Wie du im Chaos einen tanzenden Stern findest

Dieses Chaos geht mir ordentlich auf die Nerven, kann ich dir sagen. Irgend jemand hat den Spruch geprägt: Zweimal übersiedelt ist wie einmal abgebrannt. Ich ergänze: Neue Wohnzimmereinrichtung ist nicht viel anders. Chaos pur!

Den alten Wandverbau ausräumen, Inhalt irgendwo zwischenzeitlich unterbringen, Möbelteile abbauen, zerlegen, abtransportieren bzw. Abnehmer dafür finden. Elektriker organisieren für neue Leitungen und Steckdosen, Maler organisieren, Tapeten runter, Löcher verspachteln, ausmalen…

All das braucht zusammen mindestens drei Wochen. Und ja nicht zwischenzeitlich auf die Idee kommen, etwas Bestimmtes finden zu wollen in dem Meer von Kartons, Bücher- und DVD-Stapeln. Das wird nichts. Das Chaos behält die Oberhand – garantiert.

Doch es gibt ein wunderbares Zitat von Friedrich Nietzsche aus seinem Buch „Also sprach Zarathustra“:

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können…

Mit anderen Worten:

Ohne vorheriges Chaos keine neue Ordnung… die jedoch wieder durch ein anderes Ereignis in Frage gestellt werden kann und somit wieder Chaos hervorruft. Eine never ending story also. Warum regen wir uns dann darüber auf? Oder besser:

Warum rege ICH mich darüber auf?

Warum nervt es MICH?

Der Wissenschaftler Edward Lorenz entwickelte gleich die Chaostheorie daraus und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

http://www.welt.de/wissenschaft/article1914384/Ein-Schmetterling-kann-Staedte-verwuesten.html

Nach einem ehrlichen Blick in die unergründlichen Tiefen – also auch Chaos? – meines Bewusstseins erkenne ich dann, woran es liegt und was dieses so genannte Chaos mit mir zu tun hat:

Ich liebe einfach Ordnung und Übersicht.

Schlecht? Keineswegs.

Doch um Ordnung zu schaffen braucht es manchmal eine vorübergehende Unordnung. Ein scheinbares Durcheinander – zumindest für jemanden, der die Ordnung dahinter nicht erkennt.

Und da komm ich auch gleich zum Punkt was mich wirklich nervt: Es ist nicht die vorübergehende Unordnung. (Ja, schon richtig. Klar hätt’ ich gerne immer Ordnung, aber bei so einem Vorhaben wie dem völligen neu einrichten eines ganzen Raumes ist das eben nicht möglich.)

Es ist mein Liebster, der genau dann eine ganz bestimmte und unendlich wichtige DVD braucht, wenn sie ganz bestimmt in einer der ganz untersten Kartons unter Dutzend anderen DVD’s verborgen ist. Mindestens 5 Jahre lang hat ihn diese DVD nicht interessiert… Mein aktuelles Spiegelbild ist daher nicht die Unordnung sondern mein Angetrauter.

Du siehst also an diesem wahren Beispiel, dass Spiegelbild nicht gleich Spiegelbild ist und dass selbst die tollsten Bücher zum Thema Ordnung in diesem Fall nicht helfen würden. 😉

Doch zurück zur Unordnung.

Unordnung hat ja auch meistens etwas mit Veränderung zu tun. Zumindest dann, wenn es eine vorübergehende Sache ist. Es ist jetzt etwas anders, als zuvor. Anders, als du es bisher gewohnt warst. Ging diese Veränderung nicht von dir aus, sondern von jemand anderem, dann nervt es ganz besonders. Schließlich wolltest du es ja nicht. Du wolltest, dass alles so bleibt, wie bisher. Sich in gewohnten Bahnen bewegt. Berechenbar bleibt.

„Bleib so, wie du bist“ hast du möglicherweise oft als frommen Geburtstagswunsch gehört. Brrrrrrrrr! Schrecklich! Das wäre ja gleichbedeutend mit Stillstand. Keine Weiterentwicklung, kein dazu lernen, keine Veränderung im positiven Sinne. (Wollen wir dem Gratulanten zu Gute halten, dass er bzw. sie es gut gemeint hat)

Falls du in Zukunft solche Geburtstagswünsche bekommen solltest, bedanke dich dafür, doch die Antwort – zumindest meine – würde lauten: „Danke, bestimmt nicht!“

Das ganze Leben ist Veränderung – auch deines und meines. Vom ersten Tag unseres Erdendaseins an. Aus diesem Grunde sollten wir immer bereit sein für Veränderungen – auch wenn sie von außen und unvorhergesehen auf uns zu kommen.

