz genau, was du alles nicht mehr willst?

Und hast du im Gegenzug wenig bis gar keine Ahnung, was genau du in deinem Leben stattdessen haben willst?

Ein kleiner Trost für dich:

So geht es vielen Menschen, bei kleinen und bei großen Dingen, in nebensächlichen aber auch in wichtigen Entscheidungen. Aber welche Richtung kannst du dann überhaupt einschlagen, wenn du dein Ziel nicht kennst?

Hast du schon einmal versucht, auf einem Bahnhof beim Schalter oder im Internet eine Fahrkarte zu lösen, in dem du bei der Frage nach dem Zielort geantwortet hast:

„Ich will nicht nach Linz, nicht nach Salzburg und auch nicht nach München.“

  • Welche Fahrkarte, glaubst du, wirst du am Schalter bzw.  im Internet ausgestellt bekommen?
  • Mit welchem Zug wirst du fahren?
  • Mit dem, der zufällig gerade vorbei kommt?
  • Und wo wirst du ankommen?

In unserem Leben ist es genauso. Unzufriedenheit mit der jeweiligen Situation ist einfach zuwenig, um sie zu ändern. Es fehlt das Ziel und die Motivation, die notwendigen Schritte in die erwünschte Richtung zu machen.

  • Wie aber findest du dein Ziel?
  • Wie kannst du herausfinden, was du wirklich willst?
  • Ist es möglich, sich jeden Wunsch zu erfüllen?
  • Wie sieht das mit den Träumen und Luftschlössern deiner Kindheit aus?

# Schreib eine Talenteliste

Schließe doch einmal kurz deine Augen und gehe in der Zeit zurück.

  • Was hat dir als Kind oder Teenager besondere Freude gemacht?
  • Womit hast du dich in deiner Freizeit am liebsten beschäftigt?
  • Wo lagen deine besonderen Fähigkeiten und Talente?
  • Welchen Beruf hättest du dir damals ausgesucht, wenn nicht die Umstände, die Eltern oder das liebe Geld dagegen gesprochen hätten?

Wenn du zum Beispiel mit deinem derzeitigen Arbeitsplatz nicht mehr zufrieden bist, können dir die Antworten auf diese Fragen sehr helfen, um dir über deinen weiteren beruflichen Werdegang klar zu werden. Vielleicht entdeckst du ja dabei, dass es in Wahrheit gar nicht der Chef ist, mit dem du nicht zu recht kommst oder die Firma, die zuwenig bezahlt für deine Leistung. Vielleicht ist es bloß deine innere Unzufriedenheit und deine Unlust, so weiterzumachen, wie bisher.

Bei dieser Reise in die Vergangenheit fällt dir vielleicht wieder ein, dass du sehr gerne mit Holz gearbeitet hast und ein wahrer Meister beim Bauen von Puppenmöbeln warst. Oder du erinnerst dich wieder an dein Zeichentalent oder an deine Fähigkeit des Geschichtenerzählens.

Walburga Kliem ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man aus einer besonderen Gabe einen erfüllenden Beruf machen kann.

Welche Fähigkeiten und Talente du auch hast, mach dich auf die Suche nach adäquaten Möglichkeiten, wie dieses Potential zu deiner Berufung werden könnte.

# Erstelle eine Was-sein-soll-Liste

Zu Beginn ist es notwendig, alle „Ich will nicht mehr“ – Sätze positiv zu formulieren. Wie das geht? Ganz einfach:

Nimm Papier und Bleistift und schreib z.B…

  • statt „Ich will nicht mehr sechzig Stunden die Woche arbeiten“  besser „Ich arbeite ab sofort höchstens vierzig Stunden pro Woche.“
  • Statt „Ich will nicht mehr für Andere arbeiten“  notiere: „Ich habe eine selbständige Tätigkeit.“
  • Statt „ Ich will nicht, dass andere Leute bestimmen, wann ich im Büro sein soll“ steht auf deiner Liste „Ich allein bestimme über meine Arbeitszeit“. 

Ist dir dabei etwas aufgefallen? Du konzentrierst dich ausschließlich auf das, was sein soll und nicht mehr auf vergangene oder derzeitig noch bestehende ungewollte Situationen. Und du formulierst alles in der Gegenwart und zwar so, als ob es bereits schon jetzt Wirklichkeit wäre.

Wie sieht es mit deiner Motivation aus? Ist sie stark genug, um auch im Fall von Hindernissen dran zu bleiben? Ist das erwünschte Ziel all die Aufregung und deinen Einsatz wert? Die Antwort auf die Frage, warum du dir all das antust, gibt dir darüber Klarheit.

Was dir hilft, etwaige Hindernisse aus dem Weg zu räumen und dein Selbstvertrauen zu stärken, das erfährst du nächste Woche im 3. Teil dieser Serie Ja zu Mir.

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Du weißt nun genau, was du willst. Du kennst dein Ziel und hast dich klar dafür entschieden. Schließe nun deine Augen und probiere dein berufliches Ziel an, so, wie du ein Kleidungsstück anprobieren würdest. Schlüpfe einfach hinein. Versetze dich geistig an deinen neuen Arbeitsplatz. Träume dich richtig hinein.  Fühle ihn mit all deinen Sinnen. Überprüfe für dich, wie er sich anfühlt.

Ist es das, was du dir wünschst?

Fühlt sich alles stimmig an?

Wenn ja, dann hast du richtig gewählt. Falls noch irgendwo etwas zwickt oder drückt, geh noch einmal einen Schritt zurück. Hinterfrage deine Motivation: Möglicherweise ist sie für dein Ziel nicht stark genug. In diesem Fall ändere den ein oder anderen Punkt deiner Was-sein-soll-Liste und prüfe danach nochmals deine Motivation. Probiere die geänderte Version deines Zieles wieder mit all deinen Sinnen an. Erst wenn alles passt, machst du den nächsten Schritt.

# Erstelle einen Zeitplan

Setze dir einen Zeitrahmen, bis wann du dein Ziel erreicht haben willst. Liegt es zuweit in der Zukunft, unterteile die Zeitspanne bis dahin in kleinere Abschnitte. So kannst du auf deinem Weg zum Ziel immer wieder überprüfen, wie weit du schon vorangekommen bist.

Wichtig dabei: Setze dir erreichbare Zwischenziele! Das hilft dir später dabei, weiter dran zu bleiben.

# Vom Überlegen und Planen ins Handeln kommen

Und nun geht’s ans Umsetzen:

  • Wie sieht es mit deinen Ressourcen aus?
  • Was brauchst du an Mitteln, materiell oder auch ideell?
  • Wo und welche Art von Hilfe brauchst du noch, um dich auf den Weg zu machen?
  • Wo bekommst du sie?

Sobald all diese Fragen geklärt sind, kannst du dich auf den Weg machen. Dein Koffer ist gepackt. Du kennst dein Ziel. Du weißt, welche Zug dahin fährt und wo du deinen Erste-Klasse-Sitzplatz findest. Du kennst die Zwischenstopps auf deinem Weg. Du weißt, wann du an deinem Ziel ankommst.

Lobe und belohne dich selber jedesmal, wenn du eine Teilstrecke geschafft hast! Das gibt dir weitere Kraft für die folgende Etappe. Und sollte es einmal vorkommen, dass es dir nicht gelungen ist, deinen Zeitplan einzuhalten, so verurteile dich nicht dafür. Du hast sicher dein Bestes gegeben.

Konzentriere dich einfach auf die nächste Etappe, die vor dir liegt und bleib weiter dran.

  • Genieße den Weg und die Fahrt zu deinem Ziel.
  • Achte auf die vielen interessanten Dinge, die dir unterwegs begegnen.
  • Freu dich auf all das, was dich an deinem Zielort erwartet.

Gute Reise!

Zusammenfassung

  • Mach eine Liste deiner Lieblingsbeschäftigungen
  • Schreib eine Was-sein-soll-Liste
  • Überprüfe dein Wunschziel durch gedankliches „Anprobieren“
  • Komm vom Überlegen und Planen ins Handeln
  • Überprüfe deine Ressourcen
  • Setze dir kleinere Zwischenziele
  • Erfreue dich an deiner Reise zum Ziel

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

herzliche Grüße

Christine

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10 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Christine,

    das ist ein toller Fahrplan. Das ist auch meine Erfahrung. Wenn ich kein konkretes Ziel habe, dann geh ich mal dahin, mal dorthin. Genauso war es bei mir früher. Ich habe alles ausprobiert, hatte nie ein konkretes Ziel, wusste nur dass ich es soooo nicht haben will.