Raus aus der Komfortzone!

Ich liebe die Weisheit unserer Sprache: KOM(m)-FORT-zone… Wenn es zu gemütlich wird, dann wird es oft auf Dauer auch langweilig. Höchste Zeit also für Änderungen der Gewohnheiten – im Denken und im Handeln.

Ein paar Vorschläge dazu, die sich ganz leicht in den Alltag einbauen lassen:

  • Verschränke deine Arme vor deinem Körper – anders herum, als du es bisher getan hast, wohlgemerkt. Beim ersten Mal fühlt sich das völlig „verkehrt“ an.
  • Kämme oder bürste deine Haare nicht wie gewohnt, sondern mit der anderen Hand. Jeder, der schon einmal einen Arm gebrochen und im Gips hatte, weiß, wie schwierig das zu Anfang sein kann.
  • Beim Treppen steigen betrete die erste Stufe mit dem jeweils anderen Bein. Du wirst merken, dass du zunächst ganz automatisch dein bevorzugtes Bein hoch heben wirst.
  • Setze dich an deinem Esstisch ganz bewusst auf einen anderen Stuhl, als bisher. Schau dir dann das Zimmer, die Möbel darin, aus einer völlig anderen Perspektive an.
  • Schon einmal versucht, mit der linken (als Linkshänder mit der rechten) Hand zu schreiben? Das war für mich die größte Herausforderung überhaupt… und halbwegs lesen sollte man das Gekritzel hinterher auch können.

Grundsätzlich ganz banale Dinge, aber du wirst merken, wie sehr du manche Dinge normalerweise auf gewohnte Art und ohne extra drüber nachzudenken tust. Genau so ist es mit den wirklich wichtigen Dingen im Leben. Wir handeln meistens unbewusst – nach eingefahrenen Mustern und wundern uns dann, warum immer die gleichen Schlamassel geschehen. Warum z.B. der neue Partner schon nach kurzer Zeit dem Ex, den wir grade nach langen Kämpfen losgeworden sind, fast aufs Haar gleicht.

Also raus aus der Komfortzone und Mut zu Veränderungen in deinem Leben! Auch wenn es zwischenzeitlich Chaos geben sollte – es lohnt sich! Und freue dich auf die interessanten, neuen Erfahrungen!

Schau in den Spiegel, es lohnt sich!

Herzliche Grüße

Christine

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14 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Christine,

    ich kann dich sehr gut verstehen, da ich in meinem Leben so oft umgezogen bin, dass ich es gar nicht mehr zählen kann oder mag.

    Irgendwann geht einem dieses Chaos wirklich auf die Nerven.

    Aber deine Übungen habe ich letztlich erst wieder gemacht. Zum einen das mit den Armen anders herum zu verschränken und auf meinem Seminar mussten wir auch nach jeder Pause die Plätze tauschen, das macht echt beweglich.

    Ich wünsche dir die nötige Gelassenheit, die Freude, wenn wieder alles schön neu und in Ordnung ist, wird unermesslich!

    Herzlichst
    Gabi

    1. Liebe Gabi,
      mein Chaos hat, Gott sei’s gedankt, ein Ablaufdatum. Und die Vorfreude überwiegt ja auch. Und die Bemerkungen meines Liebsten, wie z.B. „Wir hätten ja auch alles so lassen können, wie es war. Hast ja du so gewollt“ die überhör ich mittlerweile auch.
      Liebe Grüße
      Christine

  2. Liebe Christine,

    die letzte Zeit hatte ich auch viel Unordnung, überall auf allen Fronten stieg mir alles über den Kopf. Doch seit einer Woche habe ich angefangen, die Ordnung wieder herzustellen.