    Seit sich bei mir im letzten Jahr meine Berufung gezeigt hat, weiß ich genau was ich will und auch welche Schritte dazu erforderlich sind. Klar ändert sich der Fahrplan manchmal etwas, weil kleine Umwege einfach erforderlich sind oder sich plötzlich eine Abkürzung zeigt.

    Aber mein Ziel ist jetzt klar und ich werde es erreichen und bin wesentlich zufriedener, denn ich weiß jetzt wofür ich lebe, wofür ich brenne

    Alles Liebe
    Barbara

  2. Ja Barbara, herauszufinden, welche Aufgabe im Leben wirklich die eigene ist, ist manchmal gar nicht so einfach. Aber wenn man’s dann geschafft hat, fühlt sich das super gut an. Man weiß, man ist auf dem richtigen Weg!

    Und wenn es doch einmal ein Hindernis gibt und der Zug irgendwo festgefahren scheint – so what! Dann nimmt man halt den „Schienenersatzverkehr“ mit ein bisschen Umweg und längerer Fahrzeit… und weiter geht’s!

    Alles Liebe
    Christine

  3. Liebe Christine
    Da kann ich doch gleich alles unterschreiben, was du in deinem Blog beschreibst und vorschlägst.
    Mit der Talent-Liste arbeite ich selber am stärksten in Bezug zur AfformNumerologie.
    Unsere Schatzkiste, unsere Talente in unserem Unterbewusstsein, ist so immens gross vorhanden, doch oft wird sie in den Jugendjahren zugeschüttet mit dem üblichen „man soll….“.
    Habe ich in meiner Kindheit gerne, für die meisten Lehrer und Verwandten zu viel 😉 , geredet, nutze ich dieses Talent heute beruflich. Und es macht so was von Spass und Freude.
    Herzlichen Dank für deinen Beitrag.
    Herzlichst
    Patricia

    1. Danke, liebe Patricia. Sich auf die eigenen Talente besinnen, sie voll Freude bejahen und leben, statt sie zu verdrängen – das ist letztlich der Schlüssel zu einem erfolgreichen und erfüllten Leben.
      Alles Liebe – Christine

  4. Liebe Christine!
    Das fällt mir oft auf, dass man eigentlich viel besser weiß, was man nicht will. So finde ich es großartig, sich darüber einmal bewusst zu werden und über einen Tag hinweg nur positiv zu formulieren, was man eigentlich will.
    Und auch den Punkt vom Planen ins Handeln zu kommen ist so wichtig. Wenn ich meine Talente nur plane, aber niemals einsetze, kann auch kein Erfolg rauskommen.
    Übrigens – jeder kennt seine Talente, sie sind dort, wo die Freude und die Liebe sitzt!
    Einen schönen Tag wünschDorist

  5. Liebe Christine,
    auch ich wusste früher sehr genau, was ich alles nicht wollte. Viele Dinge, die ich ausprobiert habe, fühlten sich auch für ein paar Jahre gut an, bis dann auf einmal wieder der Frust oder die Langeweile kam.
    Nun habe auch ich meine Berufung gefunden und meine Ziele bis ins Detail formuliert.
    Deine Listen finde ich sehr hilfreich und habe mir auch hier zwei Dinge notiert, die ich noch mit einfließen lasse.
    Herzlichen Dank
    Liebe Grüße
    Gabriele

  6. wär dein Blog ein Buch, würde ich genau hier ein dickes, rotes Lesezeichen hereinlegen.
    Dieser Fahrplan ist wirklich sehr interessant und ich denke. .. sehr wichtig für mich.
    Danke Christine, ich werde es mir ausdrucken und mir die Zeit nehmen, ihn Schritt für Schritt umzusetzen.
    Es ist an der Zeit
    Danke

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