    Und es ist alles anders. Glücklicherweise habe ich in der letzten Zeit viel gelernt und verändert und ich denke, jetzt kann ich meine Unordnung auflösen. Und der neue Partner scheint auch ganz anders zu sein ;-), weil ich viel bei mir verändert habe….

    herzliche Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara,
      es heißt nicht umsonst: Wie innen, so außen. Doch in Kürze steht ein Urlaub an und somit auch Zeit, um wieder innere Ruhe und Ordnung zu schaffen. Ich freu mich auf alles, was da kommt.
      liebe Grüße
      Christine

  3. Liebe Christine,
    Chaos und ich haben ja eine vertraute Beziehung zueinander aufgebaut, und wir haben gelernt, uns zu respektieren. Heute erst, es stand ein größeres Programm in der Küche an, weil wegen Besuch Unmengen an Gebäck produziert werden sollten. Frage nicht, wie die Küche da aussieht! Was abgestellt werden muss, wird irgendwo dazwischen geschoben. Ich liebe es!!! Und hinterher wird systematisch und ratzfatz weggeräumt, das ist immer sehr befriedigend.
    Da mir in den nächsten Monaten ebenfalls ein Umzug bevorsteht, dachte ich, ich räum nix mehr auf, das lohnt sich nicht. Aber es muss ja ausgemistet werden. So langsam habe ich aber begriffen, dass ich in dem Chaos meine eigene Ordnung schaffen kann. Ich möchte nicht wochenlang im Dreck versinken, sondern mir die ausgeräumten Ecken dann doch noch schön machen, das hat schon mal eine ganz neue Qualität. Und was noch nicht sortiert ist, darf weiterhin respektvoll ausgeblendet werden.
    LG
    Sybille

    1. Liebe Sybille,
      ich kann mir gut vorstellen, wie es dir jetzt geht. Und letztlich ist Chaos ja auch nur eine ganz individuelle Ordnung – eine, die nur du hast und sonst niemand anderer.
      Eine ganz neue Qualität – finde ich gut!
      LG
      christine

  4. Liebe Christine,
    Albert Einstein hat festgestellt:
    Ordnung braucht nur der Dumme, das Genie beherrscht das Chaos.
    Und das Chaos ist der natürliche Zustand der Welt.
    Ordnung ist etwas Schönes, es braucht aber Energie – doch noch viel mehr Energie braucht es oft, wenn wir im Chaos etwas suchen.

    Ich liebe es übrigens, meine Komfortzone zu verlassen. Ganz spektakulär verlief dieses vor kurzem. Unter http://blog.finde-dich-selbst.net/mein-erster-sprung-aus-4000m-hoehe/ erfährst du, wie es war.
    HG
    Frank

    1. Lieber Frank, letztlich ist Chaos einfach nur ein anderer Begriff für eine besondere Art der Ordnung. Und wenn es das ganze Universum betrifft, übersteigt es sowieso unseren menschlichen Verstand.
      Einfach zu wissen, dass alles gut ist, so wie es jetzt ist, hat was unglaublich Beruhigendes.
      Liebe Grüße
      Christine
      PS: deinen 4000m-Sprung-Artikel hab ich gelesen – das nenn ich wirklich „Raus aus der Kom-FORT-zone“

  5. Liebe Christine,

    manchmal brauche ich ein gewisses Maß an Chaos um mich endlich in Bewegung zu setzen wieder eine neue Ordnung um mich herum zu schaffen. So hat Chaos immer auch etwas Gutes, denn es läutet den Wendepunkt für Veränderung ein.

    Alles Liebe für dich

    Diana

    1. Liebe Diana,
      ja, Chaos hat immer was Gutes, denn es ist – wenn es störend ist – ein klarer Hinweis für die Unordnung im eigenen Bewusstsein. Es fordert auf, etwas zu ändern – im Außen und Innen (besser in umgekehrter Reihenfolge!)
      Alles Liebe – Christine

    1. Liebe Christa, ich mag komplizierte Dinge nicht und liebe daher einfache Tipps und Methoden, die verständlich und leicht nachzuvollziehen sind – so wie deine geniale Spiegelgesetz-Methode!
      Alles Liebe – Christine

  6. Liebe Christine
    Ich liebe Ordnung – doch das Chaos ist vermehrt in Freundschaft mit mir verbunden 🙂
    Wie habe ich/wir dies gelöst?
    Die Jugendzimmer und Büros sind kreative Chaos 😉 und für den restlichen Teil kommt einmal pro Woche unsere Putzfee und davor WIRD AUFGERÄUMT 🙂
    Dein Tipp mit der Treppe finde ich genial, den kannte ich noch nicht. Mit unseren vielen Treppen werde ich dies gleich mal die nächste Zeit ausprobieren.
    Herzlichen Dank.
    Patricia

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